Bundesliga

Matarazzo sieht Naivität: "Es mangelte an Alarmbereitschaft"

VfB-Trainer übt Kritik und lobt die Joker

Matarazzo sieht Naivität: "Es mangelte an Alarmbereitschaft"

"Es geht nicht allein um die Kette": Pellegrino Matarazzo mit Marc Oliver Kempf.

"Es geht nicht allein um die Kette": Pellegrino Matarazzo mit Marc Oliver Kempf. imago images

Zwischenzeitlich musste den 7123 Stuttgart-Anhängern in der wiedereröffneten Mercedes-Benz-Arena angst und bange werden. Leichtfüßig und zielstrebig hatte der SC Freiburg rund eine Stunde lang die Defensive ihres VfB in so manche Verlegenheit gestürzt. Nur die beiden wegen Abseits aberkannten Treffer von Lucas Höler (29.) und Nils Petersen (50.) ließen den schwäbischen Stolz nicht frühzeitig wie eine Primel in der Wüste eingehen. Ein ergebnistechnisches Debakel drohte, bevor die Gastgeber in einer starken Endphase der Partie aus einem 0:3 fast noch ein 3:3 machten - aber nur fast.

Dennoch lässt Matarazzo Gnade walten. "Wir haben auch in der Phase, in der wir die Gegentore kassiert haben, nicht schlecht gespielt", sagt der Chefcoach. "Wir waren aber ein Stück weit zu naiv beim Verteidigen, zum Beispiel bei den Standards vor dem 0:1 und dem 0:2. Es mangelte an Alarmbereitschaft."

"Spiele werden im Strafraum gewonnen. Alles dazwischen ist Schall und Rauch"

Der 42-Jährige will diese Mängel unverblümt ansprechen und aufarbeiten. Allerdings würde seine Kritik nicht nur die wackelige Defensive um die Dreierkette mit Waldemar Anton, Marcin Kaminski und Marc Oliver Kempf treffen. "Es geht nicht allein um die Kette, sondern um alle auf dem Platz", so Matarazzo, der explizit die Vorderleute des an diesem Tag sehr unglücklich agierenden Kaminski mit einbezieht.

Wer wie oft Bundesliga-Tabellenführer war

Im Mittelfeld habe man "etwas zu lang gebraucht, um abzuspielen. Da war immer ein Kontakt zu viel. Dadurch haben sich die Passfenster geschlossen." Man habe außerdem "in Phasen, in denen Freiburg höher gepresst hat, nicht genug Spieler in Ballnähe bekommen" und sei so dem Gegner oft nicht richtig beigekommen. "Es waren ein paar Dinge dabei, die wir schnell abstellen müssen und können." Zu denen auch die gewohnt ausbaufähige Chancenverwertung zählt. "Spiele werden im Strafraum gewonnen. Alles dazwischen ist Schall und Rauch", so Matarazzo. "Freiburg war effizienter als wir."

Matarazzo lobt die Eingewechselten - vor allem Klement

Das änderte sich erst mit der Hereinnahme von Philipp Klement und Sasa Kalajdzic. Der Mittelfeldspieler übernahm die Organisation der VfB-Offensive, der Angreifer den Part des Freiburger Torgefährders. "Philipp hat ein gutes Spiel gemacht, hat viele Bälle festgemacht, hat gute Pässe gespielt, und seine Standards sind immer gefährlich", so Matarazzo, der an alle Einwechsler ein Lob verteilt. "Auch Sasa hat gut gespielt und sein Tor gemacht. Wie auch die anderen, die eingewechselt wurden." Er meinte die Bundesliga-Debütanten Hamadi Al Ghaddioui und Momo Cissé.

George Moissidis