Nord

Hovi: "Am Ende gewinnt derjenige, der es mehr will"

Nach Sieg gegen Delmenhorst

Lübecks Weltenbummler Hovi: "Am Ende gewinnt der, der es mehr will"

Matchwinner gegen Delmenhorst: Kimmo Hovi (Mitte).

Matchwinner gegen Delmenhorst: Kimmo Hovi (Mitte). IMAGO/Lobeca

Stürmer werden an Toren gemessen, eine Garantie für einen Startelf-Platz aber sind sie nicht. Das weiß auch Kimmo Hovi, der viel herumgekommen ist in seiner Karriere. In Malta (Melita FC) und seiner finnischen Heimat (FC Lahti) hat er im Oberhaus gespielt, in Spaniens dritter Liga (Club Portugalete) Erfahrungen gesammelt. Dort wurde viel Wert auf Kombinationsfußball gelegt. "In Deutschland ist die Mentalität wichtiger: Am Ende gewinnt derjenige, der es mehr will", erklärt der 28-Jährige, der in der Regionalliga Nordost für Chemnitz, Fürstenwalde und Viktoria Berlin am Ball war. Mit den Berlinern schaffte er den Aufstieg in die 3. Liga - dorthin will der Angreifer nun auch mit dem VfB Lübeck.

Die Chancen stehen nicht schlecht, die noch unbesiegten Schleswig-Holsteiner sind nach dem 3:1 über Atlas Delmenhorst zurück an der Tabellenspitze. "Der Verein hat alles, was man für Profi-Fußball braucht, wir können das schaffen", glaubt Hovi. Dass bei den Grün-Weißen eine Mischung aus Kampf und spielerischen Elemente gefragt ist, kommt ihm entgegen. "Kimmo ist ein guter Pressingspieler, der gern gegen den Ball arbeitet, er ist aber auch torgefährlich und ein guter Strafraumstürmer", lobt Trainer Lukas Pfeiffer den Finnen. Letzteres bewies der am Freitag. Es schien auf ein Remis hinauszulaufen, als der eingewechselte Hovi (61.) im Strafraum eine Flanke von Marius Hauptmann zum 2:1 einköpfte.

Qualität von der Bank

"Als Trainer ist man natürlich dankbar, wenn man solche Qualität von der Bank bringen kann", freute sich Pfeiffer, nachdem kurz vor Schluss mit Vjekoslav Taritas ein weiterer Joker zum Endstand getroffen hatte. Die Breite im Kader stimmt: Vier der fünf Treffer in den letzten drei Spielen gingen auf das Konto von Einwechselspielern. "Das ist gut so bei den Zielen, die wir haben: Man hat immer das Gefühl, dass nach hinten raus noch was geht", so Pfeiffer.

MEHR ZUR REGIONALLIGA NORD

"Es war ein schwieriges Spiel, aber am Ende haben wir die drei Punkte", freute sich Hovi, der zuvor bereits gegen St. Pauli II den Ausgleich zum 1:1-Endstand als Joker erzielt hatte. Dass sich Hovi, der die Vorbereitung wegen eines Mittelfußbruchs verpasst hatte, durch seine Treffer dichter an die Startelf gebracht hat, ist dennoch unwahrscheinlich: Am Sonntag muss der VfB beim FC Teutonia 05 ran. Von dort war Hovis Konkurrent Mats Facklam gekommen. Zudem hat der Finne bewiesen, als Joker besonders wertvoll zu sein.

Sascha Sievers

Die Trainer in der Regionalliga Nord