Bundesliga

Robert Lewandowski: "Wie sich die Saison entwickelt, ist Wahnsinn"

Torjäger ganz nah dran am Müller-Rekord

Lewandowski: "Wie sich die Saison entwickelt, ist Wahnsinn"

Traf gegen Gladbach erneut dreifach: Robert Lewandowski.

Traf gegen Gladbach erneut dreifach: Robert Lewandowski. Getty Images

Eine Innenbanddehnung im Knie schien während der letzten Länderspielpause Lewandowskis Rekordjagd jäh zu gefährden, vier Bundesligaspiele musste der 32-Jährige deswegen aussetzen. Sein Torinstinkt hat darunter nicht gelitten, wie er am Samstagabend eindrucksvoll bestätigte. "Er ist in einer grandiosen Form und hat noch zwei Möglichkeiten. Wie man ihn heute erlebt hat, will er es unbedingt und wird alles daransetzen", sagte Kapitän Manuel Neuer nach dem 6:0.

Während der große Gerd Müller in seiner Rekordsaison alle 34 Saisonspiele absolvierte, gelangen Lewandowski die 39 Tore in bislang 27 Einsätzen. Eine grandiose Quote, die auch Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge erstaunt, einst selbst ein Weltklasse-Torjäger: "Ich habe geglaubt, dass es ein Rekord für die Ewigkeit ist, der nie gerissen wird, aber Robert hat noch zwei Spiele und kann ihn egalisieren, möglicherweise übertreffen. Er geht auf jeden Fall in die Geschichte des FC Bayern ein. Das ist klar."

Lewandowski versprühte am Samstag von der ersten Minute an eine unglaubliche Gier nach Toren, der Treffer in der 2. Minute war der früheste seiner Bundesligakarriere. Spektakulär sein Seitfallzieher zum 3:0, abgebrüht der Elfmeter zum 5:0. Schwer zu glauben, dass er Müllers Marke in Freiburg und/oder am letzten Spieltag gegen den FC Augsburg nicht pulverisiert.

In die Quere kommen kann ihm höchstens eine erneute Verletzung oder eine Gelbsperre gegen Augsburg, mit aktuell vier Verwarnungen muss Lewandowski aufpassen. "Es ist wichtig, dass die ganze Mannschaft Lust hat", stellte er den Teamgedanken in den Vordergrund. "Ich kann dankbar sein, dass ich so viele Torvorlagen erhalten habe. Wie sich die Saison entwickelt, ist Wahnsinn." Mit Stand Sonntagmorgen hatten sieben Bundesligaklubs insgesamt weniger Tore geschossen als Lewandowski alleine.

Flick: "Was Müller zu meiner Jugendzeit war, ist Lewy heute"

Für Hansi Flick gibt es keinen Zweifel: "Wenn er es schafft, dann hat er es mehr als verdient, 39 Treffer sind sensationell." Bayerns Trainer steht aber auch stellvertretend für die Generation, die beim Verlust von Gerd Müllers Marke zumindest etwas sentimental wird: "Gerd Müller war mein Idol. Aber was Müller zu meiner Jugendzeit war, ist Lewy heute." Klar ist damit auch: Übertrifft Lewandowski Müller, beginnt die Diskussion von Neuem: Ein Rekord für die Ewigkeit oder nicht?

Frank Linkesch

Tor für Tor: Wie Lewandowski die Gerd-Müller-Marke knackte