2. Bundesliga

"Macht Spaß mit ihm": Trainer-Rekord lässt Thioune kalt

Rothosen erklimmen die Tabellenspitze

"Macht Spaß mit ihm": Trainer-Rekord lässt Thioune kalt

Zwei Garanten für den guten HSV-Start: Coach Daniel Thioune (l.) ist mit Manuel Wintzheimer zufrieden.

Zwei Garanten für den guten HSV-Start: Coach Daniel Thioune (l.) ist mit Manuel Wintzheimer zufrieden. Getty Images (2)

Daniel Thioune hat Historisches vollbracht: Noch nie war ein neuer HSV-Trainer mit vier Ligasiegen in Folge gestartet. Zu Jubelstürmen war der 46-Jährige deswegen nicht aufgelegt, es ließ ihn vielmehr kalt. "Stolz kann man in anderen Momenten sein", stellte er am "Sky"-Mikrofon klar. Er freue sich aber "immens über vier Siege am Stück". In die Saison 2018/19 war der HSV mit drei Dreiern und einer Niederlage, in die Spielzeit 2019/20 mit drei Siegen und einer Punkteteilung gestartet.

Auch HSV-Sportvorstand Jonas Boldt war bemüht, auf die Euphoriebremse zu treten. Nach der Pokal-Niederlage bei Drittligist Dresden (1:4) habe man schließlich "auf die Fresse gekriegt", nun dürften auch vier Siege nicht überbewertet werden. Wie groß Thiounes Anteil daran sei? "Wir haben uns was gedacht bei der Trainer-Verpflichtung", antwortete Boldt trocken. Ähnlich emotionslos kommentierte der 38-Jährige die Stimmen, er könnte schon bald bei der AS Rom arbeiten. Mit dem HSV sei Boldt seit 18 Monaten im Austausch und "auf einem guten Weg". "Ich muss nichts öffentlich sagen", so der gebürtige Nürnberger.

Er ist sehr wichtig für die Mannschaft. Er gibt uns immer neue Aufgaben mit.

Manuel Wintzheimer

Zurück zur richtig starken wie souveränen Vorstellung des HSV am Mittwochabend: Manuel Wintzheimer avancierte beim 3:0 mit einem Tor und einer Vorlage zum Matchwinner. Boldt erklärte anschließend, dass dem Angreifer die Leihe nach Bochum richtig gut getan habe, der Ex-Münchner habe sich beim VfL "weiterentwickelt" und besteche ohnehin durch einen "unglaublichen Charakter". Auch Thioune bestätigte, dass Wintzheimer in Bochum "als Mensch nochmal ein bisschen gewachsen" sei. Neben anderen Qualitäten mache Wintzheimer die "hohe Intensität im Spiel gegen den Ball" gerade so wichtig.

Auch Männel gesteht: "Das 1:0 war brutal gut herausgespielt"

Der Matchwinner selbst gab das Lob an den Trainer zurück: "Er ist sehr wichtig für die Mannschaft. Er gibt uns immer neue Aufgaben mit. Es macht Spaß mit ihm." Der Dosenöffner kam durch einen Hackenpass von Sonny Kittel auf Khaled Narey, dessen Hereingabe Wintzheimer über die Linie drückte. "Das 1:0 war brutal gut herausgespielt", befand auch Gäste-Keeper Martin Männel. Beim zweiten Tor zog Wintzheimer drei Gegenspieler auf sich und legte dann mit Übersicht auf Kittel zurück.

Ein guter Tag war es auch für Sven Ulreich, der bei seiner Heimpremiere im zweiten Einsatz für den HSV zum zweiten Mal zu null spielte. "Die Jungs haben ein sehr gutes Niveau", lobte der Neuzugang, auf das 3:0 "kann man aufbauen". Zu Beginn der Saison präsentieren sich die Rothosen auch taktisch variabel, gegen Aue agierten sie im 3-4-3 mit Raute im Mittelfeld. Die Anpassungsfähigkeit der Mannschaft hob Ulreich auch als einen ihrer Vorzüge heraus. Zudem habe Thioune "immer neue gute Ideen".

Ziele erst definieren, wenn sie realisierbar sind

Worte, die den Hamburgern am Mittwoch nicht über die Lippen gingen, wählte Aue-Profi Philipp Riese. "Natürlich gehört ein Verein wie der HSV in die 1. Liga", sagte der Abräumer, fügte jedoch an: "Die 2. Liga ist aber hart umkämpft." Thioune stellte am Ende noch klar, dass es für die Rothosen erst an der Zeit wäre Ziele zu definieren, "wenn sie realisierbar sind". Dieser Zeitpunkt sei aber noch ein gutes Stück entfernt. Am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) wird in der Hansestadt der nächste Dreier erwartet, denn der Spitzenreiter empfängt Schlusslicht Würzburg.

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msc