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Medvedev: "Ich kann das Match beenden, aber ich kann auch sterben"

ITF lenkt ein und verschiebt Startzeit der Matches

Medvedev: "Ich kann das Match beenden, aber ich kann auch sterben"

Medical Timeout: Daniil Medvedev lässt sich behandeln.

Medical Timeout: Daniil Medvedev lässt sich behandeln. AFP via Getty Images

Über 30 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von knapp 70 Prozent - die Bedingungen in Tokio sind alles andere angenehm, erst recht für die Tennis-Profis, die auf Hardcourt spielen und sich auf dem Platz wie in einem Backofen fühlen dürften.

Medvedevs Sarkasmus

Am Mittwoch bekam das vor allem die Spanierin Paula Badosa Gibert zu spüren, die in ihrem Match gegen Marketa Vondrousova (Tschechien) einen Hitzschlag erlitt, aufgab und in einem Rollstuhl vom Court gebracht werden musste. Große Mühe hatte bei den Herren auch Daniil Medvedev in seinem Match gegen den Italiener Fabio Fognini. Der Russe wirkte körperlich angeschlagen, nahm gleich zwei "Medical Timeouts" und wirkte allgemein erschöpft.

Irgendwann wurde der Weltranglistenzweite vom Unparteiischen Carlos Ramos gefragt, ob es ihm gut gehe. Die Antwort des 25-Jährigen fiel sarksatisch aus: "Ich kann das Match beenden, aber ich kann auch sterben. Wenn ich sterbe, übernimmst du dann die Verantwortung?" Medvedev schleppte sich letztlich ins Ziel, bezwang Fognini mit 6:2, 3:6, 6:2 und verriet anschließend, dass ihm "schwarz vor Augen" war.

ITF lenkt ein

Derart harte Bedingungen wie am Mittwoch waren beileibe kein Novum in Tokio. Auch in den Runden zuvor hatte es Klagen von Spielerinnen und Spielern gegeben, vor allem mit Blick auf die frühen Terminierungen. Unter anderem hatte sich Novak Djokovic vehement dafür eingesetzt, dass man die Spiele auf den Nachmittag verlegen solle.

Die Veranstalter blieben jedoch hart, lenkten nun aber ein. Wurden die Courts im Ariake Tennis Park bisher um 11 Uhr Ortszeit (4 Uhr MESZ) geöffnet, so starten die Matches ab Donnerstag nun ab 15 Uhr (8 Uhr MESZ). Die ITF will damit "im Interesse der Gesundheit und des Wohlergehens" der Spielerinnen und Spieler handeln.

drm

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