Bundesliga

Maloney: "Dortmund war eine große Ehre"

Rückkehr in die Bundesliga auf dem zweiten Bildungsweg

Maloney: "Dortmund war eine große Ehre"

Freut sich in der Bundesliga vor allem auf Union: Heidenheims Lennard Maloney.

Freut sich in der Bundesliga vor allem auf Union: Heidenheims Lennard Maloney. IMAGO/Ulmer/Teamfoto

Lennard Maloney verkörpert exakt das Heidenheimer Beuteschema. Der Deutsch-Amerikaner kam vergangenen Sommer ablösefrei aus der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund, ist als gebürtiger Berliner natürlich deutschsprachig, jung und noch entwicklungsfähig und wird vom Ehrgeiz getrieben, es eben auf dem zweiten Bildungsweg ganz nach oben zu schaffen.

Der erste Schritt ist dem 23-Jährigen in der abgelaufenen Saison schon mal eindrucksvoll gelungen. Mit 33 Einsätzen war Maloney Stammkraft und steuerte so seinen Anteil bei zum Aufstieg des 1. FC Heidenheim in die Bundesliga.

Es war eine große Ehre für Dortmund schon mal in der Bundesliga zu spielen.

Lennard Maloney

Ins Oberhaus hatte Maloney bereits reingeschnuppert. Über seinen Ausbildungsverein Union Berlin und einem Abstecher nach Chemnitz war der Defensivspieler vor drei Jahren zur Dortmunder Reserve gewechselt. Und hatte sich im zweiten Jahr bei der Borussia sogar zwei Einsätze in der Bundesliga verdient. "Natürlich war es eine große Ehre, auch für Dortmund schon mal in der Bundesliga zu spielen", schwärmte Maloney noch heute, "damals war ich ja gar nicht für die Bundesliga-Mannschaft vorgesehen, und man muss auch realistisch sehen, was Dortmund für Spieler hat, ich war U-23-Spieler, alles was da Richtung Profis passierte, war ein absoluter Bonus."

"Ganz anderes Gefühl" mit Heidenheim

Immerhin hat ihn das auch in en Fokus der Heidenheimer gerückt, jetzt kehrt er unter ganz anderen Umständen zurück in die 1. Liga. "Es ist noch mal ein ganz anderes Gefühl, wenn du mit einer Mannschaft viel dazu beigetragen hast, in die höchste Liga zu kommen" versichert Maloney, "da ist die Motivation und die Vorfreude noch viel größer, weil du weißt, du hast wirklich aktiv daran teilgenommen." Und wie. Maloney brachte genau diese Mentalität auf den Platz, für den der FCH steht. Entweder im defensiven Mittelfeld oder als Innenverteidiger ließ Maloney die Gegner seine aggressive Zweikampfhärte und -stärke spüren. Eine favorisierte Position hat er derweil nicht, "da wo der Trainer mich braucht, spiele ich. Ist mir wirklich gleich."

Trotz des Dortmunder Vergangenheit fiebert der Berliner den Duellen mit Union entgegen. Union steht ganz oben, aber es ist nur eines von vielen Highlightspielen“, so Maloney, "da schiele ich gerne und oft rüber, ich kenne dort noch viele Leute und weiß, was der Aufstieg dieses Klubs den Fans und allen dort bedeutet."

Vorbild Jermaine Jones und der Traum vom US-Team

Wie sein früheres Vorbild Jermaine Jones hat der Sohn eines US-Amerikaners und einer Deutschen zunächst für deutsche Auswahlteams gespielt, war dann aber in der U 20 zum US-Verband gewechselt. "Mein Papa ist Amerikaner, ich bin zweisprachig und habe auch beide Staatsbürgerschaften. Ich habe für beide Verbände schon gespielt, würde noch mal einer anfragen, hätte ich nichts dagegen, erklärt Maloney, "aber ehrlich gesagt, schlägt mein Herz eher für die USA, das kann ich auch nicht erklären, es ist einfach eine Herzensangelegenheit. Es erfüllt einen mit Stolz, für dieses Land aufzulaufen." Möglicherweise kommt er diesen Ziel mit guten Auftritten nun auch in der Bundesliga einen Schritt näher.

Heidenheims Erfolgsrezept: "Für und miteinander sprechen"

Allerdings wird alles dem großen Heidenheimer Ziel untergeordnet: Klassenerhalt: Ein keineswegs utopisches Unterfangen, "weil wir eine unglaubliche Geschlossenheit haben und als Mannschaft auftreten, das ist unsere größte Stärke, da ist jeder für den anderen da", erläutert Maloney, "hier wird nicht übereinander gesprochen, sondern mit- und füreinander gesprochen, das wird ein wichtiger Faktor sein, um in der Liga zu bestehen. Das leben wir tagtäglich, das geht dann in Fleisch und Blut über."

Michael Pfeifer

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