2. Bundesliga

Lienens Schützlinge springen auf Rang drei

Derby-Sieg für Fürth - Traum-Debüt für Lewandowski

Lienens Schützlinge springen auf Rang drei

Lasse Sobiech (rechts) feiert mit seinen Mitspielern das zwischenzeitliche 1:0.

Lasse Sobiech (rechts) feiert mit seinen Mitspielern das zwischenzeitliche 1:0. Getty Images

St. Pauli hüpft auf den Relegationsrang

St. Pauli und Aufsteiger Duisburg komplettierten den 6. Spieltag am Montagabend. Von der beeindruckenden Kulisse am Millerntor ließen sich die schwach in die Liga gestarteten Zebras aber nicht aus der Fassung bringen. Mit Zweikampfhärte und einer defensiven Grundeinstellung verhinderten die Gäste lange konsequent Chancen des Gastgebers - und verpassten mit einem furiosen Knaller von Neuzugang Wiegel (Erfurt) an den Pfosten die Führung. Gegen Ende der ersten Halbzeit näherten sich aber auch die Kiez-Kicker mit Schüssen von Thy, Buchtmann und dem von Dortmund losgeeisten und sehr bemühten Dudziak dem 1:0 an.

Auch der zweite Durchgang bot reichlich Magerkost - und dem Publikum in der 68. Minute einen strittigen Elfmeter, als Bomheuer Gegenspieler Thy im Luftkampf leicht stieß. Das brachte Lettieri in Rage, wodurch er von Schiedsrichter René Rohde auch noch auf die Tribüne geschickt wurde. Von dort sah der MSV-Trainer mit an, wie Abwehrmann Sobiech sicher zum 1:0 verwandelte (70.) und Maier kurz vor dem Ende aus der Distanz zum 2:0 einschoss. Der Sprung auf Platz drei war damit gelungen, während die Zebras nach wie vor auf dem 18. Rang festhängen.

Derby in Franken: Fürth mit dem glücklicheren Ende

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des 259. Derbys zwischen Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg, das nach 90 umkämpften Minuten nach einer dramatischen Schlussphase an die SpVgg ging. Für den Club begann die Partie nach Maß, ein abgefälschter Burgstaller-Schuss landete im Netz der Fürther. Die waren um eine sofortige Antwort bemüht, hatten mehr vom Spiel und auch eine ganz dicke Ausgleichschance, doch Berisha verfehlte das leere Tor (32.). Vom FCN kam zu wenig, entsprechend verdient war der Ausgleich der SpVgg - wenn auch durch eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Zwayer begünstigt. Berisha machte seinen Fehlschuss mit dem 1:1 wett.

Fürths Siegtorschütze Freis und Nürnbergs Schöpf.

Sorgten am Schluss für einen Krimi im Derby: Fürths Siegtorschütze Freis und Nürnbergs Schöpf. picture alliance

Pech hatte der Fürther Offensivmann kurz nach der Pause, als FCN-Torwart Kirschbaum den Ball noch an den Pfosten lenkte. Nürnberg investierte weiter nicht genug, spielte zu verhalten und kassierte das 1:2. Allerdings stand Torschütze Weilandt klar im Abseits. Nach Schöpfs 2:2 drückte Nürnberg, doch Freis nutzte den Tiefschlaf der FCN-Abwehr zum späten Siegtreffer. Fürth zieht in der Tabelle an der Weiler-Elf vorbei.

Braunschweig setzt den Positivtrend fort

Braunschweig entführte beim 3:0 die Punkte aus Frankfurt und rückt mit dem dritten Sieg in Folge langsam an die Aufstiegsränge heran. Der FSV investierte in den ersten 45 Minuten zwar viel, doch die Eintracht ließ den Ball gut zirkulieren und ging nach einer klasse Einzelleistung von Berggreen durch Reichel noch vor der Pause in Führung. Der FSV bemühte sich, hatte einige gute Aktionen im zweiten Durchgang, doch Holtmann machte mit dem 2:0 alle Frankfurter Hoffnungen zunichte, ehe Boland den Schlusspunkt setzte.

Düsseldorf atmet auf - 1860 bleibt sieglos

"Wir lechzen nach dem Dreier", hatte Rachid Azzouzi vor der Partie gegen 1860 erklärt, die Gelüste des Fortuna-Sportdirektors wurden gestillt. Düsseldorf fuhr gegen die Löwen einen verdienten Dreier ein. Die Gäste mussten mit Bebous Gegentreffer einen frühen Rückschlag hinnehmen. Die Kramer-Elf nutzte den psychologischen Vorteil, kontrollierte das Spiel und erhöhte nach einem Patzer der Löwen-Hintermannschaft nach einer halben Stunde durch Ya Konan. Fortuna hatte alles im Griff, traf im zweiten Durchgang noch zweimal Aluminium und einmal ins Tor. Für Aufregung sorgte Okotie, der auf dem Spielfeld fünf Minuten nach einem Zusammenprall mit Rensing zusammenbrach und ins Krankenhaus gebrachte werden musste. Mit dem ersten Dreier verabschiedet sich Düsseldorf vom letzten Platz, 1860 steht dagegen auf einem Abstiegsrang.

Traum-Debüt für Lewandowski

Wie früher Mattuschka: Damir Kreilachs Traum-Freistoß brachte Union auf die Siegerstraße.

Wie früher Mattuschka: Damir Kreilachs Traum-Freistoß brachte Union auf die Siegerstraße. picture alliance

Am Samstag stand in Karlsruhe das Debüt des neuen Union-Trainers Sascha Lewandowski auf dem Programm, die Köpenicker wollten die Verunsicherung der Badener nach der 0:6-Schmach in Braunschweig nutzen. Das gelang voll und ganz: Bereits in der 12. Minute schlug es im KSC-Kasten ein, Kreilach setzte einen Torsten-Mattuschka-Gedächtnis-Freistoß über die Mauer und unter die Latte - Marke Traumtor! Die Karlsruher berappelten sich mit der Zeit und hatten nach einer Ecke ihre erste Großchance. Mauersberger scheiterte aber an Schlussmann Haas (23.), auch KSC-Keeper Orlishausen musste allerdings im Eins-gegen-eins mit Korte sein ganzes Können zeigen (40.). Union ließ sich nicht beirren und setzte in Person von Wood (49.) den zweiten Nadelstich. Zwar bemühten sich die Badener um die Wende und hatten durch Nazarov (67., Latte) und Hoffer (68., Haas hielt glänzend) gute Chancen. Als Quaner jedoch nach einem Fehler von Peitz die Nerven behielt (77.), durfte Lewandowski endgültig strahlen - 0:3, die nächste herbe Pleite für KSC-Coach Markus Kauczinski.

Arminia bleibt in der Offensive zu harmlos

Nur magere vier Treffer sind Arminia Bielefeld bislang gelungen, auch weil Torjäger Fabian Klos noch an Ladehemmung leidet. Gegen Heidenheim nahm er lediglich auf der Bank Platz (Magen-Darm-Probleme), zudem fehlte der schwer verletzte Müller wegen eines Trainingsunfalls . Die erste Großchance der Begegnung gehörte dem FCH, Leipertz scheiterte nach einer sehenswerten Kombination an der Latte (21.). Spielerisch hatte die Schmidt-Elf mehr zu bieten, die Arminen blieben in der ersten Hälfte ohne Großchance. FCH-Stürmer Morabit verzog in der 54. Minute aus der Ferne nur denkbar knapp, die ersten guten Gelegenheiten für die Ostwestfalen eröffneten sich unmittelbar danach und eher zufällig: Ulms verunglückte Flanke brachte FCH-Keeper Zimmermann erstmals in Bedrängnis (55.). Heidinger säbelte am Ball vorbei und eröffnete Affane die Chance, der Joker vergab allerdings kläglich (73.). Das war's dann aber auch von der Alm, die Schlussviertelstunde verlief weitgehend unspektakulär.

Wooten beschmutzt Bochums weiße Weste

Knalleffekt - allerdings für Bochum: SVS-Keeper Knaller räumt Terodde ab.

Knalleffekt - allerdings für Bochum: SVS-Keeper Knaller räumt Terodde ab. imago

Der VfL Bochum bleibt auch am 6. Spieltag der 2. Bundesliga ungeschlagen, allerdings wurden die Westdeutschen am Freitagabend ihre weiße Weste los. Die Verbeek-Elf kam beim SV Sandhausen zu einem 1:1-Unentschieden. Zum sechsten Mal schickte der niederländische Coach der Gäste dieselbe Startelf ins Rennen und schien damit erneut alles richtig gemacht zu haben. Nach wenigen Minuten war Terodde durchgebrochen, SVS-Keeper Knaller räumte den Torjäger ab, und Bastians vollstreckte den Elfmeter eiskalt. Doch die Mannschaft von Coach Alois Schwartz antwortete mutig, erspielte sich ein Übergewicht und kam unmittelbar vor der Pause durch Wootens Elfmeter zum Ausgleich. Der SVS-Stürmer hatte just nach dem Seitenwechsel auch die große Chance zur Führung, doch er verpasste aus wenigen Metern. Das Spiel blieb absolut unterhaltsam, beide Teams wollten unbedingt den Dreier einfahren, doch unter dem Strich blieb es nach zahlreichen Torgelegenheiten auf beiden Seiten bei der gerechten Punkteteilung.

Freiburg zu clever für die Roten Teufel

Der 1. FC Kaiserslautern wollte seine Fans nach dem bitteren 1:3 in Heidenheim versöhnen, doch gegen den SC Freiburg musste sich der FCK mit 0:2 geschlagen geben. Im ersten Abschnitt agierte der Bundesliga-Absteiger überlegen, ohne sich jedoch große Chancen herauszuspielen. Ein Tor von Petersen wurde zurecht wegen Abseits aberkannt. Glück hatten die Pfälzer, dass es in der 23. Minute nicht Elfmeter für den SCF gab, nachdem Karl seinen Gegenspieler Philipp im Strafraum zu Fall brachte. Im zweiten Durchgang blieb das Duell weitestgehend ereignislos, Chancen gab es kaum. Doch dann vollstreckte Abrashi eine der wenigen zu Ende gespielten Offensivaktionen der Streich-Elf zum Führungstreffer, Petersen sorgte auf dem Betzenberg mit dem 2:0 für die Entscheidung.

Paderborn wacht zu spät auf - Leipzig zu lässig

Paderborn bleibt ein Sorgenkind des Unterhauses. Der Bundesliga-Absteiger wollte in Leipzig nach der Länderspielpause durchstarten, doch heraus kam ein ernüchterndes 0:2. Für die Leipziger indes war es der erste Heimsieg. Schon im ersten Abschnitt machten die Sachsen alles klar: Zunächst stocherte Sabitzer die Kugel nach einem Eckball über die Linie zum Führungstor, dann schlenzte Forsberg einen direkten Freistoß gekonnt über die Mauer in die Maschen. Im zweiten Abschnitt blieb ein Aufbäumen der Paderborner lange Zeit aus, die Rangnick-Elf blieb spielbestimmend, versäumte es aber, Zählbares nachzulegen. Ein bisschen Pech hatte der SCP dann auch noch, dass ein Tor von Joker Saglik wegen eines vorangegangenen Foulspiels nicht gegeben wurde. Zwar versuchte Paderborn in der Schlussphase noch etwas, doch wachten die Ostwestfalen viel zu spät auf, um einen Punkt zu ergattern.

kon