Frauen

Lina Magull: "Überzeugt, dass es der richtige Schritt ist"

Inters Nationalspielerin sprach mit dem kicker

Magull in Mailand: "Bin überzeugt, dass es der richtige Schritt ist"

Abenteuer Italien: Lina Magull will Inter in die Spitzenregion bringen.

Abenteuer Italien: Lina Magull will Inter in die Spitzenregion bringen. IMAGO/IPA Sport

Ihr Wechsel war eine Überraschung. Im Januar verließ Lina Magull den FC Bayern und schloss sich Inter Mailand an. Ein klangvoller Name, möchte man meinen, aber im italienischen Frauenfußball ist Inter (noch) keine große Nummer. In der Serie A femminile belegen die Mailänderinnen Tabellenplatz 4 - mit großem Abstand zu den Spitzenklubs aus Rom und Turin.

"Aktuell haben wir leider noch einen zu großen Abstand, aber ich hoffe, wir können diesen wieder verringern. Der Fokus liegt jetzt darauf, sich insgesamt als Mannschaft positiv weiterzuentwickeln. Inter wollte gerne, dass ich ein Teil des Projektes hier werde. Die italienische Liga ist eine interessante und aufstrebende Liga in Europa", sagt Magull dem kicker.

Die WM ist für alle und mich persönlich nicht gut gelaufen. Und der Start in die Saison auch nicht.

Lina Magull

Die Nationalspielerin (75 Spiele, 22 Tore) macht aber auch kein Geheimnis daraus, dass sie eine gewisse Zeit brauchte, um sich in Italien einzugewöhnen. "Aber ich lebe mich Tag für Tag besser ein und freunde mich mit allem immer mehr an."

Für Magull stand primär im Vordergrund, wieder mehr spielen zu wollen. Das ist ihr gelungen: Bei Inter nimmt die Deutsche eine wichtige Rolle ein, kommt auf ihrer favorisierten Position hinter den Spitzen zum Einsatz und hat auch schon einige Tore geschossen. Sportlich läuft es also wieder - im Gegensatz zum vergangenen Jahr. "Ich bin Bayern Meister geworden und habe gute Spiele gemacht. Aber die WM ist für alle und mich persönlich nicht gut gelaufen. Und der Start in die Saison auch nicht", blickt Magull zurück.

Keine Nominierung fürs DFB-Team

Nach ihrer Muskelverletzung, die sie sich im Oktober zugezogen hatte, kam die Mittelfeldspielerin nicht mehr richtig in Form, bekam von Bayern-Coach Alexander Straus aber auch nur noch wenig Spielzeit. Alles Gründe dafür, um in der Winterpause über ihre Perspektiven in München nachzudenken, erzählt Magull, die fünfeinhalb Jahre bei den Bayern gespielt hat.

"Ich musste einfach akzeptieren, dass ich im Verein nicht mehr die Rolle hatte, die ich in den Jahren zuvor hatte. Dann habe ich mich nach langer Überlegung dazu entschieden, ein Abenteuer einzugehen." Der Wechsel nach Italien sei ihr trotzdem nicht leichtgefallen, aber: "Ich bin trotzdem fest davon überzeugt, dass es der richtige Schritt für mich ist."

Obwohl es bei Inter gut anläuft, wurde die gebürtige Dortmunderin von Bundestrainer Horst Hrubesch nicht für die bevorstehenden Nations League-Spiele nominiert.

Wie groß die Enttäuschung darüber ist und warum sie unbedingt an den Olympischen Spielen in Paris teilnehmen will, verrät Lina Magull in der Montagsausgabe des kicker - sowie hier im eMagazine.

Gunnar Meggers

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