2. Bundesliga

Leitls Vorfreude auf den "Abnutzungskampf"

Setzt Fürth im "Spiel des Jahres" seine Serie fort?

Leitls Vorfreude auf den "Abnutzungskampf"

Zuletzt viermal in Folge freute sich Stefan Leitl über einen Dreier - setzt Fürth seine Serie im Derby fort?

Zuletzt viermal in Folge freute sich Stefan Leitl über einen Dreier - setzt Fürth seine Serie im Derby fort? imago images

Entsprechend groß ist die Vorfreude, die Stefan Leitl auf der Pressekonferenz am Donnerstag versprüht: "Wir sind momentan einfach gut drauf, haben einen Lauf und freuen uns auf das Derby." Das für den Trainer trotz des Zuschauerausschlusses aufgrund der Corona-Pandemie ein besonderes Duell bleibt: "Natürlich wäre es mir lieber, wenn wir mit unseren Fans nach Nürnberg reisen könnten und das Stadion ausverkauft wäre, aber der Reiz dieses Spiels ist trotzdem gegeben."

Eines, das der 43-Jährige aus beiden Perspektiven kennt: Zwischen 1999 und 2001 erlebte er das fränkische Nachbarduell als Spieler des FCN und nun zum dritten Mal als Fürther Chefcoach. "Gerade dieses Spiel ist natürlich etwas anderes als andere Zweitligaspiele", weiß Leitl, "das brauchen wir nicht kleiner machen, als es tatsächlich ist. Es ist das älteste Derby in Deutschland, elektrisiert die komplette Region und sorgt für zusätzliche Motivation. Es ist das Spiel des Jahres - auch für uns, ganz klar."

Trainersteckbrief Leitl
Leitl

Leitl Stefan

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
SpVgg Greuther Fürth SpVgg Greuther Fürth
18
2
VfL Bochum VfL Bochum
17
3
Hamburger SV Hamburger SV
17

Es ist das älteste Derby in Deutschland und elektrisiert die komplette Region.

Stefan Leitl

Obwohl seine Spieler erst am Mittwoch in die Trainingswoche gestartet sind - ohne Leon Schaffran, die Nummer drei der Torhüter ist nach seiner im Abschlusstraining vor dem Regensburg-Spiel erlittenen schweren Sprunggenlenkverletzung am Dienstag operiert worden und wird die nächsten Monate ausfallen -, hat der gebürtige Münchner "schon direkt nach dem Jahn-Spiel am Sonntag Derbystimmung" innerhalb der Mannschaft ausgemacht. Und sieht diese gut gerüstet: "Wir haben viele Spieler, die in einer guten Form sind, dieses Spiel schon bestritten haben und wissen, was in dem Derby auf sie zukommt."

Startformation zuletzt viermal unverändert

In Torwart Sascha Burchert, den Verteidigern Marco Meyerhöfer, Paul Jaeckel, Mergim Mavraj und David Raum, den Mittelfeldspielern Paul Seguin, Julian Green und Sebastian Ernst sowie den Stürmern Branimir Hrgota und Havard Nielsen kamen beim 1:0-Sieg am 13. Juni dieses Jahres, dem jüngsten von zuletzt drei Fürther Derby-Auswärtserfolgen in Serie, zehn Spieler zum Einsatz, die neben Sechser Hans Nunoo Sarpei nun beste Startelfchancen haben. Viermal hintereinander schenkte Leitl dieser Formation zuletzt das Vertrauen - und die dankte es ihm mit der Maximalausbeute von zwölf Zählern. "Die Jungs, die zuletzt gespielt haben, haben es wirklich hervorragend gemacht - nicht nur fußballerisch oder leistungstechnisch, sondern auch, was die Ergebnisse betrifft", ist Leitl voll des Lobes. Und sieht deshalb "keinen Anlass, die Mannschaft zu verändern - außer, du legst dir einen Plan zurecht, in dem du taktische Änderungen vornimmst."

Leitls Wiedersehen mit einem alten Bekannten

hließlich erwartet der Familienvater, der sowohl als Trainer des FC Ingolstadt als auch der SpVgg Greuther Fürth noch keines seiner vier Duelle mit dem Club verloren hat (zwei Siege, zwei Remis) und beide Auswärtsspiele in Nürnberg sogar gewinnen konnte (2017 mit dem FCI 2:1, 2020 mit Fürth 1:0), "ein Spiel auf Augenhöhe. In einem Derby gibt es keinen Favoriten, egal auf welchem Tabellenplatz du stehst. Es wird ein Abnutzungskampf von der ersten Minute. Da geht es dann auch nicht immer darum, zu sagen, wir müssen über das Spielerische kommen, sondern da sind dann vielleicht auch mal andere Tugenden gefragt."

Und meint damit vor allem die Arbeit gegen den Ball. Auch, um Manuel Schäffler, mit vier Toren Nürnbergs derzeit gefährlichster und treffsicherster Stürmer, nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Leitl kennt und schätzt den 31-Jährigen, der im Sommer vom SV Wehen Wiesbaden an den Valznerweiher gewechselt ist, aus gemeinsamen Tagen als Spieler bei den Schanzern (2012/13): "Manu war damals in Ingolstadt ein sehr junger Spieler, der sich toll entwickelt hat und jetzt einer der besten Stürmer in der 2. Liga ist. Für ihn persönlich freut es mich unheimlich, dass er diesen Weg gegangen ist. Wir stehen nach wie vor in engem Kontakt." Jubeln will er ihn am Sonntag aber logischerweise nicht sehen: "Ich wünsche mir natürlich, dass er am Sonntag nicht trifft - und das wird er auch nicht tun, weil wir alles daran setzen werden, dass er nicht trifft."

Viel mehr als seinen früheren Mitspieler hat Leitl ohnehin den Derbysieg und die fehlenden Fans im Blick: "Wir wollen unsere Form der vergangenen Wochen bestätigen, eine geile Leistung zeigen und das Spiel gewinnen. Damit es nach dem Spiel viele zufriedene Fürther in der Stadt und im Landkreis gibt."

Fabian Istel