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Manfred Hanusek: Als Quereinsteiger ins größte eTennis-Turnier der Welt

Der ungewöhnliche Weg des eSport-Neulings

Manfred Hanusek: Als Quereinsteiger ins größte eTennis-Turnier der Welt

Manfred Hanusek vertrat Deutschland unerwartet in der Roland Garros eSeries.

Manfred Hanusek vertrat Deutschland unerwartet in der Roland Garros eSeries. kicker eSport/Roland-Garros/Manfred Hanusek

Im professionellen eSport wie im Sport gilt die Regel: Übung macht den Meister. Nur mit harter Arbeit, der richtigen Technik und viel Fleiß, stellt sich Erfolg ein. Vor allem, wenn man in die Top-Riege des Sports kommen will. Im Falle von Manfred Hanusek spricht man wohl eher vom schnellen Weg zum Durchbruch. Der deutsche Vertreter beim Roland-Garros eTennis-Turnier profitierte davon, dass die eSport-Szene im virtuellen Tennis noch in den Kinderschuhen steckt.

"Bis kurz vor dem Event habe ich noch nie Tennis an der Konsole gespielt", verrät Hanusek. "Als riesiger Tennis Fan habe ich mir gedacht 'ich kann ja mal mitmachen'." Direkt die Qualifikation zu schaffen, kam für ihn selbst überraschend. Dass er überhaupt zum Controller statt zum Schläger griff, war "mehr ein Zufall." Der langjährige Tennisspieler stand damit jedoch als eSport-Neuling nicht alleine in der Finalrunde, die bereits im Mai in Paris ausgetragen wurde. "Einige der anderen Kontrahenten haben ähnlich wie ich das Spiel nur für das Event angefangen."

"Bis kurz vor dem Event habe ich noch nie Tennis an der Konsole gespielt"

Manfred Hanusek

Einer der Gründe, warum eTennis noch längst nicht so etabliert ist wie beispielsweise FIFA, ist die schlechte Umsetzung auf dem virtuellen Platz. Tennis World Tour 2 bilde den Sport nicht versiert genug ab, so sieht es zumindest Hanusek.

Tennis World Tour 2 als unwürdiger Vertreter des Sports

"Das Spiel hat, und da waren wir uns alle acht Spieler vor Ort einig, noch große Probleme was Balancing und Bugs angeht", schildert er die Eindrücke der Finalteilnehmer. Die Simulation habe mit echtem Tennis leider recht wenig gemeinsam. Der eSport sei durch eintönige Ballwechsel, bei denen lediglich Timing entscheide, "auch zum Zuschauen sehr langweilig." Leider litt darunter das gesamte Event. Im Vorfeld noch als große Karriereförderung für eTennis angekündigt, entpuppte sich das Grand Final eher als Werbeveranstaltung denn als eSport-Ereignis. "Das Turnier selbst, so wirkte es auf uns Spieler zumindest, wurde nicht ausreichend ernst genommen. Es ging nicht wirklich um den Sieger oder den Kampf zwischen uns."

Während der Finalpartie wurde von den Moderatoren gar komplett der Fokus vom Spiel genommen und stattdessen "über einen Tennis-Film und mit Gästen über ganz andere Themen gesprochen." Begeisterung und Nachwuchsförderung geht anders. Hanusek hatte trotzdem Spaß, bei der Endrunde dabei gewesen zu sein. "Das Event war eine mega tolle Erfahrung, aber nicht wegen des Spiels, sondern wegen dem miteinander mit den anderen Spielern."

Bei zukünftigen Turnieren wolle er zudem weiter mitmachen. Der eSport-Quereinsteiger hat die Hoffnung, dass eTennis in Zukunft professioneller ausgetragen werden wird. Der Fokus solle bei kommenden Events mehr auf das Turnier gelegt werden. "Dann könnte eTennis auch eine Möglichkeit haben, einen ansehnlichen kompetitiven Bereich zu bekommen. Sofern auch an dem Spiel selbst noch etwas getan wird."

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