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Megos und Flohé im Lead-Finale - Garnbret verhindert Meuls nächsten Coup

Lead-Weltcup in Innsbruck, Halbfinale

Megos und Flohé im Lead-Finale - Garnbret verhindert Meuls nächsten Coup

Hannah Meul verpasste das Lead-Finale hauchdünn, Alex Megos rutschte auf der letzten Rille rein.

Hannah Meul verpasste das Lead-Finale hauchdünn, Alex Megos rutschte auf der letzten Rille rein.

Aus Innsbruck berichtet Bernd Staib

Fast hätten es alle drei Athleten des DAV ins Lead-Finale geschafft - nach einem extrem spannenden Halbfinale musste Hannah Meul hauchdünn die Segel streichen, Yannick Flohé und Alex Megos dagegen klettern am Sonntagabend (19 Uhr) um die Medaillen im Finale der besten acht, respektive neun Seilkletterer.

Sonderwertung aufgrund des großen Teilnehmerfelds

Megos schaffte als Bester der Qualifikation im Halbfinale eine Wertung von 38+ und damit dasselbe Ergebnis wie der 18-jährige Südkoreaner Satone Yoshida. Für beide bedeutete dies geteilter achter Platz. Normalerweise würde in einem solchen Fall das Ergebnis der Qualifikation den Ausschlag geben (pro Megos), doch aufgrund der vielen Teilnehmer wurden in Innsbruck in der Qualifikation zwei Gruppen gebildet, die auf unterschiedlichen Routen unterwegs waren.

Das Quali-Ergebnis war folglich bei geteilten Plätzen hinfällig, vielmehr wird die Teilnehmerzahl der nächsten Runde erweitert. Somit starten im Herren-Finale neun Athleten, darunter auch Flohé, der mit der Wertung 41+ auf dem vierten Platz landete - zusammen mit Lokalmatador Jakob Schubert, der vom Publikum frenetisch angefeuert wurde. Für Flohé setzt sich damit die starke Saison fort: Nach drei Boulder-Finals steht der Essener erstmals im Weltcup in einem Lead-Finale.

Neben Megos, Flohé und Schubert werden im Finale zudem Jesse Grupper (USA) und Ao Yurikusa (Japan) stehen, die mit 45+ die beste Leistung ablieferten. Hinzu kommen noch der frischgebackene Innsbrucker Boulder-Sieger Colin Duffy (USA) sowie Luka Potocar (Slowenien) und der Japaner Taisei Homma, der erstmals wieder seit Oktober 2019 in einem Lead-Finale steht.

Ich saß vier Stunden in der Isolationszone, bis ich dran war. Das tut mir nicht gut, vor allem, wenn du hörst, wie draußen die Menge tobt.

Alex Megos

Megos, der in dieser Lead-Saison neben Innsbruck noch die Lead-Weltcups in Villars, Chamonix und Briancon bestreiten wird, haderte mit seiner Leistung. "Ich war wieder nervös und weiß auch nicht warum. Ich saß vier Stunden in der Isolationszone, bis ich dran war. Das tut mir nicht gut, vor allem, wenn du hörst, wie draußen die Menge tobt", so der 28-jährige Erlanger. Immerhin: Diese Geduldsprobe bleibt ihm am Sonntag erspart, denn im Boulder-Finale darf er als erster Starter vorlegen.

Rückkehrerin Garnbret verhindert Meuls Finaleinzug

Bei den Damen verpasste Hannah Meul hauchdünn ein weiteres Finale. Die 21-Jährige, die im Boulder-Weltcup am Vortag ihre zweite Silbermedaille einstrich, lag bis zur letzten Starterin auf dem achten Platz. Das Problem dabei: Die letzte Starterin hieß Janja Garnbret. Die slowenische Olympiasiegerin beendete am Samstag ihre Wettkampfpause, legte aber einen Auftritt hin, als wäre sie nie raus gewesen. Nervosität? Fehlanzeige! Fehlender Wettkampfrhythmus? Ach was!  Die 23-Jährige holte in der Qualifikation zwei Tops und wiederholte dies im Halbfinale.

Janja Garnbret

Rückkehr als wäre nichts gewesen: Janja Garnbret. picture alliance / EXPA / APA / picturedesk.com

So rutschte Meul aus den Top Acht und beendete eine "Wahnsinns-Woche" einen Tag früher als erhofft. "Natürlich will man nicht so knapp am Finale vorbeischrammen", so die derzeit beste DAV-Athletin, die aber sofort in den Trotz-Modus umschaltete. "Das war ja erst der Anfang", meinte Meul nach ihrem fünften Weltcup in diesem Jahr. Keine Frage, sie erwartet von sich noch mehr.

Nimmt man die Unterstützung des Innsbrucker Publikums für Meul als Gradmesser, dann dürfte in ihr einiges an Potenzial zum Shooting-Star schlummern. Ihre nächste Station ist der Lead-Weltcup am kommenden Freitag im Schweizerischen Villars.

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