Relegation

Hertha: Magath will "nach Hause gehen und Holz hacken"

Wehmut beim Hertha-Trainer wegen des HSV

Magath will "nach Hause gehen und Holz hacken"

Mission accomplished: Felix Magath.

Mission accomplished: Felix Magath. AFP via Getty Images

Magath hat in seiner Spieler- und Trainerkarriere schon sehr viel erlebt, dennoch wird der abgewendete Abstieg mit Hertha BSC einen besonderen Platz in seiner Erinnerung einnehmen. "Es war auf alle Fälle die schwierigste Aufgabe", sagte Magath nach dem 2:0 beim HSV bei "Sky" und erklärte auch mit Blick auf die Sensationsmeisterschaft, die er 2009 mit dem VfL Wolfsburg gewonnen hatte, dass er damals nicht so viel Druck gehabt hatte. "In Wolfsburg musste ich nicht Meister werden, hier musste ich die Liga halten. Das war eine verdammt harte und schwere Aufgabe, die bis zur Relegation, bis zur letzten Minute gedauert hat."

Nun sei er erleichtert, auch weil das Projekt in Berlin jetzt beendet sei. "Meine Aufgabe war, den Klassenerhalt zu schaffen - das ist passiert. Von daher ist alles gut." Magath wollte die Lorbeeren für den Erfolg aber nicht für sich alleine, explizit lobte er auch die Leistungen seiner Mitstreiter Mark Fotheringham (Co-Trainer) und Werner Leuthard (Athletik-Trainer), die die Alte Dame am Saisonende ebenfalls verlassen werden. "Ich bin weg und gehe mit dem Trainer und Werner", sagte beispielsweise Fotheringham.

Ja, ja, er hat die Mannschaft gestellt - und ich habe Gott sei Dank auf ihn gehört.

Felix Magath über Kevin-Prince Boateng

In die Freude über das Erreichte mischte sich bei Magath aber auch ein bisschen Wehmut, wie er zugab. Über den geglückten Klassenerhalt freue er sich zwar, aber er habe "auch ein schweres Herz, da ich mitgeholfen habe, dass wir den HSV in der nächsten Saison nicht in der ersten Liga sehen werden." In Hamburg verbrachte Magath seine besten Jahre als Spieler und feierte große Erfolge - unter anderem erzielte er den Siegtreffer beim Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1983.

So wie Magath einst bedeutender Spieler beim HSV war, so sollte Kevin-Prince Boateng auch als Leitfigur der Hertha zum Klassenerhalt verhelfen. Umso überrascht waren viele, als "KPB" im Hinspiel (0:1) nicht zum Einsatz gekommen war. Darauf angesprochen erklärte Magath, dass er sich nicht sicher war, ob "Boateng am Donnerstag 90 Minuten und heute wieder 90 Minuten spielen" hätte spielen können. "Für mich war es wichtiger, dass er heute beim entscheidenden Spiel, also dem finalen Spiel, dabei sein kann."

Magaths Zukunft?

Schmunzelnd antwortete Magath noch auf die Frage nach Boatengs Einfluss auf die Startelf-Aufstellung flapsig: "Ja, ja, er hat die Mannschaft gestellt - und ich habe Gott sei Dank auf ihn gehört. Somit haben wir alles richtig gemacht."

Humor bewies Magath auch auf die Frage nach seiner persönlichen Zukunft. Über diese wolle er sich noch keine Gedanken machen, er sei "noch nicht so weit". Viel präsenter in seinem Kopf: "Jetzt werde ich erst einmal wieder nach Hause gehen und Holz hacken."

drm

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