3. Liga

Marco Christ dreht die Partie

Düsseldorf - Wuppertal: John enttäuscht

Marco Christ dreht die Partie

Marco Christ

Effektiv im Abschluss: Fortunas Marco Christ erzielte zwei Tore. imago

"Wir hatten sie voll im Griff", befand Ex-Fortune Björn Weikl, der zur Halbzeit mit einer Zerrung im Oberschenkel passen musste. Tim Jerat, der beste Mann auf dem Platz, sah in der Spielunterbrechung nach einer knappen halben Stunde (für 17 Minuten) den Knackpunkt des Spiels. Wuppertaler Zuschauer hatten mehrfach Feuerwerkskörper aufs Feld geschossen.

Jerat, der das WSV-Spiel immer wieder ankurbelte und hinten mächtig rackerte: "Nach der Unterbrechung nahm ein neues Spielgeschehen seinen Lauf." Die Ampelkarte für Reichwein ließ die Partie dann vollends kippen.

Die unplanmäßige Pause habe ihnen geholfen, bestätigte Doppeltorschütze Marco Christ, "da konnten wir uns sammeln". Zu diesem kollektiven Neuanfang trug Trainer Norbert Meier mit einer "lautstarken, einseitigen Ansprache" (Meier) wesentlich bei. Wichtig war ihm, dass sein Team das Spiel gegen einen starken Gegner gedreht und endlich einmal die Chancenverwertung gestimmt habe - neben den Treffern hatten die Fortunen keine großen Einschussmöglichkeiten.

Der Erkenntnis des Fortuna-Trainers, sein Team habe das Optimale herausgeholt, wollte niemand widersprechen. Das glückliche Händchen, das Meier bei der Hereinnahme von Kadah (eine Torvorlage, ein Tor) und Heidinger (eine Torvorlage) bewies, kommentierte er selbst mit einem Augenzwinkern: "Einen guten Trainer erkennt man eben an seinen Auswechslungen."

Sein "maßlos enttäuschter" Kollege Christoph John bedauerte die "Naivität" des WSV, der beim Ausgleich den Ball fahrlässig hergegeben habe. "Da müssen wir ganz, ganz schnell den Hebel ansetzen." Sein Team habe bravourös gekämpft, sei nach der Pause aber auch an der "individuellen Klasse von Christ" gescheitert. Den Bergischen war es wie keinem anderen Gast in der LTU-Arena gelungen, vor knapp 17000 Zuschauern die Fortuna-Flügelzange Cebe/Caillas zu entschärfen.

Nach dem Spiel nahm der WSV auf seiner Homepage zu den Ausschreitungen Stellung und verurteilte "solche kopflosen Taten aufs Schärfste". Der Verein will "die Geschehnisse rückhaltlos aufklären".

Wolfgang Schmitz