Formel 1

Lewis Hamilton disqualifiziert!

Jarno Trulli wieder Dritter - Kein Einspruch vom McLaren-Mercedes

Lewis Hamilton disqualifiziert!

Formel 1: Lewis Hamilton ist das Lachen vergangen.

In Australien disqualifiziert: McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ist das Lachen vergangen. imago

Auch sein Team McLaren-Mercedes wurde nachträglich disqualifiziert. Für den zweiten Fahrer, den Finnen Heikki Kovalainen, hatte dies keine Nachteile mehr, er war in Melbourne vorzeitig ausgeschieden.

Die 25-Sekunden-Strafe gegen Toyota-Pilot Trulli wurde dagegen revidiert. Er nimmt wieder den dritten Platz ein, den er im Rennen herausgefahren hatte, nach dem ersten Urteil aber an Hamilton hatte abgeben müssen.

"Absichtlich Beweise" für die Irreführung

Die Rennkommissare werfen dem Titelverteidiger und McLaren-Mercedes nun vor, sie hätten in der Verhandlung gegen Trulli "absichtlich Beweise" geliefert, die die Stewards irregeführt hätten. Welche neuen Erkenntnisse zur Aufhebung des Urteils gegen den Toyota-Fahrer führten, wurde nicht gesagt. Laut der Online-Ausgabe des Fachmagazins "auto, motor und sport" hatte es angeblich Widersprüche in den Aussagen des Champions vor den Medien und den Rennkommissaren gegeben, die nun zu der Wende geführt hätten.

Die Härte dieses Urteils ist unübersehbar. Wir brauchen jetzt all unsere Kraft für unsere weitere Leistungssteigerung auf der Strecke und erwägen auch deshalb keine Berufung, sondern akzeptieren die Dinge, wie sie sind.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug kündigte an, dass der Silberpfeil-Rennstall auf eine Berufung verzichtet. "Die Härte dieses Urteils ist unübersehbar. Wir brauchen jetzt all unsere Kraft für unsere weitere Leistungssteigerung auf der Strecke und erwägen auch deshalb keine Berufung, sondern akzeptieren die Dinge, wie sie sind", sagte Haug. "Wir konzentrieren uns auf das, was vor uns liegt: Der nächste Grand Prix wird am Sonntag gestartet, der letzte ist abgehakt."

Jarno Trulli erleichtert

zum Thema

Trulli war erleichtert. "Alle Beweise zeigen, dass ich nicht die Regeln gebrochen habe", meinte der 34 Jahre alte Teamkollege des Deutschen Timo Glock. Dennoch hatte Toyota am Mittwoch auf einen Einspruch wegen geringer Erfolgssaussichten verzichtet. Die Rennkommissare wurden selbst aktiv, nach dem angeblich neue Beweise aufgetaucht waren.

In der 56. Runde war Trulli in Melbourne in der Safety-Car-Phase nach dem Unfall von Sebastian Vettel (Red Bull) und Robert Kubica (BMW-Sauber) an Position drei liegend kurz von der Strecke abgekommen. Hamilton überholte ihn, ließ ihn dann aber wieder vorbei.

In Australien hatte es geheißen, dass der 24-Jährige sich nicht sicher gewesen sei, ob sein Überholmanöver korrekt gewesen sei. Deshalb habe er Trulli passieren lassen. "Es war so irreal, als ich das Urteil in Melbourne gehört hatte", meinte Trulli und hatte die Entscheidung als "Fehler" bezeichnet. Er habe geglaubt, Hamilton habe ein Problem, als dieser so langsam gefahren und von der Ideallinie abgewichen sei. Der Weltmeister habe fast gestoppt. "Und er hat mir erlaubt, ihn zu überholen. Ich konnte nichts anderes tun", meinte Trulli.

Für McLaren-Mercedes macht die Entscheidung das Leben in der Formel 1 noch schwerer. Die Silberpfeile können nach eigener Aussage im Moment nicht mit Spitzenteams wie Brawn GP mithalten. Der dritte Platz von Hamilton in Australien war für den britisch-deutschen Rennstall beim Saisonauftakt mehr als erwartet. Die Auseinandersetzung mit der FIA ist nicht die erste für McLaren-Mercedes.

Am spektakulärsten war das Urteil 2007 in der Spionage-Affäre mit Ferrari. McLaren-Mercedes musste die Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen Dollar zahlen und wurde für die Konstrukteurs-Wertung disqualifiziert.