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DFB-Team: Löws deutliche Botschaft an PSG-Profi Julian Draxler

DFB-Team in der Schweiz mit Leno

Löws deutliche Botschaft an Draxler

Sollte Julian Draxler wechseln? Joachim Löw hat eine ziemlich eindeutige Ansicht.

Sollte Julian Draxler wechseln? Joachim Löw hat eine ziemlich eindeutige Ansicht. imago images

Diesen Termin hatte sich Joachim Löw (60) schon vor dem Wiedersehen mit seinen Nationalspielern vorgenommen. Der Bundestrainer wollte in einer persönlichen Unterredung mit dem von ihm höchst geschätzten Julian Draxler (26) dessen aktuelle Situation bei seinem Arbeitgeber Paris Saint Germain sowie seine weitere berufliche Zukunftsplanung erörtern. Dieses Gespräch fand mittlerweile statt, schon vor der Partie gegen Spanien (1:1).

"Wir haben ein bisschen Gedanken ausgetauscht", erzählt Löw. Dabei ging es darum, "was vielleicht im Winter passiert". Löw sprach damit indirekt die Möglichkeit eines Vereinswechsels Draxlers an, seine Vermutung, dessen Vertrag laufe "im nächsten Jahr aus", also Ende Juni 2021, trifft zu. Auch Draxler hatte eine ähnliche Andeutung nach der Partie am vorigen Donnerstag in Stuttgart gemacht. Er werde sich in diesen Tagen "auf den DFB konzentrieren, und danach wird man sehen, wie es weitergeht in Sachen Klub".

Sollte Draxler wechseln? "Für Julian wäre es natürlich wichtig..."

Löw legt in dieser Angelegenheit doch ziemlich deutlich seinen guten Rat offen. "Für Julian wäre es natürlich wichtig, jetzt in diesem Alter vielleicht einen Schritt zu machen, wo er regelmäßig spielt", sagt er. "Das würde ihm wahrscheinlich schon entscheidend helfen." Allerdings stelle sich die Frage, "ob Paris ihn gehen lässt". Schließlich könne Draxler auf diesem Niveau "immer mitspielen" - aber dazu muss man eben spielen. Also ist Löws Botschaft unmissverständlich: "Dennoch ist es gut, wenn er nach ein, zwei Jahren auf Dauer Woche für Woche im Einsatz ist."

Wenn nicht in Paris, dann eben anderswo. Und dort mit einer Hauptrolle als Verantwortungsträger, wie er das beim Confed-Cup-Triumph 2017 als Kapitän gewesen war.

Löw hält viel von Draxler, der zwar schon 52 Länderspiele absolviert hat, aber noch immer keine unumstrittene Stammkraft in der DFB-Auswahl ist. "Dass Julian viel kann, weiß man", sagt Löw zunächst und lobt die Schusstechnik, den Abschluss sowie die kleinen kurzen Bewegungen dieses feinen Technikers. Das Problem: Draxler darf seine Qualitäten im Klub zu selten zeigen, wie kürzlich im Endturnier der Champions League zu sehen war: Im Finale gegen den FC Bayern wurde er erst in der 78. Minute eingewechselt und bewirkte nichts mehr gegen die 0:1-Niederlage.

In der Schweiz wird Leno das deutsche Tor hüten

Löw kennt Draxlers schwierige Lage im Verein, die Superstars Neymar und Kylian Mbappé stürmen dort, zudem Angel di Maria. Dieses Trio bevorzuge Trainerkollege Thomas Tuchel eben. Deswegen Löws Entscheidungshilfe für Draxler.

Für die zweite Begegnung im Rahmen der Nations League gegen die von Löw wegen ihrer taktischen Flexibilität und individuellen Ausbildung sehr geschätzten Schweizer verriet der Bundestrainer nur so viel, dass Bernd Leno (28/ FC Arsenal) den gegen Spanien guten Kevin Trapp (30) im Tor ablösen werde. Alle weiteren Personalien wollte er womöglich erst am Spieltag klären, um den jüngsten Stand der körperlichen Befindlichkeit eines jeden seiner Spieler zu haben.

Karlheinz Wild

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