Bundesliga

TSG-Coach Matarazzo beschwört den Kipppunkt

Nach "befreiendem Sieg" in Dortmund

Matarazzo beschwört den Kipppunkt

Pellegrino Matarazzo feierte mit der TSG "einen befreienden Sieg".

Pellegrino Matarazzo feierte mit der TSG "einen befreienden Sieg". IMAGO/osnapix

Natürlich hat Pellegrino Matarazzo absolut recht, wenn er nach dem 3:2-Erfolg beim BVB sagt, dass er wusste: "Wenn es kippt, dann kippt es richtig." Denn dass der TSG der - erhoffte - "momentum changer", wie es der Trainer ausdrückte, also der Impulsgeber hin in eine andere Richtung, beim amtierenden Vize-Meister gelang, ist schon ein Ausdruck der Qualität, die grundsätzlich in den Kraichgauern steckt. Das bestätigt auch Sportgeschäftsführer Alexander Rosen in seinem Handeln, nach dem insgesamt schwachen 1:1 gegen den 1. FC Köln und dem unglücklichen 0:1 gegen den 1. FC Union in den Vorwochen keinen Millimeter Zweifel daran zu lassen, dass Matarazzo der richtige Mann sei. In einer übrigens nach wie vor dem Vernehmen nach verfahrenen Lage im Top-Management des Bundesliga-Siebten.

Kurios ist dabei die Tabellenkonstellation: Weil auch die Konkurrenz um Europa und Conference League schwächelt, steht die TSG mit nur vier Zählern Rückstand auf Rang sechs da und das trotz eines bedenklichen Negativlaufs vor dem 3:2 mit nur einem Sieg aus 14 Pflichtspielen zuvor. Mit anderen Worten: Sportlich liegen die Kraichgauer im Soll, auch wenn es sich angesichts der vergangenen Wochen nicht so anfühlt. Matarazzo hofft natürlich nun auf eine Initialzündung, am Sonntag sprach er von einem "befreienden Sieg".

"Wir mussten zu viel investieren in unser Pressing"

Der allerdings nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass weite Strecken der ersten Hälfte schlicht ungenügend waren. Bei zwei Standards verteidigten speziell Anton Stach, Robert Skov und Ihlas Bebou nicht auf Bundesliganiveau, wodurch man die vom Letztgenannten erzielte Führung leichtfertig aus der Hand gab. "Wir haben in der ersten Halbzeit keinen guten Fußball gespielt", erkannte Matarazzo, "wir mussten zu viel investieren in unser Pressing."

Speziell, weil die Räume zwischen Hoffenheims Dreierkette und Doppelsechs immer wieder unbesetzt waren. Da agierte die TSG zu statisch. Erst als Matarazzo Florian Grillitsch und John-Anthony Brooks anwies, herauszurücken, besserte sich das. Zig Ballgewinne gelangen den Gästen und daraus resultierend ein schnörkelloses, zügiges Tragen des Balles nach vorne, wo Maximilian Beier zunächst das Glück des Tüchtigen und später die Ruhe eines Klasse-Stürmers hatte.

Die Probe aufs Exempel

Szenen, auf die es auch gegen das Gros der kommenden Gegner ankommen wird, schließlich warten nach Werder Bremen (H) die favorisierten Eintracht Frankfurt (A), VfB Stuttgart (H) und Bayer Leverkusen (A) und damit die Probe aufs Exempel, ob es wirklich gekippt ist.

Benni Hofmann

Viermal die 1,5 und nur zwei Profis des Top-Duos: Die kicker-Elf des 23. Spieltags