Bundesliga

Lukebakio: "Wir müssen uns neu finden"

Der Belgier will und muss sich im zweiten Hertha-Jahr steigern

Lukebakio: "Wir müssen uns neu finden"

Dodi Lukebakio

Hat sich für die neue Saison einiges vorgenommen: Dodi Lukebakio. imago images

Drei Testspiel-Niederlagen in Serie (0:1 bei Ajax Amsterdam, 0:4 gegen PSV Eindhoven, 0:2 beim Hamburger SV) ohne eigenes Tor, dazu wegen etlicher Länderspiel-Abstellungen, der Quarantäne von Krzysztof Piatek und Vladimir Darida und der verletzten Dedryck Boyata und Santiago Ascacibar nur ein Rumpfkader auf dem Trainingsplatz - hinter Hertha BSC liegt eine höchst problematische Vorbereitung. Am Freitagabend wird es ernst. Bruno Labbadias Mannschaft gastiert im DFB-Pokal bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig und muss die Wirren der vergangenen Tage beiseiteschieben.

Lukebakios Traum vom Finale

"Wir haben in der Vorbereitung sehr hart gearbeitet", sagt Dodi Lukebakio. "Jetzt liegt es an uns, unser bestes Level zu finden. Und Freitagabend ist der Moment, an dem wir es zeigen müssen." Es geht darum, nach den Rückschlägen der Vorbereitung auch stimmungsmäßig die Trendwende zu schaffen - in einem "speziellen Wettbewerb", wie der belgische Stürmer erklärt. "Das Finale ist in unserem Stadion. Das zu spielen, wäre etwas ganz Besonderes."

Der Weg dahin ist freilich weit - und der Weg zu einer Mannschaft, die eine klare Struktur, eine stabile Achse und die passende Feinabstimmung hat, ist es nach den Eindrücken der Vorbereitung auch. Überraschend kommt das für Lukebakio nicht: "Mit Per Skjelbred, Vedad Ibisevic, Marko Grujic und Salomon Kalou sind wichtige und erfahrene Spieler gegangen. Gerade in schwierigen Momenten wissen erfahrene Spieler besser als junge Spieler, was zu tun ist. Wir müssen uns und unsere Balance neu finden und eine DNA etablieren." Dass Herthas Team aktuell noch zu leise daherkommt, wie Trainer Labbadia immer wieder kritisch anmerkt, bestätigt Lukebakio: "Das fehlt uns im Moment. Und Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg."

Er selbst, im Sommer 2019 mit 20 Millionen Euro Ablöse an den FC Watford seinerzeit Herthas Rekordeinkauf (inzwischen Lucas Tousart/25 Mio.), spielte in seiner ersten Berliner Saison vorwiegend auf dem Flügel. Am Freitag in Braunschweig könnte Lukebakio in Abwesenheit des fehlenden Krzysztof Piatek, der nach seiner Rückkehr von Polens Länderspiel in Bosnien-Herzegowina fünf Tage in Quarantäne muss, den Part im Sturmzentrum übernehmen. Wo er wirklich am wertvollsten ist, diese Frage konnte Lukebakio mit seinen Leistungen in Berlin bisher nicht abschließend beantworten.

Licht und Schatten

Starke Sequenzen wechselten sich ab mit Spielen, in denen man geneigt war, eine Vermisstenanzeige für den auf dem Rasen abgetauchten Lukebakio aufzugeben. Und auch zuletzt gab es im Training immer wieder Momente, in denen Labbadia Lukebakio verbal anstachelte. Pressingverhalten, Laufwege, Positionstreue, die generelle Bereitschaft im Spiel gegen den Ball - all das sind wiederkehrende Themen in Lukebakios bisheriger Hertha-Zeit. "Ich bin noch jung", sagt der frühere belgische U-21-Nationalspieler. "Ich muss noch lernen und mich verbessern. Ich muss meine Geschwindigkeit und meine Technik noch mehr nutzen." Herthas Hoffnung ist, dass er am besten gleich am Freitagabend damit anfängt.

Steffen Rohr