Champions League

PSG-Matchwinner Choupo-Moting: "Der Rest ist Geschichte"

Tuchels verhinderter Jubelsprint

Matchwinner Choupo-Moting: "Der Rest ist Geschichte"

Eric Maxim Choupo-Moting

"Wir wollten es als Team aufs Feld bringen": Eric Maxim Choupo-Moting hat an sein Team geglaubt - und wurde mit seinem Siegtreffer in der Nachspielzeit belohnt. getty images

Thomas Tuchel reckte die Fäuste gen Himmel, schlug mehrfach auf seine zur Sitzgelegenheit umfunktionierte Kühlbox ein und schrie seine Ekstase lauthals heraus. Hätte sich der PSG-Trainer nicht vor wenigen Tagen den Mittelfuß gebrochen, wäre er wohl quer über den Platz zu seinen Spielern und geradewegs hinein in die Jubeltraube gerannt: "Stellen Sie sich vor, was ich gemacht hätte, wenn ich zwei Beine hätte!" Wer den Gesichtsausdruck Tuchels sah, wusste allerdings auch so, wie viel Ballast von ihm abgefallen sein musste um 22:51 Uhr, als sein Team den Siegtreffer erzielte.

Nur drei Minuten vorher hatte es noch danach ausgesehen, als ob Paris erneut frühzeitig aus der Champions League ausscheiden würde. Bis zur 90. Minute hatte sein Team mit 0:1 zurückgelegen und es verpasst, die Überlegenheit in der zweiten Hälfte in Zählbares umzumünzen.

Spielersteckbrief Choupo-Moting
Choupo-Moting

Choupo-Moting Eric Maxim

Spielersteckbrief Mbappé
Mbappé

Mbappé Kylian

Trainersteckbrief Tuchel
Tuchel

Tuchel Thomas

Tuchel selbst hatte einen nicht unwesentlichen Anteil am Comeback seiner Mannschaft. Mit den Einwechslungen des wiedergenesenen Kylian Mbappé (nach Knöchelverletzung) nach einer Stunde sowie des ehemaligen Bundesliga-Profis Eric Maxim Choupo-Moting (79.) hatte Tuchel ein glückliches Händchen bewiesen. Mit Mbappé kam mehr Geschwindigkeit, vor allem aber auch mehr Zug zum Tor ins Spiel. Exemplarisch dafür stehen die neun Torschüsse, die PSG nach seiner Einwechslung abgab, gegenüber sieben Versuchen davor (in der doppelten Zeit).

Choupo-Moting: "So können wir nicht ausscheiden"

Dass Mbappé im Falle seines Einsatzes den Unterschied ausmachen kann, war hinlänglich bekannt. Choupo-Moting dürfte Bergamo dagegen eher weniger auf der Rechnung gehabt haben. Doch der 31-Jährige leitete nicht nur den Ausgleichstreffer durch seine Flanke auf Neymar ein, sondern erzielte das entscheidende 2:1 kurz darauf höchstselbst. "Es war ein verrücktes Spiel. Wir haben gezeigt, dass wir bis zum letzten Moment an uns geglaubt haben", so Choupo-Moting, der ebenfalls preisgab: "Als ich ins Spiel kam, dachte ich mir: So können wir nicht ausscheiden und nach Hause fahren. Ich habe an mich und das Team geglaubt - der Rest ist Geschichte von Paris."

Man stelle sich vor, wie die französischen Medien im Falle eines Viertelfinals gegen den Außenseiter des Wettbewerbs mit dem Team umgegangen wären. Der Druck auf die Spieler und besonders Tuchel wäre sicherlich nicht kleiner geworden. "Ich bin sehr glücklich, dass wir es geschafft haben", freute sich Choupo-Moting daher und fügte an: "Wir haben bereits vier Titel in dieser Saison gewinnen, aber die Champions League ist der wichtigste. Jeder weiß, dass wir überragende Einzelspieler haben, aber wir wollten es auch als Team aufs Feld bringen."

Tuchel: "Man braucht auch Glück"

Ein gebührender Schlusspunkt und das passende Geschenk also für den Klub, der vor exakt 50 Jahren gegründet wurde. "Diesen Geburtstag werden wir nicht vergessen", prophezeite Tuchel, der von einem "großen Schritt für uns alle" sprach und meinte: "Für mich war es ein verdienter Sieg, aber wenn man so spät trifft, ist auch Glück dabei. Aber ich bin der erste, der zugibt, dass man auch Glück braucht."

psz