Bundesliga

Martin Schmidt erfindet sich in Mainz wieder einmal neu

Vom Trainer zum Sportdirektor

Martin Schmidt erfindet sich in Mainz wieder einmal neu

Martin Schmidt auf dem Weg zu seiner ersten Pressekonferenz als Sportdirektor beim 1. FSV Mainz.

Martin Schmidt auf dem Weg zu seiner ersten Pressekonferenz als Sportdirektor beim 1. FSV Mainz. imago images

"Er hat Feuer gefangen. Ich habe gespürt, das ist was für ihn", erinnerte sich Christian Heidel an das Telefonat an Heiligabend. Der neue Vorstand des 1. FSV Mainz 05 hat die Nummer seines ehemaligen Trainers gewählt, der den Entschluss gefasst hatte, dass die Trainerstation beim FC Augsburg, wo er im März freigestellt wurde, seine letzte gewesen sein soll. "Ich bin mir sehr sicher, dass es mit Martin harmoniert, weil wir uns schon zehn, zwölf Jahre kennen", erläuterte Heidel seine Personalauswahl.

Schmidt absolviert erste Pressekonferenz souverän

In der gut einstündigen Pressekonferenz des Klubs antwortete Schmidt auch auf heikle Frage souverän. "In der Kabine kann es nur eine Stimme geben, die des Trainers", unterstrich er sein Ansinnen, dem neuen Chefcoach von Mainz 05 nicht reinreden zu wollen. Top-Kandidat für dieses Amt bleibt Bo Svensson (41) vom FC Liefering, doch die Verhandlungen über eine Ablöse mit dem österreichischen Zweitligisten gestalten sich schwierig, auch weil die Aufstiegsklausel nur für den Sommer gilt. Für Medienberichte der VRM-Gruppe, wonach bereits eine Einigung zwischen den Parteien erzielt worden sei, gibt es aktuell noch keine Bestätigung. Weiterhin arbeiten Heidel und Schmidt aber intensiv an einer Verpflichtung Svenssons.

"Ich verspüre eine große Dankbarkeit, ich habe Mainz sehr viel zu verdanken und bin froh, dass ich in einer anderen Rolle hier sein darf", so Schmidt bei der Vorstellungsrunde. Sein Vertrag läuft zunächst bis 30. Juni 2022, wie der von Heidel. Dieser will sich künftig stärker im Hintergrund halten, weder regelmäßig an Pressekonferenzen teilnehmen, noch bei Spielen auf der Bank sitzen.

Als Cheftrainer in Augsburg, Wolfsburg und Mainz war Schmidt bereits in die Personalpolitik seiner Klubs eingebunden, nun wird er "die Komplexität des Fußballs, die ich liebe", aus einer neuen Perspektive kennenlernen. Dazu gehört auch, dass er zu Gegenspielern von Beratern wird. Damit keine Interessenskollision aufkommt, ist Schmidt mit seinem bisherigen Berater Stefan Backs übereingekommen, die Zusammenarbeit zu beenden.

"Ich spürte immer mehr, dass ich die Bausteine für den Job mitbringe", so Schmidt im Hinblick auf den Berufswechsel. In der Schweiz schaut er auf eine 30-Jährige Erfahrung als Firmengründer zurück. Bei seinen Stationen als Bundesligatrainer hat er in jüngerer Vergangenheit unterschiedliche Klubstrukturen kennengelernt. Martin Schmidt scheint für die neue Rolle gewappnet.

Michael Ebert

kicker.tv Stimme

Schmidt zu Funktionswechsel: "Ich bringe die Bausteine mit"

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