WM

WM 2022: Mbappé ist auf dem Weg zum Besten

WM-Kolumne von Andreas Möller

Mbappé auf dem Weg zum Besten, doch die Bergetappe wartet noch

Wer krönt sich zum Weltmeister? Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappe (von links).

Wer krönt sich zum Weltmeister? Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappe (von links). Getty Images

Spanien hat's nun auch erwischt, und so ist im Viertelfinale keine Nation aus der Vorrundengruppe E mit Deutschland, Japan und Costa Rica vertreten bei den bevorstehenden Topspielen dieser Weltmeisterschaft. Aus allen anderen Gruppen ist noch ein Team dabei, aus der Gruppe F mit Marokko, dem Überraschungsteam dieser WM, und Kroatien sogar zwei Teams.

Kylian Mbappé ist in meinen Augen auf dem Weg, zum besten Spieler dieser WM gekürt zu werden. Doch die Bergetappe wartet noch auf den jungen Star, der zwei Tage nach dem WM-Finale seinen 24. Geburtstag feiern wird. Weltmeister Frankreich gegen England, das Kracherspiel am Samstag. Kommt Frankreich nicht weiter, wird auch Mbappé nicht der Spieler des Turniers; dafür musst du mit deinem Team erfahrungsgemäß mindestens ins Finale einziehen.

Ronaldo kann sich noch die Krone aufsetzen

Cristiano Ronaldo hat den Zenit seiner atemberaubenden Karriere überschritten, was normal ist bei einem Fußballer im Alter von 37 Jahren, so weh es ihm und seinen Fans auch tut. Und doch kann er seiner Karriere noch die Krone aufsetzen, sollte Portugal dem Triumph bei der Europameisterschaft 2016 den WM-Titel folgen lassen.

DFB-Spiele bei der WM in Katar

Goncalo Ramos, der dreimalige Torschütze beim 6:1-Sieg gegen die Schweiz am Dienstag, ist nun der ganzen Fußballwelt ein Begriff. Unter dem deutschen Trainer Roger Schmidt bei Benfica Lissabon erst zu einer festen Größe geworden, kam er zwar nicht als gänzlich Unbekannter nach Katar, doch diese drei ansatzlos erzielten Tore sprechen für eine ganz besondere Qualität des 21-Jährigen.

Der Weg zum Titel scheint für Messi am schwierigsten

Zurück zu Ronaldo: Im Kollektiv gegen den Ball zu arbeiten, war im Grunde nie sein Ding. Doch als einer der Besten in der Geschichte des Weltfußballs kann er, auch wenn vielleicht jetzt im Viertelfinale gegen Marokko wieder nur Einwechselspieler, mit zwei, drei Aktionen der spielentscheidende Mann sein.

Lionel Messi will genau wie Ronaldo erstmals in seiner Karriere den WM-Pokal küssen. Zwei Jahre jünger als sein ewiger Rivale bei den jährlichen Wahlen zum Weltfußballer, nimmt sich auch der Argentinier schon mal die eine oder andere Pause während des Spiels. Aber er zaubert und zündelt weiter mit entscheidenden Pässen und entscheidenden Toren. Wenn er in Aktion tritt, brennt es lichterloh beim Gegner; ich bin gespannt, wie die Niederländer am Freitagabend dem Weltstar begegnen werden.

WM-Kolumne von Weltmeister Andreas Möller.

WM-Kolumne von Weltmeister Andreas Möller. kicker

Der Weg zum Titel erscheint mir für Messi am schwierigsten, denn wenn Argentinien das Viertelfinale gewinnt, "droht" Brasilien als Gegner im Halbfinale.

Andreas Möller (55) bestritt insgesamt 85 Länderspiele, wurde mit der deutschen Nationalmannschaft 1990 Weltmeister und 1996 Europameister. In der Bundesliga absolvierte er 429 Spiele für Frankfurt, Dortmund und Schalke, zudem stand er bei Juventus Turin unter Vertrag. Mit Dortmund war er zweimal Deutscher Meister, größter internationaler Erfolg auf Vereinsebene war der Gewinn der Champions League mit dem BVB im Jahr 1997.