Bundesliga

Leitls klare Worte in Richtung Fein

Ex-Bayer spielt bislang fast keine Rolle

Leitls klare Worte in Richtung Fein

Hat den Durchbruch in Fürth noch nicht geschafft: Adrian Fein.

Hat den Durchbruch in Fürth noch nicht geschafft: Adrian Fein. imago images/Zink

Warme Worte für Neuzugänge sind in dieser Branche selbstverständlich, die Erwartungen meist hoch. Im Falle Adrian Feins war dies nicht anders, als die SpVgg ihn im Sommer vom FC Bayern auslieh. Wobei: Beim FCB steht der 22-Jährige zwar unter Vertrag, zuletzt war er aber Jahr für Jahr ausgeliehen: Zu Jahn Regensburg, zum Hamburger SV, zur PSV Eindhoven. Dort passte sein Ballbesitzfußball nicht zu Trainer Roger Schmidts Idee, der Mittelfeldspieler saß fast nur draußen.

Also ein neuer Versuch, beim in der 2. Liga spielerisch dominanten Kleeblatt. In der Vorbereitung erklärte Trainer Stefan Leitl, man merke Fein die fehlende Spielpraxis an, er brauche noch Zeit. Knapp zwei Monate und nur zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga später stellt sich die Grundsatzfrage: Warum spielt Fein kaum, wann ist er soweit? Leitls klare Antwort: "Das entscheidet er, da bin ich ganz offen und ehrlich. Adrian hat hier während der Woche die Möglichkeit zu zeigen, dass er spielen und in die Startelf möchte."

Das hieße im Umkehrschluss, Fein habe dies bislang nicht getan. Leitl überlegt nach dieser Intervention kurz, dann erklärt er: "Die Priorität muss anders gesetzt werden. Das Defensivverhalten ist für uns entscheidend. Wir können uns in dieser Liga nicht über Ballbesitzfußball definieren."

Mit anderen Worten: Der Fußballer Fein passt mit seiner größten Stärke aktuell nicht ins Team, er muss seine Spielweise anpassen, die Arbeit gegen den Ball in den Vordergrund stellen. Leitls eindeutige Botschaft: "Da muss er sich steigern. Wir haben es angesprochen, unterstützen ihn dabei. Adrian muss es auf den Trainingsplatz hinbekommen." Dann habe er wie jeder andere die Chance zu spielen. Aber: "Ich erwarte eine deutliche Leistungssteigerung von ihm."

Ob Fein ausgerechnet gegen die Bayern eine Chance bekommt? Eher nicht, wenn die Eindrücke nicht täuschen. Eher muss der für den offensiveren Part im Mittelfeld vorgesehene Fein aufpassen, seinen Kaderplatz nicht an den defensiveren, von Leitl ob seiner Trainingsleistungen auffällig gelobten Nils Seufert zu verlieren.

Frank Linkesch