Bundesliga

Hertha BSC: Matheus Cunha verlängert - Leeds United klopft an

Hertha: Khedira zum Abschied in der Startelf

Matheus Cunha: Vertrag verlängert - trotzdem bald weg?

Feierte zuletzt auf der Tribüne den Klassenerhalt: Matheus Cunha.

Feierte zuletzt auf der Tribüne den Klassenerhalt: Matheus Cunha. imago images

Am Dienstag bat Sportdirektor Arne Friedrich Sami Khedira zum Gespräch - in der Hoffnung, ein weiteres Jahr der Zusammenarbeit in Angriff nehmen zu können. Daraus wurde nichts: Khedira unterrichtete seinen einstigen Nationalmannschafts-Kollegen über seine Absicht, die Karriere nach dieser Saison zu beenden. "Ich hätte gern über eine weitere Zukunft mit ihm gesprochen", sagte Friedrich am Donnerstag in der Spieltagspressekonferenz. "Dazu kam es dann aber nicht, weil mir Sami berichtet hat, wie seine Planungen sind. Ich habe das absolut respektiert und akzeptiert. Das zeigt seine Größe."

Auch wenn den Ende Januar ablösefrei von Juventus Turin zu Hertha BSC gestoßenen Mittelfeldspieler zwischenzeitlich zwei Muskelblessuren in der Wade stoppten, zog der Sportdirektor ein überaus positives Fazit der gemeinsamen Zeit: "Sami ist in einer schwierigen Phase zu uns gekommen und hat einen großen Anteil daran, dass wir in der Klasse geblieben sind - vor allem durch seine Leadership-Qualitäten. Er hatte vom ersten Tag an einen großen Zugriff auf alle Spieler. Sie haben ihm zugehört. Ich bin froh, dass wir ihn hier hatten. Es ist schade, dass er diesen Schritt geht, aber ich freue mich auch für ihn. Er wird immer eine offene Tür in Berlin haben."

Dardai zu Khedira: "Guck' mal auf die Taktiktafel"

Khedira hätte gerne bereits am vergangenen Samstag gegen den 1. FC Köln (0:0) wieder ins Geschehen eingegriffen. Trainer Pal Dardai hatte ihn da wegen der Wadenverletzung und eines möglichen Risikos noch gebremst ("Vielleicht war er sauer"), ihm aber für das letzte Spiel in Hoffenheim bereits ein Startelf-Ticket in Aussicht gestellt: "Ich hab' ihm gesagt: 'Guck' mal auf die Taktiktafel, du stehst da in der Anfangself und kannst entscheiden, ob du das möchtest.' Da hat er gesagt: 'Natürlich möchte ich.'"

Somit wird der Routinier in seinem 107. und letzten Bundesliga-Spiel am Samstag in der Berliner Anfangsformation stehen und schauen, wie lange die Kraft reicht. Auch Dardai fand warme Worte für den scheidenden Leader, der beim Wecken des neuen Teamgeists in der Kabine eine maßgebliche Rolle gespielt hat: "Er hatte vielleicht wenig Spielzeit, aber der Mensch und Sportler Khedira hat Großartiges geleistet. Dafür bedanken wir uns."

Jeder Platz weiter oben in der Tabelle bringt dem Verein Geld.

Pal Dardai

Nach acht Spielen ohne Niederlage soll Herthas Positiv-Serie auch über das Spielende am Samstag hinaus Bestand haben. Nachlassen ist trotz des bereits geschafften Klassenerhalts verboten. "Es geht für uns um sehr viel", sagte Dardai. "So haben wir die ganze Woche moderiert und trainiert: mit harten Zweikämpfen, richtig Bewegung und viel Action, damit wir nicht einschlafen und denken, dass wir schon im Urlaub sind."

Nach der 0:3-Heimniederlage am Ende der Hinrunde, dem vorletzten Spiel unter Dardais Vorgänger Bruno Labbadia, habe Hertha "noch eine Rechnung offen", betonte der Ungar. "Jeder Platz weiter oben in der Tabelle bringt dem Verein Geld. Und wenn wir ungeschlagen nach Hause gehen, nehmen wir das mit ins nächste Jahr. Das ist positive Energie."

Radonjics Zukunft wird aktuell intern besprochen

Nach dem Extrem-Umbruch im vergangenen Sommer soll der Kader in der bevorstehenden Transferperiode eher moderat verändert werden. Dennoch wird es Umbauten geben. Sami Khedira geht von Bord. Arsenal-Leihgabe Matteo Guendouzi kehrt nach London zurück. Die Zukunft des anderen Leihspielers Nemanja Radonjic, der Olympique Marseille gehört und den Hertha bis Ende Mai für knapp zwölf Millionen Euro fest verpflichten kann, wird aktuell klubintern besprochen. Die Verträge von Peter Pekarik und Mathew Leckie laufen aus. Profis wie Eduard Löwen und Daishawn Redan kamen zuletzt fast gar nicht zum Zug und dürften keine Zukunft haben.

Und womöglich verlässt mit Matheus Cunha auch ein Spieler den Klub, der in den eineinhalb Jahren seit seinem Wechsel von RB Leipzig zu Hertha etliche geniale Aktionen und ebenso viele Ego-Momente hatte. Sportchef Friedrich bestätigte am Donnerstag, dass der ursprünglich bis 2024 laufende Vertrag mit dem Brasilianer bereits vor einiger Zeit um ein weiteres Jahr bis 2025 verlängert wurde. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Leeds United intensiviert Kontakt zu Matheus Cunha

Dass Matheus Cunha wegen der neuen Laufzeit länger bleibt, ist keineswegs garantiert - im Gegenteil: Er wird für Interessenten dadurch allenfalls teurer. Leeds United und Coach Marcelo Bielsa hatten bereits im Winter Kontakte zu Matheus Cunha geknüpft, jetzt intensiviert der Premier-League-Klub sein Werben. Unverkäuflich ist der offensive Freigeist keineswegs. Hertha hatte im Januar 2020 18 Millionen Euro Ablöse an Leipzig bezahlt. Sollte ein Klub etwa das Doppelte bieten, dürfte der Mann, den Dardai "für unsere Verhältnisse ein Genie" nannte, wohl gehen.

Steffen Rohr

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