Nationalelf

Löws Bitte - und warum Sané "genervt" war

Der Weg zur Topform ist noch weit

Löws Bitte - und warum Sané "genervt" war

Noch nicht in Topform: Leroy Sané.

Noch nicht in Topform: Leroy Sané. Getty Images

17 Monate lang musste Leroy Sané auf sein 22. Länderspiel für die DFB-Auswahl warten. Erst bremste ihn ein Kreuzbandriss, dann die Corona-Pandemie. Beim 1:1 gegen Spanien zum Auftakt der Nations League war es dann am vergangenen Donnerstag soweit. Immerhin 63 Minuten hielt der 24-Jährige durch, ehe er mit Krämpfen in den Beinen von Bundestrainer Joachim Löw ausgewechselt wurde.

Bereits am Sonntag könnte in der Schweiz Länderspiel Nummer 23 hinzukommen. Vorausgesetzt, Sanés Körper spielt mit. Löw hat es seinem Stürmer freigestellt, ob er starten möchte oder nicht. "Rechtzeitig" solle er ihm am Spieltag doch bitte Bescheid geben. Es ist eine eher ungewohnte Maßnahme, die allerdings nicht allein Sané betrifft. Generell möchte Löw abwarten, wie es um den körperlichen Zustand seiner Spieler bestellt ist, bevor er sich auf eine Startelf gegen die Schweiz festlegt.

Die Signale, die der Bayern-Profi prompt an die Adresse des Bundestrainers zurückgesendet hat, waren zumindest eindeutig. Seine Beine seien zwar "müde" gewesen direkt nach dem Spiel gegen Spanien, zwei Tage später allerdings sei "alles okay. Ich denke, dass es morgen ganz gut klappen wird."

Sané sieht sich aktuell bei "80 Prozent" Leistungsfähigkeit

Sané benötigt jede Spielminute, die er bekommen kann, um möglichst schnell zurück zu alter Form zu finden. Denn sein Comeback gegen Spanien zeigte zwar einerseits, welch ein begabter und schneller Angreifer er ist. Es bewies aber auch, dass der Weg zur Topform noch weit ist. Ein ums andere Mal ärgerte sich Sané in der guten Stunde Spielzeit in Stuttgart über sich selbst. Er sei "genervt" gewesen, erklärte er am Samstag in Basel sein Verhalten, "weil einige Dinge nicht so geklappt haben von denen ich weiß, dass ich sie anders herunterspiele, wenn ich die Frische und Power habe".

Bei "80 Prozent" Leistungsfähigkeit sieht er sich aktuell selbst, ohne zu schnelle Fortschritte zu erwarten. Zumindest nicht durch die möglicherweise zwei Einsätze im DFB-Team. "Das dauert einige Spiele länger", sagte er, "aber ich mache mir da auch keinen Druck." Stattdessen freue er sich über jede Minute, die er auf dem Platz stehen dürfe. Löw kann ihm also für Sonntagabend guten Gewissens ein Plätzchen freihalten. Die Zusage von Sané kommt, wenn am Samstag nicht alles täuschte, ganz bestimmt.

Matthias Dersch

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