Bundesliga

Matarazzos Abschied ist in Stuttgart kein Thema

Trainersuche in Augsburg, Gladbach, Wolfsburg, Hoffenheim und auf Schalke tangiert auch VfB

Matarazzos Abschied ist in Stuttgart kein Thema

In Stuttgart hoch geschätzt: Pellegrino Matarazzo.

In Stuttgart hoch geschätzt: Pellegrino Matarazzo. IMAGO/Eibner

Die Analyse der gerade beendeten Saison läuft. Vorstandschef Alexander Wehrle, Sportdirektor Sven Mislintat und Matarazzo besprechen aktuell Vergangenheit und Zukunft, in der der Trainer eine wichtige Rolle spielt und spielen soll. Dass gleich fünf Ligakontrahenten einen neuen Übungsleiter suchen, hat man auch in Stuttgart Bad Cannstatt wahrgenommen. Unruhig werden die Verantwortlichen deswegen nicht. Weder AG-Chef noch Sportchef haben vor, ihren Chefcoach abzugeben.

Matarazzo, der sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren vom Ligafrischling zum Klassenerhalts-Trainer entwickelt hat,  ist vertraglich bis Ende Juni 2024 an die Schwaben gebunden. Er könnte frühestens 2023 per Ausstiegsklausel eigenständig einen Abschied anstreben. Entsprechend wird sein Name bei den auf der Suche befindlichen Klubs wie dem FC Augsburg, VfL Wolfsburg, FC Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und TSG Hoffenheim durchaus aufgegriffen, allerdings ohne Chance, weil ohne Perspektive, behandelt.

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Die Verantwortlichen in Stuttgart sind voll des Lobes für den stets aufgeräumt wirkenden und für seine klare Arbeitsweise geschätzten 44-Jährigen. "Ich schätze an Rino, dass er eine gewisse Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, aber dennoch extrem fokussiert, fleißig und detailversessen arbeitet", meinte Wehrle kurz vor dem dramatischen Saisonfinale gegen den 1. FC Köln, das die Stuttgarter mit 2:1 gewannen. Der Vorstandboss, der Mitte März den Posten von Thomas Hitzlsperger übernommen hat, habe in seiner bisherigen Amtszeit "einen sehr, sehr positiven Eindruck" von Matarazzo bekommen.

Dass ausgerechnet Hoffenheim, das den US-Italiener im Dezember 2019 gen Stuttgart ziehen ließ, jetzt einen neuen Trainer sucht, macht niemanden nervös. Es gibt keinen Gedanken und auch keinerlei Druck, den beliebten Coach abzugeben, der bei der TSG als Assistent von Julian Nagelsmann gewachsen ist und große Wertschätzung erfahren hat.

Muss Mislintat Kompetenzen abgeben?

Das gleiche gilt für Kaderplaner Mislintat, auch wenn der in diesen Tagen diskutierte Gedanke, möglicherweise einen externen Sportvorstand als weitere sportliche Kompetenz in der Klubführung zu implementieren, beim 49-Jährigen grundsätzlich bisher weniger gut angekommen war. Der Sportdirektor, der noch bis 2023 gebunden ist, sieht sich als Mann für alle Fälle, der ungern Kompetenzen abgibt oder abgeben möchte. Dennoch hat er zuletzt anklingen lassen, für alle Ideen offen zu sein. Auch für die, den Posten selbst zu übernehmen.

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George Moissidis