2. Bundesliga

Magath zynisch: "Der Trainer kann weiter in Ruhe arbeiten - nur halt woanders"

Antwerpen muss in Würzburg trotz Rückendeckung gehen

Magath zynisch: "Der Trainer kann weiter in Ruhe arbeiten - nur halt woanders"

67 Jahre alt, ehemaliger Bundesliga-Trainer unter anderem in Hamburg, Stuttgart, München, Wolfsburg - und für klare Worte seit jeher bekannt: Felix Magath.

67 Jahre alt, ehemaliger Bundesliga-Trainer unter anderem in Hamburg, Stuttgart, München, Wolfsburg - und für klare Worte seit jeher bekannt: Felix Magath. imago images

Felix Magath ist seit Januar Chef von Würzburgs Partner "Flyeralarm Global Soccer" - und mit dem Anspruch angetreten, die Kickers nicht nur - wie auch eingetreten - zum Zweitliga-Aufstieg zu führen, sondern auch langfristig in der 2. Bundesliga zu halten.

Bislang geht dieser Schuss aber komplett nach hinten los. Denn die Würzburger Kickers haben als Aufsteiger bislang noch gar nicht in die neue Zweitliga-Saison gefunden - und verzeichnen nach sechs Niederlagen sowie nur einem mageren Pünktchen tatsächlich schon dreimal so viele Cheftrainer wie Punkte (3 zu 1).

Würzburger Kickers - Vereinsdaten
Würzburger Kickers

Gründungsdatum

17.11.1907

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Würzburger Kickers - Die letzten Spiele
Erzgebirge Aue Aue (A)
2
:
1
SC Paderborn 07 Paderborn (A)
1
:
0
Würzburger Kickers - Termine
Trainersteckbrief Trares
Trares

Trares Bernhard

Trainersteckbrief Schiele
Schiele

Schiele Michael

Trainersteckbrief Antwerpen
Antwerpen

Antwerpen Marco

Dieser Fakt gilt seit diesem Montag, als die Unterfranken Marco Antwerpen entlassen hatten - wobei dieser erst zum 3. Spieltag für den anfänglich geschassten Aufstiegstrainer Michael Schiele übernommen hatte. Der neue Mann am Würzburger Ruder: Bernhard Trares, der bereits am Montagnachmittag die erste Einheit mit der Kickers-Mannschaft leitete und bis zum 22. November Zeit hat, die Mannschaft auf das Heimspiel gegen Hannover 96 vorzubereiten.

"Wo ist das Problem?"

Im Zuge der Antrittspressekonferenz am Abend ging es allerdings auch nochmals über den entlassenen Antwerpen. Vor allem, weil eben Magath dem Trainer am vergangenen Freitag noch den Rücken gestärkt hatte. Seine Wortwahl damals nach dem klaren 1:4 in Heidenheim: "Man hat nicht das Gefühl, dass wir in dieser Liga willkommen geheißen werden. Aber das ist der Preis, den wir als Aufsteiger zahlen müssen. Wir wussten jedoch, dass es keine leichte Aufgabe wird, in dieser Liga zu bestehen." Demzufolge gebe es auch keine erneute Trainerdiskussion, der Trainer könne in Ruhe weiterarbeiten.

In einer Medienrunde am Rande der ersten Einheit unter dem neuen Trainer Trares wurde Magath nun nachvollziehbarerweise gefragt, woher denn der plötzliche Meinungsumschwung käme und warum Antwerpen eben nicht mehr "in Ruhe" habe weitermachen dürfen. Die bissige Antwort vom "Head of Flyeralarm Global Soccer": "Der Trainer kann weiter in Ruhe arbeiten - nur halt woanders. Wo ist das Problem?"

Und weiter auf die Frage, wie er denn selbst als Trainer auf einen Rauswurf nach nur fünf Spielen reagiert hätte: "Wenn ich viermal verloren und einmal Unentschieden gespielt hätte, hätte ich zu meinem Chef gesagt: Ich gehe lieber."

Eine "Mörderaufgabe"

Bernhard Trares

Direkt mittendrin: Würzburgs neuer Trainer Bernhard Trares lässt schon trainieren und veranstaltet ein Trainingslager. imago images

Und so arbeitet nun eben Nachfolger Trares in Mainfranken, der gleich ein Trainingslager in Bad Mergentheim anberaumt hat ("Wir versuchen der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben") - und ist kein Unbekannter für Magath: Der 55-Jährige, zuletzt zweieinhalb Jahre für den SV Waldhof Mannheim verantwortlich (Aufstieg in die 3. Liga), absolvierte in seiner aktiven Laufbahn 183 Bundesliga- und 275 Zweitliga-Spiele und war einst auch Spieler unter Felix Magath in Bremen. "Würzburg ist eine total reizvolle Aufgabe, auch wenn wir tabellenmäßig nicht so besonders da stehen. Es sind aber noch 27 Spiele zu spielen", so der neue und bis 30. Juni 2022 gebundene Mann. "Es steht außer Frage, dass die Aufgabe sehr schwer ist, aber das war schon vor der Saison klar." Eine "Mörderaufgabe" stünde für ihn und den gesamten Klub an.

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