Bundesliga

Lenz-Wechsel von Union zur Eintracht sorgt für Ernüchterung

Ein Trio wackelt

Lenz-Wechsel sorgt für Ernüchterung

Christopher Lenz wird nach der Saison ablösefrei von Union Berlin zu Eintracht Frankfurt wechseln.

Christopher Lenz wird nach der Saison ablösefrei von Union Berlin zu Eintracht Frankfurt wechseln. imago images

Am Mittwoch sagte Geschäftsführer Oskar Kosche in einer Medienrunde, dass der 1. FC Union Berlin zur Erhaltung der Handlungsfähigkeit bei Bedarf Spielerverträge verlängern werde - trotz der Covid-19-Pandemie. Bei Abwehrmann Christopher Lenz hat das trotz aller Bemühungen offensichtlich nicht geklappt. Am Donnerstagvormittag vermeldete der Verein überraschend, dass sich die Stammkraft auf der linken Außenbahn ab der kommenden Saison Eintracht Frankfurt anschließen wird.

Das sorgte bei manchem Anhänger für Ernüchterung. Schließlich hatte Lenz sich über den Umweg einer zwischenzeitlichen Ausleihe zu Holstein Kiel bei den Eisernen ab Sommer 2019 zum Stammspieler in der 1. Bundesliga entwickelt. Union steht sportlich gut da im zweiten Bundesligajahr.

Finanziell kann Union noch nicht mit allen Bundesliga-Konkurrenten mithalten

Doch finanziell können die Köpenicker mit den großen und alteingesessenen der Liga immer noch nicht mithalten. Lenz, der auch noch ablösefrei nach Frankfurt wechselt, dürfte bei der Eintracht viel mehr verdienen. Da konnte und wollte Union am Ende vielleicht auch gar nicht mitbieten. Ein bisschen hat es dennoch den Eindruck, als ob mit Lenz ein bisschen Aufstiegssilber verloren geht.

In Köpenick hatte Lenz zuletzt im Dezember 2018 bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Damals spielte Union noch in der 2. Bundesliga und Lenz auf der Linksverteidigerposition hinter Ken Reichel (inzwischen VfL Osnabrück) lediglich die zweite Geige. Seinerzeit dürfte sein Kontrakt bei weitem nicht so gut dotiert gewesen sein. Stammspieler wurde er erst in der 1. Bundesliga ab Sommer 2019 (44 Einsätze/7 Vorlagen). Insofern bringt der Drei-Jahres-Vertrag am Main sicher auch einen finanziellen Aufstieg für Lenz mit sich.

Wir wären froh gewesen, wenn er sich für uns entschieden hätte.

Urs Fischer über Christopher Lenz

Der Abgang des gebürtigen Berliners war auch ein Thema auf der Pressekonferenz zum Heimspiel am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach. Trainer Urs Fischer, den so schnell nichts aus der Fassung bringt, nahm es sportlich. "Die Entscheidung hat er getroffen. Das muss man akzeptieren. Er wechselt zu einem tollen Klub. Frankfurt hat ein tolles Trainerteam. Ich denke, er wird sich dort wohlfühlen. Er will dort den nächsten Schritt machen", meinte Fischer. "Wir wären froh gewesen, wenn er sich für uns entschieden hätte. Ich erwarte von ihm, dass er sich bis zum Ende professionell verhält und noch mal alles heraushaut, was in ihm steckt."

Gegen Gladbach kann von Bestbesetzung keine Rede sein

Nach den beiden aufeinander folgenden Auswärts-Niederlagen bei RB Leipzig (0:1) und beim FC Augsburg (1:2) setzt Union nun gegen die seit fünf Spielen ungeschlagenen Gladbacher auf seine Heimstärke.

Allerdings kann von Bestbesetzung keine Rede sein. Die Angreifer Max Kruse (Aufbautraining nach Knieverletzung) und Anthony Ujah (wieder aufgebrochene Knieverletzung) fehlen weiterhin. Die Verteidiger Christopher Trimmel (5. Verwarnung) und Florian Hübner (wegen Beleidigung) sind gesperrt.

Zudem ist der Einsatz von Sechser Grischa Prömel sowie der beiden Offensivspieler Sheraldo Becker und Marius Bülter (alle muskuläre Probleme) fraglich. Hoffnung auf ein mögliches Comeback gibt es bei Joel Pohjanpalo. Der Stürmer hat seine Sprunggelenksverletzung überwunden. Die Kraft des Finnen könne für 10, 15 Minuten ausreichen, so Chefcoach Fischer.

Matthias Koch

Alle Bundesliga-Wintertransfers 2020/21