Bundesliga

Links? Rechts? Löwen triumphiert im Nervenkrimi

Bochums Elfmeterschütze erklärt besonderen Druck

Links? Rechts? Löwen triumphiert im Nervenkrimi

Eduard Löwen schießt ins rechte Eck.

Eduard Löwen schießt ins rechte Eck. imago images/Sportfoto Rudel

Manuel Riemann bewahrte den VfL Bochum mehrmals vor dem 0:2 und damit vor der Entscheidung zugunsten des VfB Stuttgart. Der Torwart wollte das Schicksal aber nicht allzu sehr herausfordern, deshalb eilte Riemann, der in der Vergangenheit auch schon Elfmeter geschossen hat, nach dem Elfmeterpfiff direkt zu Thomas Reis, um ihm zu sagen, "dass er auf keinen Fall schießen wird", erzählte der Trainer schmunzelnd nach der Partie.

Eduard Löwen schnappte sich den Ball - und das war so zunächst gar nicht vorgesehen. "Wir haben klare Absprachen", sagte Reis, der betonte: "Aber ich kann ja nicht 15 Mann einteilen." Es habe "zwei etatmäßige Schützen" gegeben. Die Crux: "Beide waren schon ausgewechselt" - nämlich Jürgen Locadia, für den Sebastian Polter eingewechselt wurde (und den Strafstoß herausholte), und Milos Pantovic, für den Löwen ins Spiel gekommen war.

Löwen bewies viel Mut, als er in der vierten Minute der Nachspielzeit antrat und den Stuttgarter Torwart Florian Müller eiskalt zum 1:1-Endstand verlud. "Ich habe versucht, mir so wenig Druck wie möglich zu machen", sagte Löwen anschließend bei "Sky". Trotzdem blieb ein gewisser Rest-Druck. Denn: "Ich kenne Florian seit der Jugend. Ich habe bei Kaiserslautern gespielt, er in Saarbrücken."

So geriet der Elfmeter zum echten Nervenkrimi. "Er kannte meine Ecke, in die Ecke ist er gesprungen", sagte Löwen, der zugab, dass das Glück eine entscheidende Rolle spielte: "Noch beim Anlaufen wusste ich nicht, wohin ich schießen würde, ich habe mich dann kurzfristig für die rechte Seite entschieden" - und damit für die Seite, die er sonst nicht bevorzugt. Der 25-Jährige ergänzte schmunzelnd: "Aber ich hätte mich natürlich auch täuschen und Florian sich ganz bewusst für die andere Ecke entscheiden können ..."

Toni Lieto