DFB-Pokal

Magdeburgs Coup - Wolfsburg dankt Grün

Würzburg kegelt Düsseldorf raus, Bayern souverän

Magdeburgs Coup - Wolfsburg dankt Grün

Magdeburgs Christian Beck zieht vor Augsburgs Callsen-Bracker ab und trifft zum sensationellen Sieg gegen den FCA.

Magdeburgs Christian Beck zieht vor Augsburgs Callsen-Bracker ab und trifft zum sensationellen Sieg gegen den FCA. imago

Am Sonntagabend gab es die bisherige Sensation in der 1. Pokalrunde: Viertligist 1. FC Magdeburg gab dem Bundesligisten FC Augsburg mit 1:0 das Nachsehen. Ein Viertligist wirft also einen Bundesligisten raus.

Der Erfolg der Sachsen-Anhalter über schwache Fuggerstädter war verdient. Zwar hatten die Männer von FCA-Coach Markus Weinzierl ein optisches Übergewicht und mehr Ballbesitz, doch im Angriff fehlte es an Kreativität und Spielwitz. Magdeburg hatte so wenig Mühe, die Angriffe des höherklassigen Favoriten zu unterbinden. Im zweiten Abschnitt wurde die Mannschaft von Jens Härtel dann mutiger. Und nachdem sich Callsen-Bracker böse verschätzt hatte, traf Beck volley zum Siegtor für den 1. FCM (57.).

Dabei blieb es bis zum Schluss, Augsburg fand einfach kein Mittel gegen den Underdog, der damit seinen Ruf als "Pokalschreck" mal wieder unter Beweis stellte. Magdeburg hatte bereits in der Saison 2000/01 für Furore gesorgt. Damals warfen die Bördeländer zunächst den 1. FC Köln, dann den FC Bayern München und schließlich den Karlsruher SC raus. Erst der FC Schalke 04 beendete damals im Viertelfinale den "Pokal-Lauf" der Magdeburger.

Leipzig gibt Paderborn das Nachsehen

Zeitgleich zur Sensation in Magdeburg stieg mit RB Leipzig ein weiterer Ostverein in den Ring. Der Zweitliga-Aufsteiger empfing den SC Paderborn, der in einer Woche in seine allererste Bundesligasaison starten wird. Die beiden Kontrahenten lieferten sich eine enge und offene Partie, die allerdings mehrheitlich vom Kampf lebte, spielerische Elemente kamen zu kurz. Nach den Treffern von Koc (27.) und Jung (43.) ging es in die Verlängerung. In dieser waren die Sachsen die aktivere Elf, Paderborn agierte zu zaghaft. Fandrich schoss die Elf von Trainer Alexander Zorniger mit seinem Siegtor aus dem Gewühl heraus (109.) letztendlich in die zweite Runde und belohnte die Sachsen für einen couragierten Auftritt.

Grün Wolfsburgs Matchwinner in Darmstadt

Zum Abschluss am Sonntag übersprang der VfL Wolfsburg die Hürde Darmstadt 98 nur mit viel Mühe. Die Wölfe benötigten beim Zweitligisten das Elfmeterschießen, um mit 5:4 die 2. Runde zu erreichen.

In der regulären Spielzeit war der VfL das bestimmende Team. Die Elf von Trainer Dieter Hecking hatte Feldvorteile und mehr Ballbesitz, doch Chancen sprangen bei den Offensivbemühungen nur selten heraus. 98-Keeper Mathenia musste nur selten eingreifen. Dies änderte sich auch in der Verlängerung nicht, im Gegenteil. Darmstadt war nun bei seinen wenigen Vorstößen dem Siegtor näher, doch Behrens (97.) und Stroh-Engel (102.) verpassten knapp. So ging es ins Elfmeterschießen, wo Wolfsburgs Keeper Grün mit zwei gehaltenen Elfmetern zum Matchwinner der Wölfe avancierte.

Titelverteidiger Bayern ohne Mühe

Der Titelverteidiger gab sich keine Blöße: Der FC Bayern gewann in Münster ohne Probleme.

Der Titelverteidiger gab sich keine Blöße: Der FC Bayern gewann in Münster ohne Probleme. picture alliance

Zu Spielbeginn brauchte der amtierende Pokalsieger noch etwas Zeit, um in den Pflichtspielreigen der Saison 2014/15 zu starten. Münster kam so zu einigen Vorstößen. Doch schnell spielten die Bayern die höhere Qualität aus und gingen durch schöne Tore von Götze und Müller verdient mit 2:0 in Front. Für das Münchner Eigengewächs war dies außerdem sein 100. Pflichtspieltor. Im zweiten Durchgang zog sich der Drittligist dann nur noch in die Defensive zurück, bekam aber trotzdem weitere Gegentreffer serviert: Alaba mit einem Distanzknaller und Pizarro mit einem schönen Heber besorgten letztlich das 4:0. In den Schlussminuten ging's nochmal rund. Krohne verkürzte per Strafstoß auf 4:1. Lewandowski dagegen scheiterte vom Punkt an Torhüter Masuch, Heitmeier flog aufgrund der vorhergegangenen Notbremse mit Rot vom Platz.

Dramatisches Aus für Fortuna Düsseldorf

Einen dramatischen Pokalfight gab's zwischen den Würzburger Kickers und Fortuna Düsseldorf. Mit gutem Ende für den Tabellenführer der Regionalliga Bayern, der nach einer tollen Leistung den Zweitligisten mit 3:2 nach Verlängerung aus dem Wettbewerb kegelte! Tore, Rote Karte, Aluminium, Spannung, Verlängerung, alles war geboten. Bieber, der Top-Torjäger der Regionalliga Bayern (zehn Tore in sieben Partien) schoss sein Team mit zwei Treffern (51., 54.) in die Verlängerung. Dort hatte der Underdog dann mehr zuzusetzen, Lewerenz sorgte mit einem abgefälschten Freistoß für die Sensation (114.)! Die Fortunen haben sich das Aus selbst zuzuschreiben, insbesondere Benschop dürfte sich einige harsche Worte anhören. Denn nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung holte sich der Niederländer eine völlig überflüssige Rote Karte ab. In Unterzahl konnte die Elf von Trainer Oliver Reck gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Viertligisten der Partie keine Wende mehr geben. Kurz vor dem endgültigen Abpfiff sah zudem Bodzek die Ampelkarte.

Bielefeld schießt Sandhausen ab

Dank einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt und Dicks Standardkünsten gewann Arminia Bielefeld verdient mit 4:1 (1:0) gegen den SV Sandhausen. Kurz vor Ende des ersten Durchgangs markierte Schuppan das überraschende 1:0, innerhalb von acht Minuten schraubten Klos, Dick und Müller das Ergebnis auf 4:0. Kübler gelang nur noch Ergebniskosmetik für den in allen Belangen enttäuschenden Zweitligisten.

Freiburg mit Anlaufschwierigkeiten

Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte zog Bundesligist SC Freiburg gegen Eintracht Trier gerade noch einmal den Kopf aus der Schlinge und buchte dank eines 2:0-Sieges (Tore: Schuster und Guedé) das Ticket für die zweite Pokalrunde. Im ersten Durchgang wurde der Drei-Klassen-Unterschied kaum ersichtlich, die Moselstädter begegneten dem Favoriten durch ein leidenschaftliches Auftreten und mannschaftlicher Geschlossenheit mindestens auf Augenhöhe. Dann entwischte Youngster Philipp seinem Gegenspieler - und leitete damit das Weiterkommen der Breisgauer ein.

KSC: Mit zwei Elfmetern auf die Siegerstraße

Der Karlsruher SC schlug in der ersten Pokalrunde den Oberligisten 1. FC Neubrandenburg mit 3:1, enttäuschte aber besonders vor der Pause, als der Zweitligist harm- und ideenlos agierte. Nach dem Seitenwechsel geriet der Favorit durch einen Abstauber von Fischer (48.) sogar in Rückstand, zeigte sich jedoch unbeeindruckt. Dann drehte der KSC die Partie binnen 16 Minuten: Erst glich Krebs per Volleyschuss aus (51.), dann bekamen die Badener zwei Elfmeter zugesprochen, nachdem erst Micanski und anschließend Valentini zu Fall gebracht worden waren. Mauersberger (55.) und Micanski (67.) verwerteten problemlos und sicherten ihrem Team so das glanzlose Weiterkommen.

Hoffenheim feiert Schützenfest - Schipplock trifft fünfmal

Goalgetter: Hoffenheims Sven Schipplock (li.) präsentierte sich in großer Torlaune.

Goalgetter: Hoffenheims Sven Schipplock (li.) präsentierte sich in großer Torlaune. Getty Images

Das Spiel war für den Oberligisten USC Paloma schon nach 45 Minuten gelaufen. Hoffenheim führte zur Paue mit 7:0. Schipplock gelang ein lupenreiner Hattrick. Insgesamt traf er viermal in Hälfte eins. Doch damit nicht genug. Auch nach dem Seitenwechsel hatte der Goalgetter noch nicht genug, legte das 8:0 nach. Kurz vor dem Ende stellte der eingewechselte Modeste den 9:0-Endstand her. Während die Offensivabteilung also wie gewohnt überzeugte, wartet die mit vielen Neuen verstärkte Abwehr noch auf den ersten Prüfstein.

Werder schrammt am nächsten Pokaltrauma vobei

Dreimal scheiterte Bremen zuletzt in Folge in der ersten Pokalrunde an einem unterklassigen Klub. Diesmal musste Werder zwar in die Verlängerung, siegte aber mit 3:2 bei Illertissen. Zur Pause stand es 1:1 in der nach Ulm verlegten Partie. Werder war durch Hajrovics Handelfmeter früh in Führung gegangen und kontrollierte das Geschehen gegen den Viertligisten. Doch Underdog Illertissen kämpfte sich zurück und kam nach einem Standard verdient zum Ausgleich. Danach war es eine ausgeglichene Partie mit lediglich leichtem Chancenplus für den Bundesligisten. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren musste der SV Werder auch gegen die tapfer auftretenden Illertisser in die Verlängerung. Lukimya traf schon in der 93. Minute zum 2:1 für die Bremer. Selke legte kurz darauf nach. Die Messe schien gelesen. Doch Hämmerle verkürzte mit einem sehenswerten Schuss ins lange Eck auf 2:3 (102.). Die Dutt-Elf brachte den Vorsprung über die Zeit.

1860 dreht das Spiel in Kiel

Mit einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt verhinderte 1860 das Pokal-Aus in Kiel und erreichte mit einem 2:1-Sieg die zweite Runde. Das leidenschaftliche Holstein startete stark und ließ nach früher Führung durch Siedschlag gegen zunächst zahnlose Löwen im ersten Durchgang nichts anbrennen. Die Münchner nutzten ihre erste Chance nach Wiederanpfiff zum zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaften Ausgleich, gewannen dann aber immer mehr an Sicherheit und drehten den Spieß in der Schlussphase komplett um. Zum Matchwinner avancierte Angreifer Okotie, der beide Löwen-Treffer erzielte.

Spieltagsbilder 1. Runde 2014/15

Erstes Erfolgserlebnis für Aue

Aue hat nach zwei Punktspielniederlagen zum Saisonstart im DFB-Pokal ein Erfolgserlebnis gefeiert und das Ostderby in Jena mit 1:0 für sich entschieden. In einer starken Anfangsviertelstunde verpassten es die Jenaer, sich entscheidend zu belohnen. Aue kämpfte nicht nur mit dem Gegner, sondern besonders mit sich selbst - wurde aber durch eine tolle Aktion von Okoronkwo mit dem 1:0 belohnt. Mit der Führung im Rücken hatte Aue im zweiten Durchgang die Begegnung meist im Griff, Jena zog sich trotz des Rückstands zurück und lauerte auf Konter. Insgesamt bleib die Partie arm an Höhepunkten.

Aalen siegt im Elfmeterschießen

Der VfR Aalen hatte schlussendlich die besseren Nerven und setzte sich gegen Rehden mit 4:3 im Elfmeterschießen durch. Der Underdog aus der Regionalliga hatte sich die Pausenführung - Aalens Daghfous hatte ins eigene Tor getroffen - durch Kampfkraft, gute Organisation und eine Portion Glück verdient. Der Zweitligist von der Ostalb war eigentlich das spielbestimmende Team, fand aber kein Durchkommen gegen die dicht gestaffelte Rehdener Defensive. Aalen legte nach dem Wiederanpfiff eine Schippe drauf und kam nicht unverdient, wenn auch etwas glücklich durch einen abgefälschten Schuss von Klauß, zum Ausgleich (57.). Ein Klassenunterschied war in Cloppenburg mit zunehmender Spieldauer nicht mehr festzustellen. Die Niedersachsen begegneten dem VfR in einer verbissen geführten, aber höhepunktarmen Partie auf Augenhöhe und erzwangen die Verlängerung. Läuferisch und kämpferisch überzeugten beide Teams, spielerisch war es kein Leckerbissen. Rehdens Kifuta hatte in der 112. Minute mit einem wuchtigen Kopfball an die Querlatte Pech - Elfmeterschießen. Goldmann und Heyken scheiterten an VfR-Keeper Bernhardt, Leandro machte alles klar.