Europa League

Mechelen bekommt "Null-Toleranz-Politik" der UEFA zu spüren

Belgischer Pokalsieger von der Europa League ausgeschlossen

Mechelen bekommt "Null-Toleranz-Politik" der UEFA zu spüren

In der Europa League bleibt ihm und Mechelen nur die Zuschauerrolle: Coach Wouter Vrancken.

In der Europa League bleibt ihm und Mechelen nur die Zuschauerrolle: Coach Wouter Vrancken. imago images

Belgiens Pokalsieger Mechelen war in Belgien in einen handfesten Skandal verwickelt. Wegen des Verdachts auf Geldwäsche, Korruption, organisierte Kriminalität und Spielmanipulation ermittelt die Polizei - der Verein wurde deshalb vom belgischen Fußballverband KBVB auch hart bestraft. Mechelen durfte weder aufsteigen noch an der Europa League teilnehmen, wurde obendrein für eine Saison vom nationalen Pokal ausgeschlossen und erhielt für die laufenden Runde einen satten Abzug von zwölf Punkten - sechs zu Beginn der Hin- und nochmals sechs zum Start der Rückrunde.

Der Klub legte Rechtsmittel ein - und zog vor das belgische Schiedsgericht für Sport (BAS). Dessen Urteil sollte nun relevant sein. Denn die Ethik- und Disziplinarkommission der UEFA entschied am 15. Juli, den Verein vorerst für die Europa League zuzulassen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass keine weiteren belastenden Beweise aufkommen würden. Darüber hinaus wurde der Klub verpflichtet, der UEFA alle relevanten Informationen (Stichtag war der 12. Juli) in Bezug auf alle in diesem Zusammenhang anhängenden Verfahren, also auch das vor dem belgischen Schiedsgericht für Sport (BAS), zu übermitteln.

BAS bestätigt ursprüngliche Entscheidung

Am 17. Juli bestätigte der BAS nun die Entscheidung des KBVB, ergo auch das Verbot "für eine Saison im Europapokal zu spielen, wenn sich der Verein qualifizieren sollte". Und Mechelen hatte sich durch den nationalen Pokalsieg das Startrecht in der Europa League erspielt. Dort wird der Verein nun aber doch nicht antreten, denn die UEFA beschloss unmittelbar nach Bekanntgabe des BAS-Urteils, ihre Entscheidung vom 15. Juli zurückzunehmen und strich den KV Mechelen aus der diesjährigen Europa League.

Die UEFA betonte in ihrem Statement zwar ausdrücklich, dass sie das alleinige Recht hat, zu entscheiden, wer innerhalb ihrer Wettbewerbe antreten darf und wer nicht, sie in diesem Fall aber dem Urteil des belgischen Schiedsgerichts für Sport sowie des dortigen Verbands zu folgen, da man ebenfalls davon überzeugt sei, dass "Verantwortliche des Klubs und damit der Klub selbst ein Spiel auf nationaler Ebene manipulieren wollten". Demnach sei der Ausschluss des KV Mechelen auch unter Berücksichtigung der eigenen "Null-Toleranz-Politik" in puncto Spielmanipulation zu verstehen.

drm