2. Bundesliga

Lieberknecht: "Selbst ein rotziges 1:0 wäre mir recht"

Darmstadt vor dem ersten Geisterspiel der Saison

Lieberknecht: "Selbst ein rotziges 1:0 wäre mir recht"

"Wir müssen dort sofort auf Betriebstemperatur kommen": Torsten Lieberknecht.

"Wir müssen dort sofort auf Betriebstemperatur kommen": Torsten Lieberknecht. imago images/Jan Huebner

Mit Blick auf das Geister-Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue geht man es beim SV Darmstadt warm und kalt zugleich an. "Das wird eine heiße Kiste. Wir müssen dort sofort auf Betriebstemperatur kommen", sagte Trainer Torsten Lieberknecht am Donnerstag. Es sei wichtig, ein heißes Herz zu zeigen und dabei einen kühlen Kopf zu bewahren. Und das alles bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, die für die Partie am Samstag (13.30 Uhr !LIVE bei kicker) erwartet werden.

Fußball-Lockdown interessiert Lieberknecht "null"

Dass es sich corona-bedingt um ein Geisterspiel handelt, ist für Lieberknecht ohne große Bedeutung. Aue habe schon in der Vergangenheit gezeigt, dass es auch ohne Publikum gewinnen könne. Ein Fußball-Lockdown wie diese Woche von Aues Präsident Helge Leonhardt gefordert ist für Lieberknecht kein Thema. "Es interessiert mich null, wer was wie sagt momentan. Wichtig ist, dass wir uns auf das Spiel vorbereiten", sagte er. "Ich muss nicht zu allen Thematiken in der Fußballwelt meinen Senf dazugeben."

Aue, das die vergangenen vier Spiele unbesiegt ist, praktiziere auch verletzungsbedingt derzeit "ein Jugend forscht beziehungsweise Jugend forsch", sagte Lieberknecht. Er verwies dabei auf junge Spieler wie Antonio Jonjic, Nicolas Kühn oder Omar Sijaric. Dazu kämen Routiniers wie Torhüter Männel oder Jan Hochscheidt, der einst unter Lieberknecht in Braunschweig spielte. Aue stehe für Aggressivität, hohes Anlaufen und hohes Pressing, sei aber auch zu einem "gediegenen Spielaufbau" in der Lage.

Mit Mentalität, Zweikampfhärte und Aggressivität zum Sieg

Der Darmstädter Coach machte deutlich, dass "wir den Sieg anstreben" und benutzte dabei auch markige Worte: "Es ist scheißegal, wie du dieses Spiel dort gewinnst. Diese Einstellung müssen wir am Samstag zeigen. Selbst ein rotziges 1:0 wäre mir recht, um zu zeigen, dass wir auch solche Spiele mit wahnsinniger Mentalität, Zweikampfhärte und Aggressivität in petto haben und annehmen."

Einsätze von Gjasula und Manu fraglich

Fragezeichen stehen laut Lieberknecht hinter den Einsätzen von Klaus Gjasula, Braydon Manu und Benjamin Goller. Gjasula leide unter einem hartnäckigen Husten. Ein Corona-Test sei negativ ausgefallen. Der albanische Nationalspieler hatte ohnehin erst im Oktober eine Corona-Infektion durchgemacht. Bei Manu, der zuletzt viel Wirbel auf der rechten Außenbahn veranstaltet hatte, entpuppte sich die Verletzung aus dem St.-Pauli-Spiel nun doch als etwas problematischere Prellung. Goller hat nach einem grippalen Infekt noch Rückstand.

Für Gjasula wäre wohl Nemanja Celic erste Wahl. Der Österreicher hatte den rotgefährdeten Gjasula bereits im zweiten Durchgang gegen St. Pauli im defensiven Mittelfeld vertreten. Fabian Schnellhardt fehlt weiter mit einem Muskelbündelriss in der Wade. Sollte Manu ausfallen, könnte ihn Goller ersetzen. Sollte der noch nicht zur Verfügung stehen, wäre das eine neue Möglichkeit für Erich Berko, sich zu empfehlen. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus.

Skarke vor Rückkehr in den Kader

Auch bei Tim Skarke endet der Vertrag. Der 25-jährige Flügelspieler hat in dieser Saison wegen einer Adduktorenoperation noch kein Spiel bestritten. Inzwischen trainiert er wieder mit der Mannschaft und ist erstmals eine Option für den Kader. "Er macht Spaß, wenn du ihn auf dem Platz siehst", sagte Lieberknecht. "Das ist eine Bauchentscheidung. Er könnte durchaus eine Möglichkeit sein."

Stephan Köhnlein

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