U 21

Lösung di Salvo: Vielversprechend, weil der Gerland-Coup das Risiko mindert

Kommentar zur Trainerentscheidung bei der U 21

Lösung di Salvo: Vielversprechend, weil der Gerland-Coup das Risiko mindert

Originelle Konstellation: Antonio di Salvo und Hermann Gerland.

Originelle Konstellation: Antonio di Salvo und Hermann Gerland.

Die Vorteile der Beförderung von Antonio di Salvo zum neuen Cheftrainer der U-21-Nationalmannschaft liegen auf der Hand. Der langjährige Assistent von Stefan Kuntz ist eng mit dem übrigen Trainer- und Betreuerstab vertraut, hat selbst einen großen Teil zu den vielen Erfolgen unter Kuntz beigetragen und kennt sowohl die aktuelle U-21-Generation als auch die nachfolgenden Jahrgänge bestens. Kurzum: Di Salvo steht für größtmögliche Kontinuität bei Deutschlands ältester Junioren-Auswahl. Und es ist ein Signal der DFB-Spitze an die eigene Leute: Es gibt echte Aufstiegsmöglichkeiten und wir vertrauen euch.

Dennoch bleibt eine große Frage: Kann di Salvo die von Kuntz in Perfektion gelebte Rolle als kommunikationsstarker Leuchtturm ausfüllen, der intern für Zusammenhalt, Wohlfühlklima, aber auch Leitungsbereitschaft und Fokussierung sowie sogar extern für Begeisterung rund um die U 21 sorgte?

Di Salvo muss sich im Rampenlicht noch beweisen

Den Nachweis, dass er den neuen herausfordernden Chefaufgaben, vor allem im Umgang mit Öffentlichkeit und Medien, gewachsen ist und sie nicht seine Stärken auf dem Platz und in der Analyse einschränken, muss di Salvo erst erbringen. Ein Risiko, das jeder Beförderung eines Experten aus der zweiten Reihe zum Chef im Rampenlicht innewohnt.

Dieses Risiko wird jedoch durch den Coup mit Hermann Gerland gemindert. Der Großmeister der Co-Trainerzunft, der obendrein wie kein Zweiter für die exzellente Förderung junger Profis steht, ist ein Glücksgriff für die U 21. Damit gaben die DFB-Verantwortlichen Bierhoff, Flick, Chatzialexiou und Schönweitz eine spannende und originelle Antwort auf diese Richtungsfrage: Wieder auf einen emphatischen, charismatischen und erfolgreichen Ex-Profi wie Kuntz und Vorgänger Horst Hrubesch setzen, oder einen jüngeren Trainer mit größerem Fokus auf fachlicher Expertise ranlassen?

Gerland hat di Salvo schon trainiert

Di Salvo ist mit 42 Jahren noch ein junger Trainer, auch durch die Zusammenarbeit mit DFB-Chefausbilder und U-21-Assistent Daniel Niedzkowski auf dem neuesten Stand der Fußballlehre und kann immerhin auf 183 Erst- und Zweitligaeinsätze als Stürmer zurückblicken. Gerland bringt zusätzlich über 200 Einsätze als Profi, die geballte Trainerexpertise aus über 35 Jahren im Spitzenbereich von Nachwuchs und Profis sowie 67 Jahre Lebenserfahrung ein. Champions-League- und Weltpokaltriumph eingeschlossen hat Gerland im Fußball schon alles gesehen und kennt di Salvo aus der Zeit, als er ihn bei den Bayern-Amateuren noch eine Zeit lang selbst trainierte.

Zumindest auf dem Papier ist dem DFB bei der U 21 ein vielversprechender Start in die Post-Kuntz-Ära gelungen.

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