Bundesliga

Letsch: Neue Zuversicht, alte Probleme

Reis-Nachfolger leitet am Montag erstes Training in Bochum

Letsch: Neue Zuversicht, alte Probleme

Will mit Bochum zurück in die Erfolgsspur: Thomas Letsch.

Will mit Bochum zurück in die Erfolgsspur: Thomas Letsch. IMAGO/Pro Shots

Immer wieder hatte Aufstiegs-Trainer Reis wegen Verletzungen seine Mannschaft In der aktuellen Saison umbauen müssen, vor allem in der Defensive. Auch am kommenden Samstag, wenn Thomas Letsch im Spiel bei RB Leipzig seine Bundesliga-Premiere als Coach erlebt, fehlen einige Spieler mit Startelf-Potenzial.

Auf Takuma Asano, der sich einen Innenbandriss im Knie zuzog, wird er zum Beispiel noch länger verzichten müssen. Unklar ist auch noch die Rückkehr von Kostas Stafylidis, Dominique Heinz und Jacek Goralski, die allesamt mit muskulären Verletzungen ausfallen und auch im bisherigen Verlauf der Saison nur sporadisch zur Verfügung standen.

Noch nicht zu sehen war bisher zum Beispiel Stürmer Lys Mousset, der spät verpflichtet wurde, sich dann überdies in einem nicht bundesligatauglichen Zustand in Bochum vorstellte. So birgt der Kader natürlich noch einige Möglichkeiten, noch längst ist nicht alles voll ausgereizt.

Danilo Soares zum Beispiel, in der vorigen Saison überragender Linksverteidiger, hatte die komplette Vorbereitung verpasst und rückte erst in den letzten Wochen wieder auf seinen Stammplatz. Insgesamt also ein etwas kompliziertes Personal-Puzzle für den neuen Trainer.

Bei Bundesliga-Premiere: Letsch trifft alten Bekannten 

Für sein 100. Pflichtspiel mit Vitesse war Letsch noch am Wochenende in Arnheim geehrt worden. Nun erlebt er in gut einer Woche seine Premiere als Bundesliga-Trainer und trifft dort einen alten Bekannten. Marco Rose, mittlerweile Trainer bei RB Leipzig, schätzt Letsch schon seit längerem.

Die bisherige Bekanntschaft mit dem deutschen Profi-Fußball verlief für den neuen VfL-Trainer allerdings äußerst unerfreulich. Nach drei Pflichtspielen schon war Schluss bei Erzgebirge Aue, wo er im Sommer 2017 übernommen hatte. Deutlich mehr Spuren hat er bei seinem Ex-Klub Vitesse Arnheim hinterlassen

Immerhin stehen in der Vita des 54-Jährigen zum Beispiel ein Erfolg über Tottenham in der Conference League und der Einzug mit Vitesse ins niederländische Pokalfinale, das mit 1:2 gegen den hohen Favoriten Ajax Amsterdam verloren ging. Bei Vitesse stand Letsch vor allem für schnellen Umschalt-Fußball, und diese Herangehensweise ist natürlich auch für den VfL Bochum nichts komplett Neues.

Hoffnung auf die Trendwende

Mit dem neuen Mann an der Seitenlinie, der in seiner Trainer-Karriere viele Jahre im RB-Kosmos erlebte, hofft der VfL Bochum dringend auf die Trendwende. Am Montag ab 15 Uhr leitet Letsch, für den der VfL Bochum rund 400.000 Euro (plus Boni) an Vitesse überweist, sein erstes Training an der Castroper Straße. Gewiss mit anderen Ideen und neuen Impulsen. So lobte Sportchef Patrick Fabian unter anderem, Letsch habe bei seinen früheren Stationen unter anderem "die Weiterentwicklung talentierter Spieler vorangetrieben".

In Bochum trifft der neue Mann nun auf den ältesten Kader der Liga, unter anderem aber dürften durchaus zwei Talente auf besondere Förderung durch den neuen Coach hoffen.

Zuletzt beim 1:1 gegen den 1. FC Köln unter Interimstrainer Heiko Butscher gehörten Patrick Osterhage (22) und Tim Oermann (18) bei seinem Bundesliga-Debüt zur Startelf; beide machten ihre Sache sehr ordentlich. Und dass Letsch gerne auf junge Spieler setzt, so sie denn das nötige Talent mitbringen, hat der neue VfL-Coach in Arnheim zur Genüge bewiesen.

Oliver Bitter

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