Bundesliga

Lizenzierungsverfahren wieder aktiviert - Sechs-Punkte-Abzug bei Verstößen

Frist für Auflagen an die Klubs auf 15. September terminiert

Lizenzierungsverfahren wieder aktiviert - Sechs-Punkte-Abzug bei Verstößen

Die DFL beschloss einstimmig, das Lizenzierungsverfahren wieder zu aktivieren.

Die DFL beschloss einstimmig, das Lizenzierungsverfahren wieder zu aktivieren. imago images

Nachdem der kicker vorab berichtet hatte, dass alle 36 deutschen Profiklubs für die kommende Spielzeit 2021/22 die Lizenz erhalten werden, gab die DFL am Montag weitere Details zum anstehenden Lizenzierungsverfahren bekannt.

Alle Regelungen, die am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung beschlossen wurden, gehen auf ein einstimmiges Votum der 36 Klubs zurück. Etwaige Sonderregelungen, die die Auswirkungen der Corona-Krise für den Profi-Fußball betreffen, gelten nur für die Spielzeit 2021/22. Ab der darauffolgenden Saison 2022/23 wird wieder zum "ursprünglichen Standard des Lizenzierungsverfahrens zurückgekehrt", wie die DFL in einem Schreiben am Donnerstag mitteilte.

Einreichungsfrist bis 15. März

Wie bisher üblich, sind alle Klubs der Bundesliga und der 2. Liga angehalten, spätestens bis zum 15. März ihre Bewerbungsunterlagen für eine Lizenz einzureichen.

Gemäß dem bisher gängigen Lizenzierungsverfahren hat die DFL dann in einem nächsten Schritt betroffenen Vereinen Bedingungen oder Auflagen erteilt. Bislang mussten Vereine Bedingungen vor dem Beginn der neuen Spielzeit zum jeweils 1. Juli erfüllen, Auflagen werden nach erteilter Lizenz vergeben und sind dann im Laufe der Saison von den Vereinen umzusetzen.

Abzug von sechs Zählern bei Nichterfüllung bis 15. September

Neu ist nun, dass bei der Feststellung einer Liquiditätsunterdeckung keine Bedingungen mehr erteilt werden, die vor der Saison geschlossen werden müssen. Vielmehr hat sich die DFL angesichts der Corona-Pandemie darauf verständigt, für diesen Fall Auflagen zu erteilen, die bis zum 15. September 2021 zu erfüllen sind. Damit soll den Klubs eine längere Frist eingeräumt werden, um mögliche Liquiditätslücken zu schließen, beispielsweise durch Spieler-Transfers. Sollten auch nach dem 15. September noch Liquiditätslücken vorhanden sein, werden betroffenen Klubs mit sofortiger Wirkung sechs Zähler abgezogen. Darüber hinaus muss ein finanziell angeschlagener Klub weiterhin nachweisen, wie er die Spielzeit 2021/22 trotz Punktabzug finanzieren kann.

Etwaige "Transferauflagen" bis 15. Januar 2022

Des Weiteren will die DFL den Klubs entgegenkommen, indem sie Vereinen mit negativem Eigenkapital keine Kapital- oder Planqualitätsauflagen auferlegen wird. Allerdings prüft die DFL ab Oktober 2021 wie üblich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aller 36 Klubs und verhängt gegebenenfalls sogenannte "Transferauflagen". Diese sollen sicherstellen, dass "ein Klub zum Nachweis der Erfüllbarkeit aller bis zum 30. Juni fälligen Verbindlichkeiten aus einem Transfer verpflichtet ist, bevor dieser getätigt wird".

Sollten sich im zweiten Teil des Lizenzierungsverfahrens weitere Liquiditätslücken auftun, die nicht bis zum 15. Januar 2022 geschlossen werden können, wird ein betroffener Klub mit einem Abzug von vier statt bisher zwei Punkten bestraft.

DFL-Arbeitsgruppe soll wirtschaftliche Stabilität stärken

Unabhängig von den Neuerungen beim aktuell anstehenden Lizenzierungsverfahren kündigte die DFL am Donnerstag zudem an, eine "Arbeitsgruppe zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität des Profifußballs" ins Leben zu rufen. Diese wird sich zusammen mit der von zwölf Klubs gebildeten "DFL-Kommission Finanzen" insbesondere um die Bewältigung der Corona-Pandemie "unter Berücksichtigung des international gültigen Regelwerks widmen". Im Fokus dieser Tätigkeiten stehen dabei die entsprechenden Handlungsempfehlungen der "Taskforce Zukunft Profifußball".

bst