Champions League

ManCitys verpatztes Elfmeterschießen: Welche Rolle spielten die eigenen Fans?

Guardiola erklärt Auswechslung von Haaland und De Bruyne

ManCitys verpatztes Elfmeterschießen: Welche Rolle spielten die eigenen Fans?

Keine Elfmeter-Experten: Mateo Kovacic (li.) und Bernardo Silva nach ihren Fehlschüssen gegen Real Madrid.

Keine Elfmeter-Experten: Mateo Kovacic (li.) und Bernardo Silva nach ihren Fehlschüssen gegen Real Madrid. imago images (2)

Antonio Rüdiger schoss Real Madrid ins Champions-League-Halbfinale. Doch hielt er auch einen Elfmeter? Es war eine von vielen Fragen, die sich nach einem Elfmeterschießen stellten, bei dem für Manchester City so ziemlich alles schieflief.

Obwohl Luka Modric mit seinem Fehlschuss am späten Mittwochabend für einen perfekten Auftakt gesorgt hatte, verspielte der Titelverteidiger das Weiterkommen noch. Während bei den Königlichen alle weiteren Schützen trafen, scheiterten Bernardo Silva und Mateo Kovacic jeweils an Torhüter Andriy Lunin. Doch warum traten sie überhaupt an?

Guardiola: Haaland und De Bruyne wollten ausgewechselt werden

Weder Bernardo Silva noch Kovacic haben in ihrer Profikarriere - und sie sind jeweils 29 Jahre alt - in der regulären Spielzeit einen Elfmeter geschossen, auch wenn sie in ManCity-Elfmeterschießen jeweils schon verwandelten (Kovacic einmal, Bernardo Silva dreimal). Dass sie diesmal antraten, lag auch daran, dass Erling Haaland, ManCitys erste Wahl bei Strafstößen, und Kevin De Bruyne nicht mehr auf dem Platz standen. "Sie haben mich darum gebeten, sie auszuwechseln", erklärte Trainer Pep Guardiola. "Sie konnten nicht weitermachen." Haaland war mit Anbruch der Verlängerung draußengeblieben, De Bruyne in der 112. Minute.

Und dann spielten auch noch kuriose Umstände eine Rolle, bevor Bernardo Silva und Kovacic verschossen. Als Ersterer bereitstand, fehlte der Ball: Modric hatte diesen nach seinem Fehlschuss wütend auf die Tribüne geschossen, und die ManCity-Fans rückten ihn nicht heraus. Rund 40 Sekunden vergingen, ehe Bernardo Silva antreten konnte. "Das wird ihn aus dem Rhythmus gebracht haben", mutmaßte Ex-ManCity-Profi Joleon Lescott als Experte bei TNT Sports. "Das ist eine lange Zeit, da fängt man an zu denken."

Am Ende schoss Bernardo Silva den Ball so lasch in die Mitte, dass Lunin ihn sogar fangen konnte. "Bernardo ist ein verlässlicher Spieler", verkniff sich Guardiola jede Kritik. "Er wollte ihn schießen und hat sich entschieden, ihn so zu schießen. Es ist, wie es ist."

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Rüdigers Fingerzeig - Guardiola zitiert Cruyff

Kovacic, für De Bruyne eingewechselt, visierte kurz danach das linke Eck an, was Lunin geahnt hatte. Weil er einen entscheidenden Tipp bekam? Es gibt Videomaterial, das zeigt, wie Rüdiger seinem Keeper genau diese Ecke mit einem klaren Fingerzeig empfiehlt. Kovacic und Rüdiger spielten zwischen 2018 bis 2022 gemeinsam beim FC Chelsea, Champions-League-Triumph 2021 inklusive. Mit Reals Ersatzmann Kepa hatte ein weiterer ehemaliger Chelsea-Profi vor dem Elfmeterschießen Lunin noch einige Worte mit auf den Weg gegeben.

Und so passte Guardiolas Bonmot nach dem Spiel gerade zum Elfmeterschießen gut: "Johan Cruyff hat gesagt, Glück gibt es nicht, ich stimme ihm zu", sagte der Katalane, fasste den Abend aber ohne Groll zusammen: "Wir bereuen absolut nichts. Wir haben in allen Bereichen hervorragend gespielt, aber leider nicht gewonnen. Um Real Madrid zu schlagen, muss man sein Bestes geben. Wir haben unser Bestes gegeben, aber es war nicht genug."

ManCity, in der Premier League (1. Platz) und im FA Cup (Halbfinale gegen Chelsea am Samstag) weiterhin auf Kurs, wird sein Triple aus dem Vorjahr also nicht wiederholen. Ein Elfmeterschießen war damals nicht dabei.

jpe

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