Nationalelf

Löw sollte aus Klinsmanns Verhängnis lernen

Kommentar von Thiemo Müller

Löw sollte aus Klinsmanns Verhängnis lernen

Thiemo Müller

Thiemo Müller kicker

Die Kritik aus Bremen ließe sich also als rein subjektive Betroffenheit abtun - wenn Löw nicht zum wiederholten Mal seine Glaubwürdigkeit selbst aufs Spiel setzen würde. Nicht wegen seiner Torhüter-Auswahl. Sondern wegen öffentlicher Erklärungen, die in die Irre führen. Wiese erst einen 90-Minuten-Einsatz in Aussicht zu stellen und ihn dann zur Nummer vier zu machen, passt nicht zusammen. Stattdessen Neuer zu berufen, "weil wir ihn noch nicht so genau kennen" (Torwarttrainer Köpke) ist ein im Wortsinn unglaubliches Argument.

Beim DFB eingeführt hat derartige Diplomatie Löws Vorgänger Jürgen Klinsmann. Betroffene und Beobachter empfinden verbale Verniedlichung harter Entscheidungen aber zwangsläufig als Mangel an Ehrlichkeit. Erinnert sei an die Fälle Wörns oder Frings. Und Löw sollte vor Augen haben, dass Klinsmann bei Bayern auch ebendieser Kommunikationsstil zum Verhängnis wurde.