Bundesliga

Union: Das besondere Bochum-Comeback für Andreas Luthe

Union-Keeper kehrt zum VfL zurück

Luthe will Bochum-Hymne nicht "lauthals" mitsingen und braucht "alle" Karten

Kehrt nach Bochum zurück: Andreas Luthe.

Kehrt nach Bochum zurück: Andreas Luthe. imago images

Geht es nach Andreas Luthe, dann braucht sich Urs Fischer keine Sorgen zu machen. Die mentale Disposition seines Torhüters Nummer 1 wird dem Trainer von Union Berlin am Samstag keinen Grund zur Beanstandung geben. Sein Fokus werde natürlich auf dem Spiel liegen, so Luthe am Donnerstag im Rahmen einer Medienrunde, und so werde er vor dem Auftritt der Eisernen beim VfL Bochum auch "nicht lauthals mitsingen", wenn zur Einstimmung im Ruhrstadion traditionsgemäß Herbert Grönemeyers Hymne "Bochum" ertönt. Aber, ergänzt der Keeper der Berliner, "dass du innerlich dich freust, wenn du vor dem Spiel das Lied hörst, wird 100-prozentig so sein."

Schließlich ist die Partie für den 34-Jährigen "sehr besonders", wie er sagt. "Mit 6 oder 7 Jahren habe ich beim VfL mein erstes Spiel im Stadion gesehen", sagt der im knapp 30 Kilometer südwestlich von Bochum gelegenen Velbert geborene Luthe. Und mit 14 Jahren kam der Keeper 2001 von Borussia Velbert zum VfL, fand dort den Weg in die Profimannschaft und spielte insgesamt 15 Jahre für den Klub aus dem Ruhrpott, ehe es ihn 2016 zum FC Augsburg verschlug. Deswegen blickt Luthe "voller Vorfreude" auf das Wiedersehen mit "meinem Verein", wie er den VfL nennt. Zumal "das ja auch mein erster Besuch im Ruhrstadion seit meinem Wechsel ist", fügt der Torhüter hinzu.

Wir werden auf eine Mannschaft treffen, die ihre Spielweise in der Bundesliga gefunden hat.

Luthe

Dass Union an der Castroper Straße zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde nochmal eine knifflige Aufgabe erwartet, davon geht Luthe aus. "Wir werden auf eine Mannschaft treffen, die in den letzten Wochen Selbstvertrauen getankt hat, die ihre Spielweise in der Bundesliga gefunden hat, die erfolgreich sein kann und die gerade zu Hause sehr stark ist. Ich glaube, dass sie uns alles abverlangen." Erstaunt über die bisherige Saisonleistung des VfL ist Luthe nicht, wie er sagt. "Mich freut’s, weil ich einschätzen kann, wie schwierig das ist als Aufsteiger, in der Bundesliga klarzukommen. Ich freue mich darüber, dass sie ihren Schwung ein bisschen mitnehmen und ihre Unbekümmertheit mitnehmen konnten. Sie sind von ihrem Spielstil nicht abgerückt, sondern ziehen es durch. Dass sie jetzt so gut dastehen, ist höchst respektabel."

Respektabel sind auch die Leistungen des 1. FC Union. Und zwar schon seit dem Aufstieg. Gerade im Jahr 2021 aber haben die Köpenicker nochmal besonders auf sich aufmerksam gemacht. Luthe nennt sein persönliches 2021 ein "schönes, erfolgreiches und auch anstrengendes Jahr. Wenn man den Punkteschnitt betrachtet, ist das etwas, was man Union vielleicht nicht so zugetraut hat. Und da habe ich meinen Beitrag zu leisten können. Da bin ich sehr stolz drauf. Das war eines meiner erfolgreichsten Jahre."

Ich wurde gefragt, wie viele Karten ich brauche, und ich habe gesagt: 'alle'.

Das möchte er am Samstag in Bochum zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Zuvor muss Luthe aber noch dafür sorgen, dass er möglichst viele Kartenwünsche von Familie und Freunden erfüllen kann. "Ich wurde gefragt, wie viele Karten ich brauche, und ich habe gesagt: 'alle'", sagt Luthe mit einem Schmunzeln, "das wird aber nicht möglich sein. Ich hoffe, dass ich ein paar Tickets bekomme und meine Familie vielleicht mit ins Stadion nehmen kann. Dann wäre ich froh." Ebenso über einen Sieg des 1. FC Union.

Andreas Hunzinger

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