Bundesliga

1899 Hoffenheim - Marcus Manns Pläne: Primär ausbilden, U 23 stärken

Mack-Nachfolger über Hainer, 3. Liga und Co.

Manns Pläne: Primär ausbilden, U 23 stärken

Neuzugang in der Sportlichen Leitung der TSG Hoffenheim: Marcus Mann.

Neuzugang in der Sportlichen Leitung der TSG Hoffenheim: Marcus Mann. picture-alliance

In die stieg er nicht zuletzt in seiner jüngsten Rolle auf, nämlich als Sportchef des 1. FC Saarbrücken. Dort fungierte er vier Jahre, mit dem Titel in der Regionalliga Südwest zum Abschluss, wenngleich der 36-Jährige das gewiss weniger genießen konnte, da die Saison wegen der Pandemie abgebrochen wurde. Gerade seine Erfahrung im Seniorenbereich will der frühere Verteidiger dem TSG-Nachwuchs mitgeben: "Das primäre Ziel ist es, Spieler für den eigenen Profikader auszubilden - das wird sich durch mich nicht ändern, denn das ist die Philosophie des Vereins. Ich glaube aber schon, dass ich das ein oder andere Leistungsorientierte, Ergebnisorientierte durch meine Erfahrung in Saarbrücken reinbringen kann." Frei nach dem Motto, dass mit einer guten Ausbildung auch gute Ergebnisse einhergehen.

Und natürlich mit der Grundqualität bei den Nachwuchskickern, wo die Kraichgauer zuletzt einen heftigen Aderlass zu verzeichnen hatten. Ob dieser mit der längeren Vakanz zusammenhängt, möchte Mann nicht groß bewerten. Zuletzt kritisierte TSG-Finanzchef Frank Briel nach den Wechseln der Talente Armindo Sieb und Mamin Sanyang an die Isar: "Es ist auch unter Solidaritätsaspekten zumindest diskussionswürdig, dass der FC Bayern mit einer dreiviertel Milliarde Euro Umsatz nun das Geschäftsfeld der Talent-Abwerbung derart aktiv betreibt." Damit hat der Herr der Hoffenheimer Zahlen durchaus recht, andererseits bedient sich eben die TSG selbst auch bei Klubs, die eine Stufe unter ihr stehen - zumindest kamen mit den Offensiven Gautier Ott (18, AS Nancy) und (der derzeit an der Leiste verletzte) Fisnik Asllani (17, Union Berlin) kürzlich zwei Hochtalentierte von kleineren Vereinen ablösefrei in die Akademie des Bundesligisten.

"Als Bundesligaverein muss man sich mit einer U 23 in der 3. Liga beschäftigen"

Jenes Duo soll übrigens genau wie der ebenso noch für die U 19 spielberechtigte Marco John bereits in die U 23 von Coach Marco Wildersinn hochgezogen werden, die die Saison als Neunter der Regionalliga Südwest mit einem gehörigen Abstand zur Spitze beendete. Mit dem Ex-Mainzer Niklas Kölle (20) stößt ein regionalligaerfahrener, dennoch junger Defensivmann dazu. Dass eine Zweitvertretung in der 3. Liga sinnvoll wäre, weiß auch Mann: "Als Bundesligaverein muss man sich mit den Gedanken einer U 23 in der 3. Liga beschäftigen. Das ist definitiv näher dran am Profibereich, die Spiele finden vor Kulissen statt, die der Bundesliga näherkommen." Die harte Konkurrenz aber kennt Mann noch bestens aus Saarbrücken: "Wir haben Mannschaften wie Elversberg, Offenbach, Ulm, das sind gestandene Profiteams. Waldhof Mannheim hat Jahre gebraucht für den Aufstieg, natürlich auch erschwert durch die Relegation." Auf Gedeih und Verderb jedenfalls müsse die U 23 der TSG nicht hoch.

Die Platzierungen der U 23 müssen besser werden

"Ich kann auch der Regionalliga Positives abgewinnen", sagt der neue Nachwuchschef, neben dem Dominik Drobisch das NLZ in Sachen Verwaltung leitet. Mann liegt am Herzen, dass die U 23 eine höhere Wertigkeit bekommt, verbunden mit der Forderung: "Die Platzierungen müssen besser werden."

Dass vor dem Hintergrund der Drittligameisterschaft des FC Bayern II die vom Münchner Aufsichtsratschef Herbert Hainer angestoßene Debatte um eine Zulassung der U-23-Teams in der 2. Liga Bestand hat, glaubt Mann nicht. Das Unterhaus sei für die meisten Reserveteams weit weg, denkt er. Und: "Bis zum Re-Start war nicht absehbar, dass Bayern II Meister wird, ich glaube auch nicht, dass sie das wiederholen können. Ich denke: Diese Diskussion ist schnell wieder vom Tisch."

Benni Hoffmann

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