Bundesliga

Maaßen: "Wir müssen eine Identität kreieren, die für den FCA steht"

Zorc gratuliert Reuter zu Maaßen

Maaßen: "Wir müssen eine Identität kreieren, die für den FCA steht"

Enrico Maaßen wurde am Montag in Augsburg vorgestellt.

Enrico Maaßen wurde am Montag in Augsburg vorgestellt. picture alliance/dpa

Vorschusslorbeeren sind in der Branche Profifußball so normal wie die Bezeichnung Fuggerstadt für Augsburg. Besonders oft werden sie bei Trainervorstellungen verabreicht. Wer den Worten Reuters und Maaßens lauschte, der könnte jedoch schnell auf die Idee kommen: Ja, diese Beziehung könnte eine fruchtbare werden. In der Realität muss dies freilich bewiesen werden. Reuter berichtete von den guten Gesprächen mit Maaßen, aber auch dem BVB, der seinen bisherigen U-23-Trainer zwar nur ungern ziehen ließ, ihm aber auch die Chance Bundesliga nicht verbauen wollte. "Ich habe aus Dortmund viele Glückwünsche zu unserem neuen Trainer bekommen, unter anderen von meinem alten Mitspieler Michael Zorc", erzählte Augsburgs Manager.

Bekommen hat er einen Trainer, der für Offenheit und Empathie steht. Der 38-jährige Maaßen führte in seinen ersten Tagen viele Gespräche mit dem Funktionsteam und weiteren Mitarbeitern des FCA. Der Job des Trainers sei für ihn nicht nur ein Job, sondern Leidenschaft, so der zweifache Vater, dessen Familie im Spätsommer nach Augsburg zieht.

Der Dreijahresvertrag für Enno ist ein klares Zeichen, wie überzeugt wir von ihm sind.

Stefan Reuter

Reuter betonte, dass der FCA wieder offener werden wolle, Testspiele in der Region und öffentliche Trainingseinheiten gehören zum Plan. Bei Maaßen stößt er damit auf offene Türen. "Ich bin mir sicher, dass wir den FCA gemeinsam weiterentwickeln werden", sagte er, der sich als "sehr offenen, positiven Menschen mit einer klaren Idee von Fußball" beschreibt, "ehrlich und geradeaus". Reuter fand es in den Gesprächen beeindruckend, wie gut der Wunschkandidat den Kader kannte. "Der Dreijahresvertrag für Enno ist ein klares Zeichen, wie überzeugt wir von ihm sind." Maaßen zählte die Möglichkeiten rund um den FCA mit Stadion, Geschäftsstelle, NLZ usw. auf und ist sicher: "Das ist richtig gut, hier gibt es viel Potenzial."

Reuter knüpft sein Schicksal nicht an Maaßen

Maaßen hält den Kader prinzipiell für gut und ausgewogen, auch von der Altersstruktur her. Den Nachwuchs möchte er fördern - das verlangt auch Reuter - und während der Vorbereitung schauen, auf welchen Positionen vielleicht doch Bedarf an Neuzugängen besteht. Am ehesten wohl in der Offensive. "Wir wollen niemanden für die Breite. Wenn, dann soll uns ein Neuer besser machen", sagte er. Viel wichtiger ist ihm: "Wir müssen eine Identität kreieren, einen Fußball, für den der FCA steht. Und für diese Spielidee müssen wir unsere Jungs begeistern."

Reuter verspürt eine große Vorfreude auf die neue Saison, sein Schicksal nach etlichen Trainerwechseln in den vergangenen Jahren verknüpft er nicht mit Maaßen. "Wenn die Fans am Saisonende mit einem Lächeln nach Hause gehen, haben wir ganz viel erreicht", sagt er, Maaßen widerspricht nicht. Der pure Ehrgeiz aus ihm sprudelt, als er sagt: "Wir wollen jedes Spiel gewinnen", wobei ihm klar ist, dass dies kaum gelingen kann. Deshalb hält er es für wichtig, sich kleine Ziele zu setzen. Das erste: "Eine gute Vorbereitung." Nach den Worten sollen Taten folgen.

Frank Linkesch

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