Bundesliga

Maolida: "Ich bin so weit"

Herthas neuer Franzose will in Bochum loslegen

Maolida: "Ich bin so weit"

Myziane Maolida möchte am liebsten schon in Bochum sein Debüt für Hertha feiern.

Myziane Maolida möchte am liebsten schon in Bochum sein Debüt für Hertha feiern. picture alliance / nordphoto GmbH / Engler

Der erste Eindruck ist glänzend. "Ich wurde sehr herzlich aufgenommen von meinen neuen Mitspielern. Ich fühle mich wohl hier", sagt Myziane Maolida. Herthas jüngste Neuerwerbung, vor Wochenfrist für 4 Millionen Euro aus Nizza gekommen, lobt nach seiner ersten Trainingswoche in neuer Umgebung Mitspieler („Sie haben große Qualität.“) und Klub („Das Stadion ist sehr gut, die Infrastruktur auch.“). Nach drei Jahren bei OGC Nizza, das ihn 2018 für zehn Millionen Euro Ablöse von Olympique Lyon gekauft hatte, war es Zeit für einen Tapetenwechsel. Auch der RSC Anderlecht warb intensiv um Maolida, am Ende gab der Offensivspieler Hertha den Zuschlag. Zuvor hatte er sich bei seinem Landsmann Matteo Guendouzi, der sich im Vorjahr als Arsenal-Leihgabe in Berlin verdingt hatte und inzwischen nach Marseille gewechselt ist, ausführlich informiert. Was Maolida zu hören bekam, hat ihn darin bestärkt, nach Berlin zu wechseln: "Matteo hat mir gesagt, dass der Verein sehr gut ist und die Bedingungen exzellent sind - und dass die deutsche Liga für mich gut wäre."

Dardai: "Wir haben eine Idee mit ihm"

An den ersten Trainingstagen hinterließ Rechtsfuß Maolida, der auf beiden Flügeln und im Angriffszentrum einsetzbar ist, einen passablen Eindruck. Die Frage ist nur, wie schnell er sich unter Wettkampfbedingungen an die neuen Kollegen und die Körperlichkeit der Bundesliga gewöhnen kann. "Ein bisschen einen Fantasiespieler" sieht Trainer Pal Dardai in ihm: "Wir haben eine Idee mit ihm. Ich hoffe, dass wir das Maximum aus seiner Kapazität rauskitzeln können." Eine hohe Geschwindigkeit und das Eins-gegen-Eins gelten als seine Stärken, an Zielstrebigkeit und Effizienz fehlte es ihm in seinen Ligue-1-Jahren bisweilen (65 Spiele, fünf Tore, sieben Assists). Als seine Trümpfe nennt er selbst "das Dribbeln und das Kombinieren mit den Kollegen - und ich bin kreativ". Bei Hertha setzen sie darauf, dass Maolida wieder jene Qualitäten zeigt, die ihn einst in der französischen U-19-Nationalmannschaft (19 Einsätze, neun Tore) zu einem der auffälligsten Talente werden ließen - mit Mitspielern wie Malang Sarr (Chelsea) und Moussa Diaby (Leverkusen) an seiner Seite.

Tousart und Belfodil erleichtern Maolida die Integration

Bei Hertha erleichtern ihm Lucas Tousart und Ishak Belfodil die Integration. "Sie unterstützen mich sehr bei der Anpassung", sagt Maolida, der den Ku'damm und dessen Umgebung bereits erkundet hat. "Es ist für mich einfacher, wenn ich mit ihnen Französisch sprechen kann. Sie übersetzen auch für mich, wenn der Trainer etwas zu sagen hat. Aber ich möchte schnell die deutsche Sprache lernen." Der gebürtige Pariser hat beim neuen Chef bereits die unbedingte Bereitschaft hinterlegt, am Sonntag beim Auswärtsspiel in Bochum eine aktive Rolle spielen zu wollen: "Ich bin so weit. Ich freue mich auf das Spiel in Bochum. Ich habe früher Bundesliga-Spiele verfolgt und verschiedene Klubs. Bochum ist eine Mannschaft, die ich nicht so gut kannte - andere schon."

Er wird Bochum kennenlernen, am Sonntag, ab 17.30 Uhr. Hertha will nach drei Niederlagen zum Start, die es in Bundesliga-Zeiten für den Klub zuvor erst einmal gab (1972/73), gegen den Aufsteiger die Saison gewissermaßen neu beginnen. Maolida lässt sich von dem Druck, der nach dem verkorksten Start gestiegen ist, nicht verunsichern: "Man muss sich auf seine Arbeit konzentrieren. Wenn man gut arbeitet, kommt das Selbstvertrauen wieder." Die Erwartungen an sich fasst er prägnant zusammen: "Ich soll mit meinem Spiel zu Toren beitragen. Der Trainer zählt auf meine Qualität."

Steffen Rohr

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