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Tour de France, 6. Etappe: Lutsenko siegt - Buchmann hält locker mit

6. Etappe: Le Teil - Mont Aigoual (191 km)

Lutsenko siegt - Buchmann hält locker mit

Heute geht's wieder bergauf: Das Ziel liegt auf 1560 Metern Höhe.

Heute geht's wieder bergauf: Das Ziel liegt auf 1560 Metern Höhe. picture alliance

Wachsam, konzentriert und ohne Anzeichen von Schwäche ist Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe) im Kreise der Favoriten die Rampen im Zentralmassiv hinaufgeklettert. Diesmal ließ sich der deutsche Hoffnungsträger bei der zweiten - etwas leichteren - Bergankunft der 107. Tour de France nicht abhängen. Der Vorjahresvierte erreichte am Donnerstag an der Seite von Überflieger Primoz Roglic und Co. das Ziel auf dem Mont Aigoual und zeigte einen Formanstieg. Den Tagessieg der sechsten Etappe nach 191 Kilometern überließen die Stars der Branche aber dem Kasachen Alexej Lutsenko (Astana). Der Zögling von Alexander Winokurow erreichte nach einem langen Ausreißversuch einer achtköpfigen Gruppe als Solist den Gipfel.

Buchmann souverän - Schachmann ist zur Stelle

Die deutsche Klassement-Hoffnung Buchmann bekam im Gegensatz zur ersten Kletterpartie am Dienstag, als er nach Orcieres-Merlette hinauf neun Sekunden verloren hatte, auch Hilfe aus seinem Team. Ex-Meister Maximilian Schachmann war trotz seines Schlüsselbeinbruchs für den Kapitän da, was Hoffnung für die Pyrenäen-Etappen am Wochenende macht.

"Wir sind nicht Vollgas gefahren, es war eher kontrolliert. Aber das Gefühl war gut", sprach Buchmann von einem weiteren Formanstieg. Auch bei Schachmann macht sich Zuversicht breit: "Für mich war das ein positiver Tag, nachdem das Schlüsselbein doch mehr Probleme gemacht hatte als erhofft. Aber es geht aufwärts. Das gibt mir Motivation und Selbstvertrauen."

Keine Änderungen gab es an der Spitze des Gesamtklassements, da sich die Ausreißer - Jesus Herrada (Spanien) und Olympiasieger Greg van Avermaet (Belgien) belegten die Plätze zwei und drei - die Bonussekunden untereinander aufteilten. Die von den Franzosen erhoffte Trotzreaktion von Julian Alaphilippe (Deceuninck-QuickStep) blieb aus, so dass der Brite Adam Yates (Mitchelton-Scott) das Gelbe Trikot erfolgreich verteidigte. Zwar attackierte der Superstar noch kurz vor dem Ziel, was aber eher für die Galerie war. Yates war am Vortag wegen einer Zeitstrafe für Alaphilippe unerwartet an die Spitze gelangt. Alaphilippe hatte außerhalb der Verpflegungszone eine Trinkflasche entgegen genommen.

Alaphilippe: "Das Team hat einen Fehler gemacht, und ich auch"

"Das Team hat einen Fehler gemacht, und ich auch. Ich habe die Entscheidung zu akzeptieren", sagte Alaphilippe, der keine Chance besaß, aus der Favoritengruppe zu attackieren. Womöglich war das Finale auch nicht schwer genug, um entscheidend Zeit herauszuholen. Denn nach dem Col de la Lusette - einem Berg der ersten Kategorie - ging es gut 14 Kilometer vor dem Ziel noch mal kurz bergab, ehe bis zur Wetterstation noch einmal 8,3 Kilometer mit durchschnittlich vier Prozent Steigung zurückzulegen waren.

Van Avermaet im virtuellen Gelben Trikot

Nach dem langweiligen Rennverlauf am Mittwoch ergriff diesmal bereits kurz nach dem Start eine Ausreißergruppe mit prominenten Namen das Kommando. Zwischenzeitlich fuhr Olympiasieger Greg van Avermaet (CCC) auch im virtuellen Gelben Trikot. Doch den Vorsprung von zwischenzeitlich sechseinhalb Minuten konnte die Gruppe nicht halten. Beim Schlussanstieg standen auch einige Fans am Straßenrand. Viele mit Maske, obwohl es in dieser Region nicht verpflichtend war.

Bennett macht erneut Punkte auf Sagan gut

Der Ire Sam Bennett hatte dagegen schon nach gut der Hälfte des Rennens seine Arbeit erledigt. Der Alaphilippe-Teamkollege sicherte sich im Zwischensprint sechs Punkte und baute damit im Kampf um das Grüne Trikot seinen Vorsprung auf Ex-Teamkollege Peter Sagan (Bora-hansgrohe) auf zwölf Punkte aus. Bennett ist erst der zweite Ire nach Sean Kelly (1989), der in Grün unterwegs ist.

Am Freitag geht es auf der siebten Etappe über flaches Terrain. Auf dem Weg von Millau nach Lavaur über 168 Kilometer sind nur zwei Berge der dritten und einer der vierten Kategorie zu bewältigen. So könnte sich den Sprintern um Caleb Ewan (Australien) und Sam Bennett (Irland) eine gute Chance auf eine Massenankunft bieten.

6. Etappe Le Teil - Mont Aigoual (191 km):

1. Alexei Luzenko (Kasachstan) - Astana 4:32:34 Std.; 2. Jesús Herrada Lopez (Spanien) - Solutions Credits + 55 Sek.; 3. Greg Van Avermaet (Belgien) - CCC Team + 2:15 Min.; 4. Neilson Powless (USA) - EF Pro Cycling + 2:17; 5. Julian Alaphilippe (Frankreich) - Deceuninck-Quick-Step + 2:52; 6. Bauke Mollema (Niederlande) - Trek - Segafredo + 2:53; 7. Michal Kwiatkowski (Polen) - Ineos Grenadiers; 8. Egan Arley Bernal Gomez (Kolumbien) - Ineos Grenadiers; 9. Richard Carapaz Montenegro (Ecuador) - Ineos Grenadiers; 10. Adam Yates (Großbritannien) - Mitchelton-Scott; ... 17. Maximilian Schachmann (Berlin) - Bora-hansgrohe; 19. Emanuel Buchmann (Ravensburg) - Bora-hansgrohe; 66. Simon Geschke (Freiburg im Breisgau) - CCC Team + 10:53; 82. Lennard Kämna (Fischerhude) - Bora-hansgrohe + 18:45; 136. Nils Politt (Hürth) - Israel Start-Up Nation + 31:09; 139. Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) - Team Jumbo; 148. André Greipel (Hürth) - Israel Start-Up Nation; 152. Jonas Koch (Schwäbisch Hall) - CCC Team; 160. Nikias Arndt (Köln) - Team Sunweb; 161. Maximilian Walscheid (Heidelberg) - NTT Pro Cycling Team; 171. Roger Kluge (Berlin) - Lotto-Soudal

Gesamtwertung Einzel, Stand nach der 6. Etappe:

1. Adam Yates (Großbritannien) - Mitchelton-Scott 27:03:57 Std.; 2. Primoz Roglic (Slowenien) - Team Jumbo + 3 Sek.; 3. Tadej Pogacar (Slowenien) - UAE Team Emirates + 7; 4. Guillaume Martin (Frankreich) - Solutions Credits + 9; 5. Egan Arley Bernal Gomez (Kolumbien) - Ineos Grenadiers + 13; 6. Tom Dumoulin (Niederlande) - Team Jumbo; 7. Esteban Chaves (Kolumbien) - Mitchelton-Scott; 8. Nairo Quintana (Kolumbien) - Team Arkea-Samsic; 9. Romain Bardet (Frankreich) - AG2R La Mondiale; 10. Miguel Angel Lopez Moreno (Kolumbien) - Astana; ... 17. Emanuel Buchmann (Ravensburg) - Bora-hansgrohe + 22; 37. Maximilian Schachmann (Berlin) - Bora-hansgrohe + 7:42 Min.; 69. Simon Geschke (Freiburg im Breisgau) - CCC Team + 33:35; 71. Lennard Kämna (Fischerhude) - Bora-hansgrohe + 35:11; 112. Jonas Koch (Schwäbisch Hall) - CCC Team + 1:02:21 Std.; 123. Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) - Team Jumbo + 1:07:52; 128. Nils Politt (Hürth) - Israel Start-Up Nation + 1:09:45; 154. Maximilian Walscheid (Heidelberg) - NTT Pro Cycling Team + 1:19:05; 159. André Greipel (Hürth) - Israel Start-Up Nation + 1:20:41; 164. Nikias Arndt (Köln) - Team Sunweb + 1:24:35; 165. Roger Kluge (Berlin) - Lotto-Soudal + 1:24:42

dpa/jer

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