2. Bundesliga

Bremens Mai und der grimmige Blick: "Gegner soll Angst vor mir haben"

Ratschläge von Kimmich für den Bremer Neuzugang

Mai und der grimmige Blick: "Der Gegner soll Angst vor mir haben"

Für Werder Bremen am Ball: Lars Lukas Mai brennt vor Ehrgeiz.

Für Werder Bremen am Ball: Lars Lukas Mai brennt vor Ehrgeiz. imago images

Mehr als vier Jahre ist es her, dass Lars Lukas Mai den Verantwortlichen vom SV Werder erstmals aufgefallen ist. Die Bremer U-17-Auswahl musste sich an jenem 18. Juni 2017 im Finale um die Deutsche Meisterschaft dem FC Bayern mit 0:2 geschlagen geben. "Frank Baumann hat gesagt, dass er mich seit dem Spiel kennt", erklärte der Neuzugang am Freitagnachmittag in Zell am Ziller, dort, wo der Zweitligist sein rund einwöchiges Trainingslager abhält.

Am Morgen hatte der damalige Münchner Innenverteidiger nun erstmals im Werder-Dress auf dem Trainingsplatz gestanden, inzwischen bei den Profis. Im örtlichen Parkstadion verteilte Mai die Bälle aus dem Abwehrzentrum präzise an seine Mitspieler, bestritt die Zweikämpfe mit stoischer Kompromisslosigkeit. Cool, abgeklärt - so gab sich der 21-Jährige auch in einem kurzen Videoschnipsel, den der Klub bei Twitter veröffentlichte, nachdem die Verpflichtung auf Leihbasis vom FC Bayern verkündet wurde. Dazu schrieb Werders Social-Media-Abteilung: "Und im Zillertal gibt's dann auch das erste Lächeln, okay Lasse?"

Egal, wer da vorne drin steht - er wird es schwer haben.

Lars Lukas Mai

Diese Hoffnung war vergebens. Mit eiserner Miene verdeutlichte er, dass er nicht so gern lache - weil er Verteidiger sei. "Der Gegner soll Angst vor mir haben. Deswegen schaue ich so grimmig." Den Zweitliga-Angreifern, die ihn bereits aus der vergangenen Saison von seiner Leihstation beim SV Darmstadt kennen, kündigte er zudem bereits an: "Egal, wer da vorne drin steht - er wird es schwer haben." Begründet sei diese ganze Attitüde darin, dass er jeden Wettkampf gewinnen wolle, "egal ob beim Brettspiel oder hier im Training - das kommt durch den Ehrgeiz". Den führt Mai wiederum dafür an, "so weit gekommen zu sein".

Mit 14 wechselte er aus der Jugend von Zweitliga-Konkurrent Dynamo Dresden (für den sein Herz noch immer schlägt) in die U 16 vom FC Bayern. Mit der zweiten Mannschaft stieg er später in die 3. Liga auf, wurde ein Jahr später Meister. Mai durfte auch bei den Profis mittrainieren. Gegen Robert Lewandowski, und an der Seite der Verteidiger-Kollegen wie Niklas Süle, Mats Hummels oder Lucas Hernandez. Den engsten Draht entwickelte der 21-Jährige jedoch zu dem rund fünf Jahre älteren Joshua Kimmich.

Kimmichs Ratschläge für Mai

Kontakt bestehe zwischen den beiden noch immer, so Mai: "Er hat mir einiges mitgegeben: Wenn die Spielform läuft, dann kannst du als junger Spieler auch frech sein." Einen Spieler wie Kimmich, bekanntlich nicht minder ehrgeizig als er selbst, habe der Neu-Bremer jedenfalls immer lieber in der eigenen Mannschaft: "Da will ich auch mal hin."

Fußballer-Familie Mai

Doch der grimmige Verteidiger kann auch anders. "Wenn ich bei meiner Familie bin, kann ich einfach abschalten, mal nicht über Fußball reden. Man kommt auf andere Gedanken, das bereitet mir Freude". Dabei kommt Mai aus einer Fußballer-Familie; sein älterer Bruder Sebastian ist Kapitän von Dynamo Dresden, Vater Lars war dort zwischen 2013 und 2017 Aufsichtsratsmitglied.

Musikalisch sei ihm jedenfalls kein erwähnenswertes Talent in die Wiege gelegt worden, wie Mai vor dem traditionellen Vorsingen für die Werder-Neuzugänge verriet: "Das steht mir noch bevor." Als Song hat er sich "Marmor, Stein und Eisen bricht" ausgesucht, weil "der einfach zu singen ist und alle mitnimmt - ich hoffe, dass das Ding gut ankommt."

Tim Lüddecke

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