2. Bundesliga

Vor Duell mit HSV: Fürth kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen

Fürths Trainer kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen

Leitl: Zwischen Vorfreude und Verantwortung

"Ich habe ein gutes Gefühl für Sonntag": Stefan Leitl

"Ich habe ein gutes Gefühl für Sonntag": Stefan Leitl imago images

Exakt 70 Tage nach dem bis dato letzten Ligaspiel der Spielvereinigung am 8. März bei Holstein Kiel (1:1) kommt zur Saisonfortsetzung kein Geringerer als der Ex-Bundesligadino HSV in den Fürther Ronhof. Normalerweise ein echtes Highlightspiel - wären da nicht die Corona-Krise und ihre Begleiterscheinungen: keine Fans, strenge Auflagen und Reglementierungen. Für Stefan Leitl dennoch kein Grund zum Verzagen: "Die Spieler sind wie wir im Trainerteam mit Spaß und Freude bei der Sache. Wir freuen uns, dass wir unserem Beruf wieder nachgehen dürfen. Gleichzeitig", betont der Trainer, "wissen wir, welche Verantwortung wir tragen. Damit werden wir sorgfältig umgehen." Und obwohl das Spiel unter anderen Voraussetzungen als im bisherigen Saisonverlauf stattfinden muss: "Die Vorfreude darauf ist sehr, sehr groß."

Auch, weil Leitl - anders als vor der Corona-Zwangspause - diesmal personell nahezu aus dem Vollen schöpfen kann: Einzig auf Mittelfeldallrounder Sebastian Ernst (5. Gelbe Karte) und voraussichtlich Innenverteidiger Mergim Mavraj muss der 42-Jährige am 26. Spieltag verzichten. Der 33-jährige Routinier mit der Erfahrung von 158 Bundes- und 117 Zweitligapartien befindet sich zwar im Mannschaftstraining, nach seiner schweren Adduktorenverletzung - zugezogen am 9. Februar beim 1:3 gegen Hannover 96 - muss seine Trainingsbelastung aber nach wie vor gesteuert und gesteigert werden. Auch wenn Leitl dem Albaner attestierte, dass das schon "sehr gut" aussehe - ein Kaltstart nach über dreimonatiger Pause erscheint eher unwahrscheinlich. Zumal nach der Absage des Auswärtsspiels bei Dynamo Dresden bis zur nächsten Begegnung des Kleeblatts gegen den VfL Osnabrück nach dem HSV-Spiel eineinhalb Wochen bleiben - Zeit, die Mavraj nutzen kann, um wieder auf sein volles Leistungslevel zu kommen.

Leitl kündigt Rotation im Saisonendspurt an

So sehr der Ausfall der wahrscheinlich zwei Eckpfeiler im Fürther Grundgerüst schmerzt, so sehr kann sich Leitl auf zahlreiche Rückkehrer freuen: Hatte sich das Lazarett der Spielvereinigung vor dem ursprünglichen Heimspieltermin gegen den HSV am 13. März auf bis zu elf Spieler ausgeweitet, eröffnen sich Leitl mit der Genesung von etwa Rechtsverteidiger Marco Meyerhöfer, Achter Julian Green sowie der Offensivakteure Marvin Stefaniak, Jamie Leweling und Daniel Keita-Ruel nun wieder zahlreiche personelle Optionen. "Es ist wichtig zu sehen, dass alle fit sind", erklärt der Trainer, denn: "Auf uns kommen sehr, sehr schwierige und anstrengende Wochen zu. Wir werden jeden Einzelnen brauchen und immer wieder rotieren, um gut durch die Wochen zu kommen."

Der HSV? "Die sportlich größte Herausforderung in diesem Jahr"

Zunächst aber gilt der Fokus ausschließlich dem Re-Start am Sonntag gegen den HSV, den das Kleeblatt ungeachtet der räumlichen Nähe Fürths zum Quarantäne-Camp der Hanseaten in Herzogenaurach nicht beobachten ließ. "Das ist eine Mannschaft, die eine sehr, sehr hohe Qualität im Kader, eine gute Struktur im Spiel und einen sehr guten Trainer hat", lobt Leitl das Team seines Kollegen Dieter Hecking. "Für mich ist das eine Mannschaft, die am Ende des Tages wahrscheinlich aufsteigen und für uns die sportlich größte Herausforderung in diesem Jahr sein wird." Dass seine Elf aber auch Aufstiegsanwärter ärgern kann, bewies sie erst im bisher letzten Heimspiel beim 2:0-Erfolg über den VfB Stuttgart. Und so ist Leitl auch "überzeugt davon, dass wir den Umständen entsprechend und in Anbetracht der Vorbereitung eine gute Mannschaft auf den Platz bringen werden, die auch ein gutes Spiel zeigen wird."

Leitl: "Das ist eine mentale Geschichte"

Entscheidend für Leitl ist, "wer mit der besonderen Situation besser zurechtkommt, wer bereit ist, einen Tick mehr zu investieren - das ist eine mentale Geschichte." Sorgen, dass sein Team diesen Test nicht bestehen könnte, hat er nicht. Im Gegenteil: "Die Mannschaft verhält sich vorbildlich, wir haben insgesamt ein gutes Klima in der Truppe." Dazu trage auch das einwöchige Quarantäne-Trainingslager bei: "Ich habe das Gefühl, dass meinen Spielern die Zusammenkunft im Hotel guttut, sich eine Woche lang auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Jungs sind sehr willig und haben keine Hemmung oder Scheu. Ich habe ein gutes Gefühl für Sonntag."

Fabian Istel

So geht es weiter: Das Restprogramm der 2. Liga