Bundesliga

Lewandowski: "Fußball ist Kapitalismus pur"

München: Pole kritisiert Transferpolitik

Lewandowski: "Fußball ist Kapitalismus pur"

"Bayern muss sich etwas einfallen lassen": Robert Lewandowski.

"Bayern muss sich etwas einfallen lassen": Robert Lewandowski. imago

Neymar (222 Millionen Euro), Ousmane Dembelé (105), Romelu Lukaku (85) oder etwa Alvaro Morata (80) - die Vereine ließen in diesem Transfersommer ordentlich die Kassen klingeln. Kylian Mbappé wird kommendes Jahr in der Liste der Rekordtransfers folgen (Leihgeschäft mit anschließendem Kauf). Da kommt selbst das Bundesliga-Schwergewicht Bayern München mit Rekordmann Tolisso fast schon bescheiden daher. Zu bescheiden? Wenn es nach Robert Lewandowski geht eindeutig 'Ja'.

"Bayern muss sich etwas einfallen lassen und kreativ sein, wenn der Verein weiter Weltklassespieler nach München lotsen will", sagte der 29-Jährige dem Magazin "Der Spiegel" (Samstag). "Und wenn man ganz vorn mitspielen will, braucht man die Qualität dieser Spieler. Auch, weil solche Stars ihre Mitspieler besser machen."

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International könne die Bundesliga "nur über internationale Erfolge und den Ankauf von Topspielern" konkurrenzfähig bleiben, urteilte der Angreifer. "Bis heute hat Bayern München nie mehr als rund 40 Millionen an Ablösesummen für einen Spieler bezahlt", sagte Lewandowski. "Im internationalen Fußball ist das schon längst eine Summe, die eher Durchschnitt als Spitzenwert ist."

Lewandowski sieht Auslandsreise kritisch

Und ein Ende ist seiner Ansicht nach längst nicht in Sicht, denn "Fußball ist Kapitalismus pur, jeder will in dieser Branche Geld verdienen." Allerdings würde er selbst nicht alles dafür machen, denn die Asienreise der Bayern war nicht nach seinem Geschmack. "Ich bin gegenüber den Auslandsreisen skeptisch", sagte Lewandowski. "Nicht nur, weil die Belastung in diesen wichtigen Trainingsphasen so hoch ist, sondern weil ich nicht wirklich überzeugt davon bin, dass sie für die Vermarktung einen großen Nutzen haben." Die Bundesliga habe vor allem durch die Sprache im internationalen Vergleich einen entscheidenden Nachteil.

Trotz allem sieht er den deutschen Rekordmeister sportlich aber noch auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. "Paris hat sich nun einen Weltklassekader zusammengekauft. Ob es aber auch eine Weltklassemannschaft ist, muss man abwarten. Bayern München ist als Team eingespielter, wir haben schon vieles zusammen erlebt." Klarheit werden alle bereits am 27. September haben, dann ist der FCB in der Champions League in Paris bei St. Germain zu Gast.

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