2. Bundesliga

Greuther Fürths Trainer Leitl fordert mehr Coolness

Fürths Coach fordert in Düsseldorf mehr Konsequenz in beiden Strafräumen

Leitl: "Wir müssen einfach cooler werden"

Greuther Fürths Trainer Stefan Leitl verweist auf die Auswärtsstärke der Franken.

Greuther Fürths Trainer Stefan Leitl verweist auf die Auswärtsstärke der Franken. imago images

30 Treffer hat das Kleeblatt bisher in 16 Ligaspielen erzielt. Nur der Spitzenreiter HSV (36) und dessen schärfster Verfolger Bochum (31) können das im Unterhaus noch toppen. Ein starker Wert also, der aber noch deutlich besser sein könnte. 116 teils hochkarätige Torchancen hat sich Fürth in dieser Saison bisher erspielt, weit mehr als jedes andere Team der 2. Liga. Das Problem: Lediglich rund ein Viertel (25,9 Prozent) davon nutzte die jüngste Mannschaft der Liga auch zu Toren. Dass es etwa im jüngsten Heimspiel gegen Paderborn nur zu einem 1:1 reichte, lag vor allem an eben jener ausbaufähigen Chancenverwertung. "Wir müssen einfach cooler und cleverer vor dem Tor werden", fordert Stefan Leitl mehr Kaltschnäuzigkeit. "Es geht darum, nicht zu verkrampfen und das Ding dann zu machen."

Die Konsequenz, die er vor dem gegnerischen Tor sehen will, verlangt er von seiner Mannschaft auch vor dem eigenen. Schließlich waren die jüngsten vier Gegentore beim 2:3 in Karlsruhe und gegen Paderborn allesamt mehr eigenem Fehlverhalten als der Offensivstärke der Kontrahenten geschuldet: Beim KSC verteilte die Spielvereinigung beim 0:1 und 2:2 durch individuelle Patzer verspätete Weihnachtsgeschenke und verteidigte beim dritten Gegentreffer nicht konsequent genug, dem Ausgleich gegen Paderborn ging ein Fehlpass an der Seitenlinie nach einem Einwurf voraus. Fehler, die wichtige Punkte gekostet haben: "Man kann meiner Mannschaft nicht viel vorwerfen, außer dass wir zwei Spiele gespielt haben, in denen wir nur einen Punkt geholt haben", blickte Leitl auf der Pressekonferenz am Donnerstag noch einmal zurück. "Wenn man die Leistung gegenüberstellt, dann muss man ganz klar sagen, dass der Ertrag nicht mit der Leistung meiner Mannschaft übereinstimmt."

Jaeckel soll nur bei der Fortuna fehlen - Mavraj übernimmt

Damit er das beim Hinrundenfinale am Freitagabend in Düsseldorf wieder tut, "müssen wir in den Defensivaktionen einfach konsequent verteidigen", fordert Leitl, "wir müssen lernen, zu Null zu spielen".

Dreimal schaffte es sein Team bisher in dieser Saison, eine weiße Weste zu wahren - jeweils auswärts beim 2:0 in Bochum (7. Spieltag), 3:0 in Sandhausen (11. Spieltag) und 3:0 in Braunschweig (13. Spieltag). In allen drei Partien stand Paul Jaeckel in der Innenverteidigung, bei der Fortuna wird der U-21-Nationalspieler wegen seiner gegen Paderborn erlittenen Oberschenkelverletzung nun aber fehlen und durch Routinier Mergim Mavraj (34) an der Seite des jungen Maximilian Bauer (20) ersetzt.

Zum Rückrundenauftakt kommende Woche soll der 22-Jährige dann aber wieder zur Verfügung stehen: "Wir hoffen es, und die medizinische Abteilung ist auch guter Dinge, dass uns Paul dann am Dienstag in Osnabrück wieder zur Verfügung steht", ist Leitl zuversichtlich.

Bei den anderen Ausfällen - Leon Schaffran (Sprunggelenkoperation), Abdourahmane Barry und Emil Berggreen (beide Adduktorenverletzung) sowie Luca Itter (Aufbautraining) - wird es hingegen noch etwas länger dauern, auch wenn Leitl hofft, den "einen oder anderen nächste Woche zumindest in die technischen Abläufe des Mannschaftstrainings miteinbauen zu können".

Leitl erinnert an die Auswärtsstärke

Zunächst aber gilt der Fokus voll und ganz der Aufgabe bei der Fortuna, dem Auftakt der ersten von zwei aufeinanderfolgenden englischen Wochen: "Wir treffen wie schon gegen Paderborn wieder auf einen Bundesligaabsteiger, mit einer enormen Qualität im Kader", warnt Leitl vor Düsseldorf. "Es ist eine Mannschaft mit vielen Spielern, die schon in der Bundesliga gespielt haben, und eine, die vor allen Dingen in den letzten Wochen eine sehr gute Formkurve hat."

Wohl wahr: Nach dem 0:5-Debakel Ende November in Bochum holte die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler aus den folgenden sieben Ligaspielen sechs Siege und ein Remis und kletterte dadurch von Rang 12 auf Rang 3. "Ich glaube, das spricht für sich", hat Leitl diese Serie imponiert. "Das ist eine Mannschaft, die sehr diszipliniert im Spiel gegen den Ball ist, gute Umschaltmomente hat und sehr heimstark ist. Das wird schon eine Herausforderung für uns."

Eine, vor der sich das Kleeblatt aber keineswegs verstecken muss. Im Gegenteil: "Ich gehe davon aus, dass wir das Spiel bestimmen werden. Wir sind nach wie vor die beste Auswärtsmannschaft", erinnert der 43-Jährige an die schon fünf Siege und zwei Remis in dieser Saison in der Fremde. "Genau diese Leistung, die wir in den vergangenen Monaten auswärts gezeigt haben, gilt es wieder auf den Platz zu bringen."

Im Optimalfall winkt zum Ende der Hinrunde Platz 3

Mit dem sechsten Auswärtssieg könnte der aktuell Tabellenfünfte die Fortuna von Platz 3 verdrängen und - falls Kiel am Sonntag in Darmstadt nicht gewinnen sollte - die erste Saisonhälfte sogar auf eben jenem Relegationsrang beenden. Es wäre das i-Tüpfelchen auf eine starke Fürther Hinrunde.

Fabian Istel

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