3. Liga

Lotka überzeugt beim BVB II - Nummer-1-Frage bleibt offen

Torhüter gibt Debüt in der 3. Liga

Lotka überzeugt beim BVB II - Nummer-1-Frage bleibt aber offen

Hat in Saarbrücken gut gehalten und einen frühen Patzer selbst ausgebessert: BVB-Torwart Marcel Lotka.

Hat in Saarbrücken gut gehalten und einen frühen Patzer selbst ausgebessert: BVB-Torwart Marcel Lotka. IMAGO/Eibner

In Pflichtspiel Nummer eins für Borussia Dortmunds U 23 stand Marcel Lotka sogleich im Fokus. Zunächst verschuldete der Zugang von Hertha BSC beinahe das 0:1, als er sich den Ball vom Fuß spitzeln ließ und den nachfolgenden Schuss von Saarbrückens Marvin Cuni erst auf der Linie zu packen bekam. Cuni trat ihm die Kugel daraufhin aus der Hand - und das Tor zählte nicht (10. Minute). Nachfolgend hielt Lotka einen feinen wie überraschenden Lupfer von Tobias Jänicke (13.), dann einen zentral getretenen Freistoß von Cuni (34.) und letztlich einen kräftigen Flachschuss von Kasim Rabihic (36.) - jeweils per flinker, technisch guter Reaktion.

Beim ganz späten 0:1 durch Matchwinner Adriano Grimaldi (90.+3) konnte Lotka nichts ausrichten, die bittere, weil unnötige Niederlage somit nicht verhindern. Damit durfte der 21-Jährige zumindest mit seinem ganz persönlichen Einstand weitgehend zufrieden sein - obschon in Zusammenarbeit mit dem Trainerteam gewiss seine Tändelei vor dem Fast-0:1 sowie zwei, drei Standards, bei denen Lotka nicht völlig sicher wirkte, auf den Plan kommen werden (insgesamt kicker-Note 2,5).

"Er hat es gut gemacht", sagte U-23-Trainer Christian Preußer im Gespräch mit dem kicker. "Marcel hat zwei-, dreimal gut gehalten, war bei Standards mutig, auch wenn da in einzelnen Szenen das Timing vielleicht noch nicht komplett gestimmt hat. Bei der einen Szene ganz zu Beginn hatte er ein wenig Glück, kam dann aber noch rechtzeitig an den Ball, sodass der Schiedsrichter das Foul pfeifen musste. Eine ordentliche Leistung."

Preußer hält "nichts davon, alle zwei Spiele zu wechseln"

In den vorherigen zwei Liga-Spielen hatte Eigengewächs Luca Unbehaun das Startelfmandat erhalten, allerdings unglücklich agiert. In Wiesbaden (1:1, kicker-Note 5) legte er dem Gegner das Tor auf, weil er eine Schiedsrichterentscheidung falsch gedeutet hatte; gegen Ingolstadt (0:4, kicker-Note 4,5) verschuldete der 21-Jährige den Foulelfmeter zum 0:2.

Nicht darum aber rotierte Preußer diesmal - Lotka, das war schon vorher angedacht, sollte nun auch mal die begehrte Startelfchance erhalten. Wie der Platz zwischen den Pfosten künftig besetzt wird? "Ich halte nichts davon, grundsätzlich alle zwei Spiele zu wechseln. Es soll schon auch von der Leistung abhängen", erklärte Preußer.

An diesem Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker), wenn Rot-Weiss Essen im Signal-Iduna-Park zu Gast ist, sei das Torwartmandat noch einmal Lotka vorbehalten - "und dann werden wir sehen, wer gegen Mannheim hinten drin ist", so der U-23-Trainer, der auf Nachfrage anfügte: "Es ist sehr gut möglich, dass wir in dieser Saison immer wieder tauschen werden." Von Lotka zu Unbehaun - und umgekehrt.

Ich will längerfristig natürlich im Tor der 1. Mannschaft in der Bundesliga stehen.

Marcel Lotka

Beide Talente sollen schließlich auf ihre Minuten kommen. Zudem ist die U 23 abhängig davon, wen die Profi-Belegschaft benötigt. Das hat Preußer in den vergangenen Wochen immer wieder betont. Geht es nach dem selbstbewussten Lotka, der in der vergangenen Saison in zehn Spielen bei Hertha BSC das Bundesliga-Tor hüten durfte und im Abstiegskampf souverän hielt, befindet sich der Schlussmann in Zukunft wieder zwei Etagen höher auf dem Platz. "Ich habe klare Ziele und die werde ich anvisieren", sagte der Keeper dem kicker in der Vorbereitung. "Ich will längerfristig natürlich im Tor der 1. Mannschaft in der Bundesliga stehen, deswegen bin ich gekommen."

Worte, denen Lotka Taten folgen lassen will.

Leon Elspaß

Die Trainer in der 3. Liga