Bundesliga

Löw: "Natürlich bleibe ich im Fußball, was anderes kann ich nicht"

Ex-Bundestrainer war Gast bei Ginters Charity-Gala in Freiburg

Löw: "Natürlich bleibe ich im Fußball, was anderes kann ich nicht"

Gast auf der Ginter-Gala: Joachim Löw.

Gast auf der Ginter-Gala: Joachim Löw. kicker

Christian Günter, Lucas Höler, Yannik Keitel und Dominique Heintz vom SC Freiburg, Radrennfahrer Simon Geschke, das Speerwerfer-Ehepaar Christina und Boris Obergföll sowie Joachim Löw gehörten zu den Gästen, die am Montagabend über den roten Teppich im Historischen Kaufhaus in Freiburg flanierten und für Fotos posierten. Eingeladen hatten der Gladbacher Fußballprofi Matthias Ginter und seine Frau Christina, die beide aus der Region Freiburg stammen und hier eine Stiftung gegründet haben, mit der sie benachteiligte Kinder unterstützen.

Der Gladbacher Sieg gegen Fürth sollte an dem Abend genauso wenig Thema sein wie die erste Heimniederlage der Freiburger gegen Frankfurt. "Wir sind schließlich alle hier für einen guten Zweck", sagte Ginter, "wir haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass die Leute viel gespendet und Gutes getan haben, da sind wir sehr froh drüber."

Löw wollte "die Bühne Hansi überlassen" und hat "logischerweise Anfragen"

Zu den Spendern gehörte auch wieder der in Freiburg wohnende Ex-Bundestrainer, der sich zuletzt aus der Öffentlichkeit etwas zurückgezogen hatte, sich bei der Charity-Gala aber in bester Laune zeigte. "Ich habe nach so langer Zeit mal ein bisschen Abstand benötigt, das war für mich auch mal wichtig", erklärte Löw. Außerdem wollte er bewusst "die Bühne Hansi überlassen und dem Neuanfang". Seine Verabschiedung in Wolfsburg beim Spiel gegen Liechtenstein hat der 61-Jährige als "superschön" empfunden, "vor allem im Kreis der Mannschaft. Man hat gemerkt, da ist über die Jahre etwas zusammengewachsen mit vielen Spielern."

Mehr als Ergebnisse, Erfolge und verlorene Spiele werde ihm in Erinnerung bleiben, "was für Hindernisse wir überwunden haben und was für Freude wir miteinander hatten - die zwischenmenschlichen Dinge bleiben für immer in meinem Herzen". Inzwischen sei er wieder motiviert zu arbeiten. "Natürlich bleibe ich im Fußball, was anderes kann ich auch nicht", sagte Löw lächelnd, "es gibt logischerweise Anfragen, nächstes Jahr wird man weitersehen, ich lasse es auf mich zukommen." Ausgeschlossen hat er allerdings, sich um das Amt des DFB-Präsidenten zu bewerben: "Da gibt es andere, die können das besser - Schuster, bleib bei deinen Leisten."

Löw ist gegen eine Impfpflicht

Es blieb nicht aus, dass bei der 2G-Veranstaltung über das Thema Impfen und impfunwillige Profis gesprochen wurde. Die steigenden Corona-Infektionszahlen findet Löw "beängstigend", für eine Impfpflicht spricht aber auch er sich nicht aus: "Ich bin dafür, dass man sich impfen lässt, das zeigt auch eine gewisse Verantwortung für unsere Gesellschaft. Das ist dringend erforderlich, wenn man aus dieser Pandemie rauskommen will. Aber es ist die Entscheidung von jedem einzelnen in unserem Land, die man respektieren muss."

Ähnlich äußerte sich Gastgeber Ginter, der erlebt hat, wie seine Stiftungsarbeit durch die Pandemie erschwert wurde. Trotzdem konnten er und seine Frau helfen. "In den letzten zwei Jahren kamen unzählige Projekte dazu, die man so vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Es kamen auch neue Probleme hinzu, es waren viele Kinder zu Hause, sie hatten keine Freizeitmöglichkeiten mehr und es gab mehr häusliche Gewalt", berichtet Christina Ginter, die Vorsitzende des Stiftungsvorstands. "Wir haben viele Projekte aufgenommen, die in die Corona-Zeit gepasst haben." Auch der am Montagabend vergebene Stiftungspreis an Autor Tobias Budde für sein Kinderbuch "Es ist okay, traurig zu sein", passt dazu.

Günter lobt Ginter

SC Freiburg-Kapitän Christian Günter, der zusammen mit seiner Frau Katrin zu den Stiftungsbotschaftern gehört, findet es imponierend, dass sein Nationalmannschaftskollege und dessen Frau "viel gemacht haben, auch wenn sie nicht vor Ort sein konnten, denn gerade die Kinder, denen es nicht so gut geht, sind auf diese Unterstützung angewiesen". Er kündigte an, "den einen oder anderen Euro hier zu lassen". Zwei Wochen nach dem Treffen in Abendgarderobe gibt es dann ein Wiedersehen im Trikot, wenn der Sport-Club in Mönchengladbach zu Gast ist.

Daniela Frahm

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29. November 202101:29:50 Stunden

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