Bundesliga

Magath-Nachfolge: Hertha BSC mit Sandro Schwarz einig

Nach dem russischen Pokalfinale soll der Neue nach Berlin kommen

Magath-Nachfolge: Hertha mit Schwarz einig

Übernimmt das Ruder bei Hertha BSC: Sandro Schwarz.

Übernimmt das Ruder bei Hertha BSC: Sandro Schwarz. IMAGO/Sven Simon

Schwarz wird mit Dynamo Moskau am Sonntagnachmittag das russische Pokalfinale gegen den Stadtrivalen Spartak bestreiten. Danach wird er dem Vernehmen nach seinen bis 2024 laufenden Vertrag auflösen und nach Deutschland zurückkehren. Der kicker hatte am 5. Mai exklusiv über Herthas Interesse an Schwarz berichtet. Jetzt haben beide Seiten eine Einigung erzielt.

Schwarz soll in der kommenden Woche in Berlin vorgestellt werden und die Nachfolge von Felix Magath antreten. Zuvor will er mit Dynamo den ersten Titel des Vereins seit dem Pokalsieg 1995 einfahren. Schwarz hatte Dynamo im Oktober 2020 übernommen und in der abgelaufenen Saison auf Platz 3 der russischen Premier Liga hinter Meister Zenit St. Petersburg und FK Sotschi geführt. Es war die beste Abschlussplatzierung des elffachen sowjetischen Meisters seit einem Jahrzehnt.

Aktiverer, aggressiverer und variablerer Fußball

Schwarz soll in Berlin nach dem Willen der Verantwortlichen für aktiveren, aggressiveren und variableren Fußball sorgen und den Einbau von Talenten forcieren. Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic hegte bereits in seiner Frankfurter Zeit eine große Wertschätzung für den damaligen Mainzer Coach.

Ich bin nicht der Mensch, der einfach nur auf sich schaut.

Sandro Schwarz

Anders als die deutschen Trainer Markus Gisdol (Lok Moskau) und Daniel Farke (FK Krasnodar), die Russland nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verließen, blieb Schwarz nach reiflicher Überlegung im Februar in Moskau. "Ich bin nicht der Mensch, der einfach nur auf sich schaut und sagt: Ich setzte mich ins nächste Flugzeug und bin hier weg", hatte Schwarz in einer Pressekonferenz Anfang März erklärt. "Es geht nicht um mich. Ich fühle mich verantwortlich und werde hier im Klub bleiben."

Unterstützung für seine Entscheidung hatte er seinerzeit von seinem vormaligen Co-Trainer, dem ukrainischen Ex-Bundesligaprofi Andrey Voronin, erhalten, der erklärte: "Sandro hat alles richtig gemacht. Er kann in Moskau nicht einfach alles liegen lassen." Dynamo-Stürmer Fedor Smolov hatte sich am ersten Kriegstag als erster russischer Nationalspieler in einem öffentlichen Statement gegen den von Präsident Wladimir Putin befohlenen Einmarsch in die Ukraine gestellt.

Übereinkunft gab es auch für die 2. Liga

Nach kicker-Informationen wäre Schwarz, der zuletzt auch auf Schalke ein Kandidat war, auch im Fall eines Hertha-Abstiegs nach Berlin gekommen. Eine grundsätzliche Übereinkunft gab es für beide Szenarien. Jetzt kann er sich auf den Neuanfang in der Bundesliga konzentrieren. Aus Moskau sollen ihm Co-Trainer Volkan Bulut und Videoanalyst Daniel Fischer nach Berlin folgen. Möglich ist die Installierung eines weiteren Co-Trainers.

Mit Magath, dessen Verbleib nie zur Debatte stand, hatten sich nach der erfolgreichen Relegation gegen den Hamburger SV zu Wochenbeginn auch dessen Assistent Mark Fotheringham und Athletiktrainer Werner Leuthard aus Berlin verabschiedet. Weiterhin dem Staff angehören werden Torwarttrainer Andreas Menger und Offensivcoach Vedad Ibisevic.

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Steffen Rohr

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