2. Bundesliga

SV Darmstadts Coach Lieberknecht freut sich übers Jagdfieber

Darmstadt fährt mit Respekt zu Schlusslicht Ingolstadt

Lieberknecht freut sich über das Jagdfieber

Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht bemängelt fehlende Präzision im Abschluss.

Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht bemängelt fehlende Präzision im Abschluss. imago images/Jan Huebner

Am ersten Tag nach dem 2:2 gegen den Karlsruher SC hatte beim SV Darmstadt 98 im Anschluss an eine Krafteinheit Torschusstraining auf dem Programm gestanden. Das hatte aber nichts mit dem Chancenwucher zu tun, den seine Mannschaft gegen die Badener betrieben hatte, sondern war als ein etwas anderer Einstieg in die Woche geplant gewesen, wie Torsten Lieberknecht versichert.

Wenn du eine Torchance vergibst, dann lächle die weg und freue dich auf die nächste Torchance.

Torsten Lieberknecht

26 Torschüsse hatten den Lilien gegen den KSC nicht zum Sieg gereicht. Mehrfach sprach der Lilien-Coach am Donnerstag von einem "merkwürdigen Spiel". Die Wucht nach vorne, mit der man sich die Chancen erarbeitet habe, wolle man beibehalten. Beim Abschluss müsse man aber noch präziser werden und auch allgemein noch mehr Spielfreude zeigen: "Wenn du eine Torchance vergibst, dann lächle die weg und freue dich auf die nächste Torchance. Das wollen wir verkörpern."

Beim Torschusstraining am Montag gab es aber zumindest bei der Präzision noch Luft nach oben, wie Lieberknecht augenzwinkernd einräumte. Er hoffe, dass zumindest noch ein paar Bälle von der an den Trainingsplatz angrenzenden Tennisanlage zurückkämen, sagte er.

"Wir fühlen uns nicht als Gejagte"

Dass die nun anstehende Partie beim Schlusslicht FC Ingolstadt (Samstag, 13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) von der Papierform eine klare Sache ist, lässt der Coach nicht zählen. Man habe in Ingolstadt viel investiert, das heutige Team sei "überhaupt nicht mehr zu vergleichen" mit jenem, das beim Hinspiel im August mit 1:6 am Böllenfalltor unterging. Sowohl im Angriff als auch in der Innenverteidigung sei Ingolstadt mittlerweile sehr gut aufgestellt.

Es gehe immer darum, den Gegner mit seinen Stärken und Schwächen zu analysieren, unabhängig von Tabellenstand oder Papierform. "Das gebietet einfach der Respekt vor jeder Mannschaft." Die größte Motivation für sein Team sei es, Spiele zu gewinnen. "Das Schöne ist, dass wir immer noch am Jagen sind", sagte Lieberknecht mit Blick auf die Tabellensituation. "Wir fühlen uns nicht als Gejagte, sondern wir jagen aus allen Positionen. Jetzt müssen wir gucken, dass wir die Ingolstädter jagen.”

Karic mit leichten Corona-Symptomen

In der Partie stehen Lieberknecht alle Spieler zur Verfügung - bis auf den an Corona erkrankten Emir Karic, der aber laut seinem Trainer nur leichte Symptome zeigt. Ersatzkeeper Morten Behrens, der sich in der Winterpause mit Corona infiziert hatte, fehlte im Spiel gegen den KSC noch wegen Trainingsrückstands. Er gehe davon aus, dass Behrens gegen Ingolstadt wieder auf der Bank sitze, sagte der Chefcoach. Das letzte Wort habe hier jedoch Torwarttrainer Dimo Wache.

Müller, Celic und Goller als Härtefälle

Nicht gegen Karlsruhe auf der Bank saßen unter anderem Abwehrspieler Jannik Müller (wieder einmal) sowie Nemanja Celic und Benjamin Goller. "Wir haben die Situation, dass wir Woche für Woche den Kader mit Blick auf den Gegner aufstellen können", sagte Lieberknecht. Natürlich sei ein Spieler dann enttäuscht, wenn er einmal nicht dabei sei. Aber auch im Spielersatztraining sei das Niveau immer sehr hoch. "Das ist immer ein gutes Zeichen, dass die Jungs dranbleiben und nicht verzagen", sagte er.

Stephan Köhnlein

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