Viel Geduld war gefragt, bis der Transfer von Josha Vagnoman zum VfB in trockenen Tüchern war. Der Hamburger SV und sein Stuttgarter Verhandlungsgegenüber feilschten um den 21-Jährigen, der sich früh für die Schwaben entschieden hatte. Am Ende einigte man sich auf eine Basisablöse von rund 3,5 Millionen Euro; auf Boni, die die Summe auf etwa 4,5 Millionen erhöhen können, sowie auf eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent. Im das einwöchige Trainingslager in Weiler im Allgäu abschließenden Testspiel gegen den Brentford FC (2:1) konnte der U-21-Nationalspieler Matarazzo schonmal überzeugen. Doch für Stuttgarts Chefcoach war das nur ein erster Schritt. Der 44-Jährige erwartet mehr.
Insgesamt "einen ordentlichen Auftritt" attestiert Matarazzo dem Rechtsverteidiger nach dem 2:1 der Schwaben gegen den Premier-League-Klub aus London. "Josh hatte gute tiefe Laufwege, auch ballfern, hatte ein gutes Timing und eine gute Ausstrahlung", erklärt der gebürtige US-Amerikaner, der allerdings auch etwas zu bemängeln hatte. "In der Anfangsphase hat er in der Kette nicht rechtzeitig durchgedeckt. Das hat er angepasst und war danach gut." Zudem seien die horizontalen Anspiele des Neuzugangs ausbaufähig. "Das kann er noch besser. Aber die Leistung war ordentlich."
Der Spieler selbst ist ebenfalls fürs Erste zufrieden. Mit seinem Debüt im VfB-Trikot, wie auch mit der Wahl seines neuen Arbeitgebers. Alternativen hätte es durchaus gegeben. "Aber für meinen nächsten Karriereschritt ist dieser Schritt der bessere. Ich bin hier perfekt aufgehoben", sagt Vagnoman, der in sich zwei Persönlichkeiten vereint sieht. "Auf dem Feld bin ich ein ganz anderer Mensch, da bin ich voller Energie. Neben dem Platz bin ich entspannter, komme mit jedem klar." Dass er seit Beginn seiner Karriere immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat, würde ihn nicht beschäftigen. Natürlich gebe es die eine oder andere Kleinigkeit, die ihm das Leben gelegentlich schwermache, "aber keine, die sich extrem auf das Training oder das Spiel auswirkt, sondern nur welche, die man verbessern kann, um das Risiko zu minimieren".


