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Liverpools bittere 21-Jahre-Statistik - Klopp: "Mein Fehler"

Trainer widerspricht Wijnaldum

Liverpools bittere 21-Jahre-Statistik - Klopp: "Mein Fehler"

"Es wäre zu billig zu sagen, wir haben kein Glück": Jürgen Klopp, hier nach Schlusspfiff mit Torwart Alisson, der gegen Burnley das Gegentor mitverursacht hatte.

"Es wäre zu billig zu sagen, wir haben kein Glück": Jürgen Klopp, hier nach Schlusspfiff mit Torwart Alisson, der gegen Burnley das Gegentor mitverursacht hatte. imago images

Mohamed Salah, Sadio Mané oder Andy Robertson spielen schon etwas länger beim FC Liverpool, doch tatsächlich haben sie und ein paar andere an diesem Donnerstagabend eine Erfahrung zum ersten Mal gemacht: wie es sich anfühlt, ein Premier-League-Heimspiel in Anfield zu verlieren.

Drei Jahre, acht Monate und 29 Tage nach einem 1:2 gegen Crystal Palace verloren die Reds gegen Burnley zuhause eine Partie, "die man eigentlich unmöglich verlieren kann", wie Jürgen Klopp kopfschüttelnd bilanzierte. "Aber wir haben selbst das hingekriegt." Bei seiner Mannschaft passiert gerade einiges, was man nicht für möglich gehalten hätte.

Als Liverpool letztmals so harmlos war, war Klopp noch nicht mal Trainer

Der Meister mit den 18 Punkten Vorsprung ist auf den vierten Platz abgerutscht, weil er einfach nicht mehr trifft. Erstmals seit Mai 2000 hat Liverpool in vier aufeinanderfolgenden Ligaspielen kein Tor geschossen. Klopp war damals noch nicht einmal Trainer, sondern 32 Jahre jung. Was ist fast 21 Jahre später nur los?

"Es wäre zu billig zu sagen, wir haben kein Glück", ist auch Klopp bewusst. "Das Problem sind die Entscheidungsfindungen im letzten Drittel, und die Entscheidungen basieren auf Informationen, die ich gebe, und darauf, in welcher Gemütslage, also wie selbstbewusst du bist."

Georginio Wijnaldum hatte nach dem Schlusspfiff gegen Burnley noch gesagt, die Leute irrten, wenn sie meinten, der Mannschaft fehle es an Selbstvertrauen - Klopp widersprach indirekt: "Das Selbstvertrauen ist nicht auf dem Höchststand. Das ist so offensichtlich, dass ich es nicht erwähnen muss."

Klopp: "Wir müssen in den entscheidenden Momenten wieder wir selbst werden"

Die 0:1-Niederlage am Donnerstag durch einen von Torwart Alisson verschuldeten Foulelfmeter war zwar wahrlich nicht leistungsgerecht, an die Wand gespielt hatten die Reds Burnley allerdings auch nicht. Das Offensivspiel war einfach zu umständlich und ungenau. "Wir müssen in den entscheidenden Momenten wieder wir selbst werden", forderte Klopp. "Nicht im Spielaufbau - da ist alles in Ordnung." 90 Prozent seien immer noch da, zehn nicht.

"Das ist mein Fehler", so der FIFA-Welttrainer. Er habe seinen Spielern schon "die richtigen Informationen" gegeben, "aber ich war vielleicht nicht überzeugend genug oder konnte nicht genug Selbstvertrauen vermitteln." Im richtigen Moment zu schießen statt zu passen oder umgekehrt - vielleicht müsse er da noch deutlicher werden. "Das ist keine Hexerei."

Die Frage nach Neuzugängen blockt Klopp ab

Über Neuzugänge denke er jedenfalls nicht nach. "Mit diesen Spielern können wir viel besser Fußball spielen, darüber denke ich nach." Und was ist mit der Meisterschaft? "Wie dumm wäre es, jetzt nach vier oder fünf torlosen Spielen - ich weiß es gar nicht genau - über das Titelrennen zu sprechen?"

55 Punkte hatte Liverpool vor einem Jahr zur Saison-Halbzeit, jetzt sind es 34. Das ist die schlechte Nachricht für den Meister. Die gute: Spitzenreiter Manchester United hat auch "nur" 40. Um 2021 englischer Meister zu werden - so viel steht jetzt schon fest -, wird anders als zuletzt keine nahezu perfekte Saison nötig sein, und ganz sicher keine ohne Heimniederlage: Vor Liverpool hatten alle anderen 19 Teams zuhause schon verloren.

jpe

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